
US-Verbraucher und inländische Importeure tragen laut einer am Montag veröffentlichten Analyse der EZB den größten Teil der finanziellen Last durch die jüngsten Zölle, während die Importvolumina zurückgehen und ausländische Verkäufer eine schwächere Nachfrage verzeichnen.
In einem Artikel im Economic Bulletin, berichtet von Reuters, stellt die EZB fest, dass Exporteure in die USA nur einen kleinen Anteil der Zollkosten weitergeben – entgegen Behauptungen, wonach ausländische Verkäufer nach den im vergangenen Jahr von Washington verhängten neuen Abgaben den Großteil der Rechnung tragen würden.
Verbraucher und Importeure tragen die Hauptlast
Exporteure in die USA tragen nur einen „kleinen Bruchteil“ der höheren Zollkosten, heißt es in der EZB-Studie; die Mehrheit der Last falle auf inländische Importeure und Endverbraucher.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Zolleffekte auf den US-Markt konzentrieren, statt im Ausland zu wirken.
Die Studie schätzt, dass US-Verbraucher derzeit etwa ein Drittel der gesamten Zollkosten tragen, ein Anteil, der mit der Zeit über die Hälfte steigen könnte, wenn Unternehmen ihre Fähigkeit erschöpfen, höhere Ausgaben zu absorbieren. US-Unternehmen könnten mittelfristig rund 40 % der längerfristigen Belastung übernehmen.
Importvolumen sinken bei steigenden Zöllen
Während der unmittelbare Schlag US-Käufer trifft, leiden auch ausländische Exporteure unter schwächerer Nachfrage.
Die EZB schätzt, dass ein Anstieg der Abgaben um 10 % die Importvolumina um etwa 4,3 % reduziert, was die Preissensitivität des grenzüberschreitenden Handels unterstreicht.
Die Analyse ergänzt, dass selbst wenn Waren weiterhin unter Zollregimen gehandelt werden, höhere Kosten die Volumina weiter verringern – sie drücken die Margen der Verkäufer und belasten Lieferketten, die ohnehin unter Druck stehen.
Breitere politische Folgen
Die Ergebnisse widerlegen frühere Behauptungen, wonach US-Zölle in erster Linie ausländische Produzenten bestrafen würden. Stattdessen kommt die EZB zu dem Schluss, dass kurzfristig amerikanische Verbraucher und importierende Unternehmen den Großteil der Kosten tragen, während sich die Last im Laufe der Zeit verschiebt, wenn sich die Preissetzungsmacht anpasst.
Für politische Entscheidungsträger und Investoren bestätigt die Evidenz, dass Zölle weitgehend wie eine inländische Steuer wirken – sie dämpfen die Importnachfrage und wirken sich wellenförmig auf globale Liefernetze aus.
Schon moderate Erhöhungen der Zollsätze können den Handel spürbar verlangsamen und die Kosten für Haushalte und Unternehmen gleichermaßen nach oben treiben.
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