Die EOS-Aktie zeichnet sich im bisherigen Jahresverlauf durch extreme Kursschwankungen aus. Dabei bewegte sich der Kurs überwiegend in einer Range zwischen 4 und 7 €. Am Dienstag notiert die Aktie aktuell bei etwa 6,20 €. Damit stellt sich die Frage: Lohnt sich auf dem aktuellen Kursniveau ein Einstieg?
Restrukturierung abgeschlossen
Das Unternehmen befand sich in einem dreijährigen Transformationsprozess. Dabei wandelte sich EOS vom reinen Zulieferer zu einem Anbieter integrierter Verteidigungssysteme.
Mittlerweile ist dieser Prozess weitgehend abgeschlossen. Die strategischen Kernbereiche sind nun die Drohnenabwehr, Hochenergielaser und die Weltraumüberwachung. Geschäftseinheiten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, wurden verkauft.
Damit ist die Grundlage für die nächste Wachstumsphase geschaffen.
Drohnenabwehr-Geschäft ausgebaut
Um das Kerngeschäft weiter auszubauen, übernahm EOS das Militärgeschäft des europäischen Unternehmens MARSS Group.
MARSS verfügt über eine moderne, KI-gestützte Technologie zur Drohnenabwehr. Mithilfe leistungsfähiger Sensoren können Drohnen erkannt und ihre Flugbahnen berechnet werden. Anschließend können geeignete Abwehrmaßnahmen eingeleitet werden. Kernstück der Technologie ist das NiDAR-System.
Zusammen mit der bereits vorhandenen Technologie von EOS entsteht damit ein leistungsfähiger Anbieter im Bereich der Drohnenabwehr. EOS will sich durch die Übernahme zunehmend zu einem Komplettanbieter beziehungsweise Systemhaus entwickeln.
Neben Abwehrtechnologien auf Basis von Kanonen und Lasern kommt nun ein weiterer wichtiger Baustein hinzu.
Wachstumsdynamik beschleunigt sich
Das Geschäft mit der Drohnenabwehr erlebt derzeit einen massiven Aufschwung. Die aktuellen militärischen Konflikte zeigen deutlich, dass Drohnen und entsprechende Abwehrsysteme eine immer wichtigere Rolle spielen.
Dementsprechend investieren viele Länder erheblich in diese Technologien. Von dieser Entwicklung ist auch der aktuelle Halbjahresbericht geprägt.
Der Umsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 283% auf 168,8 Millionen AU$. Die Bereiche Drohnenabwehr und ferngesteuerte Waffensysteme entwickelten sich dabei zu den wichtigsten Wachstumstreibern.
Beim bereinigten EBITDA wurde aus einem Verlust im Vorjahreszeitraum ein Gewinn von 21,6 Millionen AU$.
Unter dem Strich fiel zwar weiterhin ein Verlust von 32,9 Millionen AU$ an, dieser verringerte sich jedoch deutlich. Belastend wirkten sich vor allem hohe Einmalkosten aus.
Besonders hervorzuheben ist der hohe Auftragsbestand, der zum Ende des Berichtszeitraums bei 846 Millionen AU$ lag.
Aufgrund der bisherigen Geschäftsentwicklung und der hohen Auftragslage wurde die Umsatzprognose erneut angehoben. Für das Gesamtjahr erwartet EOS nun einen Umsatz zwischen 360 und 400 Millionen AU$.
Bewertung
Nach dem weitgehenden Abschluss der Transformation tritt das Unternehmen nun zunehmend in eine neue Wachstumsphase ein.
Mit seinem Kerngeschäft, insbesondere im Bereich der Drohnenabwehr, trifft EOS einen zentralen Bereich der aktuellen weltweiten militärischen Aufrüstung.
Auch die strategische Ausrichtung auf Europa gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Verlegung des Hauptsitzes nach Nizza zeigt, dass der europäische Markt für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen dürfte.
Durch die Übernahme von MARSS erweitert EOS zudem sein Technologieportfolio und kann künftig umfassendere Lösungen im Bereich der Drohnenabwehr anbieten.
Entscheidend wird nun sein, ob es dem Unternehmen gelingt, das starke Umsatzwachstum dauerhaft in eine nachhaltige Profitabilität zu überführen.
Aus meiner Sicht zeigt die abgeschlossene Transformation bereits erste deutliche Erfolge. Diese positive Entwicklung dürfte sich in den kommenden Quartalen fortsetzen.
Allerdings ist in dem starken Kursanstieg seit Jahresbeginn bereits viel Positives eingepreist.
Vor diesem Hintergrund halte ich das kurzfristige weitere Kurspotenzial zunächst für begrenzt. Die aktuelle Marktbewertung erscheint im Verhältnis zur bisherigen Ertragskraft ambitioniert.
Zudem rechne ich weiterhin mit einem sehr volatilen Kursverlauf.
Hier sei erwähnt: Die nächste Rüstungsspirale wird durch Rohstoffe angetrieben – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Aktien, die massiv vom Trend profitieren werden.
Electro Optic Systems in Kürze
- Electro Optic Systems Holdings (WKN: 580850), kurz EOS, entwickelt und produziert Produkte mit fortschrittlichen elektrooptischen Technologien für die Luft- und Raumfahrt sowie für die Verteidigung.
- Das Segment Raumfahrtsysteme entwickelt Bodenprodukte für den australischen und internationalen Raumfahrtmarkt. Das Segment Verteidigungssysteme entwickelt, fertigt und vertreibt fortschrittliche Feuerleit-, Überwachungs- und Waffensysteme für zugelassene Militärkunden.
- Der Hauptsitz ist im australischen Symonston sowie in Nizza. Die Produkte werden weltweit vertrieben.
- In Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,4 Milliarden €.
The post EOS-Aktie: Beginnt jetzt eine neue Ära? first appeared on sharedeals.de.