Die DroneShield-Aktie bricht am Mittwochvormittag um -8% ein. Zwischenzeitlich sackt der Kurs des australischen Drohnenawbehrspezialisten sogar zweistellig ab. Was steckt hinter dem plötzlichen Kursrückgang und wie sollten Anleger darauf reagieren?
Köpferollen in der Chefetage
Es ist ein Paukenschlag, den ich bereits vor Monaten vorhersagte. Die Führungsspitze von DroneShield muss gehen.
Wie das Unternehmen heute Morgen mitteilte, werden sowohl CEO Oleg Vornik als auch Chairman Peter James das Unternehmen verlassen und sich bei der kommenden Hauptversammlung von DroneShield nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Neuer Vorstandsvorsitzender des Rüstungstechnologieunternehmens soll der bisherige Chief Product Officer Angus Bean werden.
Bean ist ein Unternehmensveteran. Er ist bereits seit zehn Jahren an Bord und ist einer der Chefarchitekten der Anti-Drohnen-Technologie von DroneShield.
Das Insider-Trading im Wert von rund 70 Millionen AU$ im Herbst brach Vornik und James letztlich das Genick. Der Verkauf ihrer Aktien löste eine gewaltige Vertrauenskrise an der Börse aus, von der sich die DroneShield-Aktie bis heute nicht vollständig erholt hat.
Mich wundert es, dass es so lange gedauert hat, diese Personalentscheidung zu treffen. Manager, die völlig unangekündigt ihre Unternehmensanteile versilbern (vor allem bei einem recht jungen Unternehmen wie DroneShield) sind meiner Meinung nach überhaupt nicht tragbar.
Trotzdem reagiert die Börse skeptisch auf das Köpferollen in der Chefetage, wie die heutige negative Kursreaktion der DroneShield-Aktie zeigt. Solch abrupten Wechsel an der Spitze – besonders wenn Vorstand und Aufsichtsrat gleichzeitig betroffen sind – lösen am Markt massive Unsicherheit aus. Anleger fürchten (möglicherweise zu Recht), dass „etwas im Argen liegt“, wenn beide Kapitäne gleichzeitig das Schiff verlassen.
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Kurs auf das 3-Monatstief
Durch den heutigen Kursrückgang trübt sich das Chartbild der DroneShield-Aktie wieder ein. Zuletzt konnte der Rüstungstitel den Widerstand bei knapp über 2,50 € nicht überwinden. Die Aktie nimmt nun wieder Kurs auf das 3-Monatstief bei 1,80 €.
Mehr Chance als Risiko
Ich sehe den Führungswechsel bei DroneShield eher als Chance denn als Risiko und rate Anlegern weiterhin zum Kauf der Aktie. Der heutige Kursrückgang ist in meinen Augen eine gute Gelegenheit, sich die DroneShield-Aktie ins Depot zu legen.
Meiner Einschätzung nach werden Chefwechsel von der Börse in der Regel überbewertet. Die wenigsten Unternehmen sind abhängig von einer oder zwei Person(en). Ich kann mir nicht vorstellen, dass der neue CEO und der noch zu bestimmende neue Chairman die Erfolgsgeschichte von DroneShield nicht weiter schreiben können.
Die operative Entwicklung des Anti-Drohnen-Systemherstellers ist nach wie vor phänomenal gut. Im ersten Quartal schoss der Umsatz um 87% im Jahresvergleich auf 63 Millionen AU$ hoch. Für das laufende Jahr sitzt DroneShield bereits auf einem Auftragsberg mit einem Volumen von 140 Millionen AU$.
Die Australier haben inzwischen den Sprung auf den europäischen Markt geschafft, der neben den USA der zweitwichtigste Rüstungsmarkt für sie ist. Zudem verfolgt das Unternehmen einen offenen Ansatz, um möglichst viele verschiedene Radarsysteme mit seiner Drohnenerkennungs- und -abwehrtechnologie zu verknüpfen.
Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat gezeigt, wie essenziell die Drohnenabwehr heutzutage zum Schutz der militärischen und zivilen Infrastruktur ist. Ich gehe davon aus, dass der Konflikt zwischen Israel und den USA mit dem Iran trotz der vereinbarten Waffenruhe noch lange nicht zu Ende ist. Die Auftragsbücher von DroneShield werden sich weiter füllen.
Zum Schluss erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.
DroneShield in Kürze
- DroneShield (WKN: A2DMAA) ist ein Rüstungsunternehmen, das sich auf RF-Sensorik, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Sensorfusion, elektronische Kriegsführung, Rapid Prototyping und MIL-SPEC-Herstellung konzentriert. Die Systeme DroneShield werden vor allem zum Schutz vor feindlichen Drohnen eingesetzt.
- Das Unternehmen hat seinen Sitz in Sydney in Australien und in Warrenton im US-Bundesstaat Virginia.
- Die Hauptbörse ist die australische ASX-Börse, in Deutschland ist sie über TRADEGATE handelbar. Der Unternehmenswert beträgt rund 3,2 Milliarden AU$.
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