Der Schweizer Franken steht diese Woche im Fokus, da Anleger auf die bevorstehenden Zinsentscheidungen der Federal Reserve und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) schauen. Der USD/CHF-Wechselkurs notierte bei 0.7850, 15% unter seinem Höchststand im Jahr 2025. 

Ähnlich notierte das Paar EUR/CHF bei 0.9065, 6,17% unter seinem Höchststand vom Vorjahr, da die Stärke des Franken angesichts seiner Attraktivität als sicherer Hafen anhält.

Der Schweizer Franken hat sich angesichts steigender Risiken zum sicheren Hafen entwickelt

Die Paare USD/CHF und EUR/CHF sind in den letzten Monaten gefallen, da die Nachfrage nach dem Schweizer Franken angesichts erhöhter Marktrisiken sprunghaft angestiegen ist.

Diese Risiken nahmen im vergangenen Jahr zu, als Präsident Donald Trump Zölle gegen alle Länder ankündigte, einschließlich der Schweiz, die zeitweise die höchsten Reziprozitätszölle von den Vereinigten Staaten erhielt.

Ein weiteres Risiko entstand, als Trump Jerome Powell, den Vorsitzenden der Federal Reserve, für das Ausbleiben von Zinssenkungen angriff. Diese Krise eskalierte Ende des vergangenen Jahres, als das Justizministerium Vorladungen an die Federal Reserve schickte. Trumps Versuche, Lisa Cook zu entfernen, blieben ebenfalls erfolglos.

Zuletzt stieg die Nachfrage nach dem Schweizer Franken, nachdem Trump und Benjamin Netanyahu einen Angriff gegen den Iran gestartet hatten und behaupteten, das Land plane die Entwicklung von Kernwaffen und möglicherweise Angriffe auf die Vereinigten Staaten.

Die SNB skizziert Maßnahmen zur Eindämmung der starken Währung 

Die Paare USD/CHF und EUR/CHF stehen im Fokus, wenn die Schweizerische Nationalbank ihre Zinsentscheidung bekannt gibt und dabei einige Maßnahmen hervorhebt, mit denen sie die Stärke des Franken dämpfen will.

Ein starker Franken wirkt sich normalerweise negativ auf die Schweizer Wirtschaft aus, da er die Exporte verteuert. Das ist wichtig, da die Schweiz überwiegend exportorientiert ist und Waren im Wert von über $287 billion pro Jahr verkauft. Die Importe stiegen auf $232 billion.

Analysten erwarten, dass die SNB die Zinsen unverändert bei 0% belässt, wo sie in den vergangenen Monaten lagen. Sie hatte die Zinsen von einem Hoch von 1,75% im Jahr 2024 gesenkt, und Analysten vermuten, dass die Bank in diesem Jahr eine Verlagerung in den negativen Bereich erwägen könnte.

Zinsentscheidung der Federal Reserve 

Der nächste wichtige Auslöser für den USD/CHF wird die bevorstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve sein, die am Mittwoch veröffentlicht wird.

Ökonomen gehen davon aus, dass die Bank die Zinsen unverändert zwischen 3.50% und 3.75% belassen wird, während sie mit wachsenden Stagflationssorgen kämpft. Es wird erwartet, dass die Inflation weiter steigt, da Energie-, Dünger- und Versandkosten im Zuge des anhaltenden Iran-Kriegs weiter zunehmen.

Gleichzeitig hat das Wirtschaftswachstum des Landes in diesem Jahr weitgehend stagniert, während der Arbeitsmarkt unter Druck steht: Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,4% und im Februar gingen über 92k Arbeitsplätze verloren.

EUR/CHF technische Analyse 

EUR/CHF-Chart | Quelle: TradingView 

Der Dreitages-Chart zeigt, dass der EUR/CHF-Wechselkurs weiterhin in einem Bärenmarkt ist, da Anleger den Schweizer Franken dem Euro vorziehen.

Er fiel unter die wichtige Unterstützungsmarke bei 0.9200, sein Tiefpunkt im Juli und November 2024 sowie im April und November des vergangenen Jahres. Das Unterschreiten dieses Niveaus bestätigte die bärische Perspektive.

Das Paar liegt weiterhin unter allen gleitenden Durchschnitten. Zuletzt bildete es eine kleine Hammer-Kerze, die häufig auf eine Umkehr hindeutet.

Daher könnte das Paar vorübergehend steigen, da die Bullen das Widerstandsniveau bei 0.9210 anvisieren, was ein Ausbruch‑und‑Retest‑Muster bestätigen würde und oft zu weiterer Abwärtsbewegung führt.

USD/CHF technische Analyse 

USD/CHF-Chart | Quelle: TradingView 

Der Dreitages-Chart zeigt, dass das Paar USD/CHF weiterhin in einem Bärenmarkt liegt und sich nahe seinem Jahrestief bewegt. Es notiert bei 0.7833, leicht über dem Jahres-Tief von 0.7600.

Das Paar liegt unter allen seinen gleitenden Durchschnitten und dem Supertrend-Indikator. Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass das USD/CHF-Paar weiter fällt, da die Marktrisiken in Trumps Ära weiter zunehmen werden.

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