
Kryptowährungen machen nur einen kleinen Teil der illegalen Transaktionen aus, so ein Chainalysis-Manager. In diesem Bereich dominieren weiterhin traditionelle Währungen.
Jim Lee, weltweiter Leiter für Kapazitätsaufbau und ehemaliger Leiter der Kriminalpolizei der US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS), argumentierte im Rahmen des Yahoo Finance Future Focus, dass die Wahrnehmung, Kryptowährungen seien gleichbedeutend mit kriminellen Aktivitäten, unzutreffend sei.
Bargeld schlägt Krypto
Laut dem Geschäftsführer ist „Bargeld immer noch König“, da die Blockchain-Technologie „transparent“ sei. Infolgedessen können Betrüger illegale Gelder nicht so einfach waschen wie mit Fiat-Währungen.
Da die Mehrheit der Blockchain-Netzwerke öffentlich ist, können Strafverfolgungsbehörden Kryptogelder bis zu ihrer Quelle zurückverfolgen, indem sie Muster erkennen, die auf illegale Aktivitäten hinweisen könnten.
Die meisten Transaktionen sind pseudonymisierter Natur. Dies bedeutet, dass die Identitäten der beteiligten Parteien zwar in der Blockchain aufgezeichnet und öffentlich sichtbar sind, jedoch nicht direkt mit ihrer realen Identität verknüpft sind.
Mithilfe zusätzlicher Daten und eingehender Analysen können diese Transaktionen jedoch den Tätern zugeordnet werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Festnahme von Rui-Siang Lin, der angeklagt wurde, den Incognito Market, einen Darknet-Drogenbasar, betrieben zu haben.
Dem Federal Bureau of Investigation (FBI) gelang es, mit der Plattform verbundene Transaktionen über ein von ihm kontrolliertes Börsenkonto bis zu Lin zurückzuverfolgen.
Aus diesem Grund wünscht sich der Chainalysis-Manager, dass „im Bereich Kryptowährungen alles aus krimineller Sicht geschieht“.
Trotz der Vorteile der Blockchain räumte Lee ein, dass Betrüger weiterhin Innovationen im Kryptowährungsraum ausnutzen, um Investoren ins Visier zu nehmen.
Ein solches Tool, das Kriminelle häufig nutzen, sind Kryptowährungsmixer. Diese Plattformen helfen dabei, Transaktionen zu verschleiern, indem sie Kryptowährungen mehrerer Benutzer zusammenfassen und dann neu verteilen.
Krypto-Mixer wurden wegen ihrer möglichen Verwendung für kriminelle Aktivitäten kritisiert. Einige Befürworter wie Vitalik Buterin glauben jedoch, dass sie ein Tool zur Verbesserung der Privatsphäre sind.
Innovativer Ansatz zur Bekämpfung von Kryptokriminalität
In seiner Rede betonte Lee auch, dass Betrug bei Initial Coin Offerings (ICOs) derzeit die größte Bedrohung im Krypto-Bereich darstellt, und warnte:
In einem Markt, der boomt, möchte jeder schnell reich werden und viele sehen darin eine Möglichkeit, aber auch kriminelle Elemente tun das.
Solche Aktivitäten schaden der Glaubwürdigkeit der Kryptowährung, wenn sie in großem Maßstab durchgeführt werden, so der Chainalysis-Manager.
Lee erinnerte an Fälle wie den Zusammenbruch von Hydra, einem der weltweit größten Darknet-Marktplätze, und das harte Vorgehen gegen die Kinderpornografie-Website Welcome to Video (WTV), auf der Benutzer Inhalte mit Bitcoins kaufen konnten.
Er fügte hinzu, dass Chanalysis im Fall von WTV dabei geholfen habe, die Transaktionen zu verfolgen und den Marktadministrator zu identifizieren.
Unterdessen konnte das Unternehmen bei dem Angriff auf die Kryptobörse Bitfinex auch3,6 Milliarden Dollar von Hackern erbeuten.
Anhand dieses Beispiels betonte Lee, dass die von Plattformen wie Chainalysis entwickelten Tools für Transparenz und Rückverfolgbarkeit sorgen, was für die moderne Strafverfolgung von entscheidender Bedeutung ist.
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