Micron Technology

Der Roundhill Memory ETF (DRAM) sackte vorbörslich um über 8 % ab, als die Volatilität in der Branche zunahm. Er fiel auf $937 und liegt damit 25 % unter seinem diesjährigen Höchststand. 

SK Hynix-Aktie stürzte in Südkorea ab

Der DRAM-ETF ist ein vergleichsweise neuer Fonds, der im April aufgelegt wurde, um Anlegern ein Engagement in der boomenden Speicherbranche zu ermöglichen. Er setzt sich aus den größten Namen der Branche zusammen, darunter das südkoreanische Samsung und SK Hynix. 

Der DRAM-ETF gehört zu den erfolgreichsten ETF-Neuemissionen überhaupt: Das verwaltete Vermögen stieg in drei Monaten auf über 24 Mrd. $. Dieser Anstieg erfolgte, da die Nachfrage nach Speicherprodukten im Zuge des anhaltenden KI-Booms weiter zunahm.

Der ETF fällt heute, nachdem SK Hynix-Aktie in Südkorea um mehr als 15 % eingebrochen ist. Es war die bislang schlechteste Tagesperformance und ein Zeichen dafür, dass Investoren nach den jüngsten Kursgewinnen Gewinne mitnehmen, während sich der Titel auf das US-Debüt zubewegte.

Die Aktie von Samsung Electronics fiel um über 10 %, da das Sentiment in der Branche nachließ. Ein ähnlicher Trend zeigte sich in Japan, wo Kioxia Holdings um mehr als 12 % nachgab.

Auch die meisten US-amerikanischen Speicheraktien befinden sich im freien Fall: Micron verlor im vorbörslichen Handel 4 %, die Aktie von SanDisk stürzte um über 4,6 % ab, Seagate Technology gab 3,45 % nach und Western Digital verlor 4,7 %. Die meisten dieser Titel liegen damit mehr als 10 % unter ihrem diesjährigen Höchststand.

Der DRAM-ETF ist aufgrund seiner Zusammensetzung stark von der Krise betroffen. Laut Website des Fonds entfallen 25,55 % auf Samsung, Micron Technology kommt auf 24,8 % und SK Hynix auf 23,60 %. Diese Unternehmen machen zusammen rund 74 % des Fonds aus; weitere 14 % sind in einem offenen Geldmarktfonds investiert. 

Speicherhersteller wachsen weiter

Dennoch sind die Fundamentaldaten dieser Unternehmen weiterhin solide: Die meisten melden starkes Umsatz- und Ergebniswachstum. In seinem jüngsten Ergebnisbericht teilte Micron mit, dass der Umsatz um 300 % auf über 40 Mrd. $ gestiegen sei; das Management erwartet für das vierte Fiskalquartal einen Umsatz von 50 Mrd. $. 

Auch Samsung Electronics veröffentlichte letzte Woche starke Zahlen: Umsatz und Gewinn zogen im letzten Quartal deutlich an. Das operative Ergebnis stieg auf 58,5 Mrd. $, der Umsatz erreichte 112 Mrd. $.

Weitere Speicherfirmen dürften in den kommenden Wochen hohe Ergebnisse vorlegen. So zeigen Daten von Yahoo Finance, dass für Micron ein Umsatz von 50,76 Mrd. $ erwartet wird, ein Anstieg von 348 % im Jahresvergleich. Der Jahresumsatz dürfte um 246 % auf 129 Mrd. $ klettern.

Für SanDisk wird ein Jahresumsatz von rund 20 Mrd. $ erwartet, ein Plus von 168 % im Jahresvergleich, während die Kennzahl von Western Digital über 12,87 Mrd. $ liegen soll. Auch die Margen dürften aufgrund steigender Speicherpreise in den USA und anderen Ländern zulegen.

Daher fallen diese Aktien aus Angst, dass die Ausgaben für Speicher ihren Höhepunkt erreichen könnten. Zudem nehmen Händler Gewinnmitnahmen vor, da sich viele dieser Titel in diesem Jahr mehr als verdoppelt haben.

Technische Analyse des DRAM-ETF deutet auf weitere Schwäche hin

DRAM ETF

DRAM-Chart | Quelle: TradingView

Der 4-Stunden-Chart zeigt, dass DRAM in den letzten Tagen gefallen ist und dieser Trend kurzfristig anhalten könnte. Es bildete sich eine Kopf-Schulter-Formation, ein übliches bärisches Umkehrsignal in der technischen Analyse. Der Kurs fiel unter die Nackenlinie dieser Formation und unter den 50-Perioden-Durchschnitt.

Daher wird der Fonds voraussichtlich weiter fallen, möglicherweise bis zur psychologischen Marke von 50 $. Ein Unterschreiten dieses Niveaus würde weiteres Abwärtspotenzial signalisieren, möglicherweise bis auf 45 $.

The post DRAM: Warum dieser SK Hynix-, Micron- und Samsung-ETF heute fällt appeared first on Invezz