Der Druck auf die Gemeinschaftswährung hält an, da der Euro am Devisenmarkt verkauft wird. Der Konflikt in Osteuropa, ausgelöst durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine, belastet die Gemeinschaftswährung.

Als Reaktion auf die Aggression reagierten die europäischen Staaten mit einem Paket von Sanktionen, die die russische Wirtschaft schwächen sollen. Die meisten dieser Maßnahmen haben jedoch auch Auswirkungen auf die europäischen Volkswirtschaften, die bereits durch die COVID-19-Pandemie geschwächt sind.

Gestern wurde bekannt, dass Russland seine Gaslieferungen an Polen und Bulgarien drosselt. Seitdem ist der EUR/USD-Kurs unter 1,06 und damit auf ein neues 5-Jahrestief gefallen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche eine neue Zinserhöhung im Rahmen ihres Straffungszyklus vornehmen wird, ist es sinnvoll, den EUR/USD hier zu kaufen?

Eine Umkehrung könnte möglich sein

Der Kauf von EUR/USD ist hier riskant. Es handelt sich um einen Baissemarkt, und obwohl es einige Anzeichen für eine Trendwende gibt, sollten Händler besser abwarten, bis sich der Markt bewegt und erst dann handeln.

Eine mögliche Aufwärtsbewegung ist ein fallendes Keilmuster. Bei einem solchen Muster erreicht der Markt in der Regel die Trendlinie 1-3, bevor er umkehrt.

Die heutige Bewegung reicht aus, um diese Bedingung zu erfüllen, aber Händler sollten abwarten, bis sich der Kurs über die Trendlinie 2-4 bewegt, bevor sie EUR/USD kaufen.

Die mögliche Divergenz mit dem RSI ist ein weiteres potenziell Aufwärtssignal. Steigt der RSI wieder über den überverkauften Bereich (d.h. über 30), ohne ein neues Tief zu erreichen, könnte eine Aufwärtsdivergenz den Weg für eine Long-Position ebnen.

Die Fundamentaldaten sprechen für einen stärkeren Dollar

Im Devisenhandel kommt es darauf an, was die Zentralbanken an der geldpolitischen Front beschließen. Die Divergenz zwischen der Fed und der EZB könnte nicht größer sein – die EZB hält die Zinssätze im negativen Bereich, während die Fed sie bereits von der unteren Grenze aus angehoben hat und sie noch aggressiver anheben will.

Die einzige Möglichkeit, wie der EUR/USD von hier aus abprallen könnte, ist, dass die Maßnahmen der Fed bereits eingepreist sind. Mit anderen Worten: Wenn die Fed auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen erneut anhebt, könnte der US-Dollar fallen, weil der Markt alle künftigen Zinserhöhungen im Jahr 2022 bereits eingepreist hat.

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