Die europäischen Erdgaspreise stiegen am Freitag um zwei Prozent auf 32,6 Millionen Euro (35,41 US-Dollar) pro Megawattstunde, was auf einen Markt schließen lässt, der mit Versorgungsengpässen und schwacher Nachfrage zu kämpfen hat.

Dieser Anstieg erfolgt nach einem Rückgang von 2,1 % am Donnerstag und einem Anstieg von 4,3 % am Mittwoch, was auf einen möglichen bescheidenen wöchentlichen Zuwachs schließen lässt.

Die Volatilität des Marktes wird durch die zunehmende Abhängigkeit Europas von den globalen Gasmärkten infolge der jüngsten Energiekrise unterstrichen.

Versorgungssorgen nehmen zu

Händler, die den Versorgungsproblemen zuvor keine Beachtung schenkten, sind nun aufgrund unerwarteter Stillstände, milderer Wetterbedingungen und einer stärkeren weltweiten Konkurrenz um Gaslieferungen beunruhigt.

Zu den jüngsten Entwicklungen zählt der Ausfall der australischen Ichthys-LNG-Exportanlage, der trotz der Rückkehr der Gaslieferungen aus Norwegen und der Wiederaufnahme der Exporte einer großen US-LNG-Anlage nach dem Hurrikan Beryl eine Verknappung der weltweiten Versorgung droht.

Trotz der komplexen Versorgungsschwierigkeiten bleibt die Nachfrage nach Erdgas gering. Große Unternehmen wie die italienische Eni SpA meldeten einen deutlichen Verbrauchsrückgang von 16 Prozent im zweiten Quartal.

Dieser Nachfragerückgang ist unter anderem auf eine geringere Industrieproduktion zurückzuführen, die wiederum größere wirtschaftliche Auswirkungen auf das Gasmarktumfeld hat.

US-Erdgas-Futures fallen aufgrund höherer Lagerbestände

Einem aktuellen Bericht zufolge fielen die US-Erdgas-Futures am Donnerstag auf 2,05 Dollar pro MMBtu, nachdem die EIA den Bau eines größeren Erdgasspeichers als erwartet bekannt gegeben hatte.

Letzte Woche haben US-Versorger 22 Milliarden Kubikfuß (Bcf) Gas in die Speicher gefüllt, was über den Marktschätzungen eines Anstiegs von 15 Bcf liegt. Die Gasspeicherstände liegen derzeit 16,4 % über dem 5-Jahres-Durchschnitt.

Trotz einer Produktionssteigerung im April und Mai, die Unternehmen wie EQT und Chesapeake Energy dazu veranlasste, ihre Produktion zu steigern, werden die Erdgaspreise aufgrund des höheren Angebots voraussichtlich die zweite Woche fallen. Extreme Hitze im August wird wahrscheinlich den Gasverbrauch zur Energieerzeugung für Klimaanlagen erhöhen.

The post Europäische Erdgaspreise steigen aufgrund von Versorgungsengpässen und schwacher Nachfrage um 2 % auf 32,6 €/MWh appeared first on Invezz