
Der Roundhill Memory ETF (DRAM) ist in diesem Jahr zum heißesten Fonds in den USA geworden.
Seit dem Start im April ist er um über 80 % gestiegen und hat fast 10 Mrd. US‑$ an verwaltetem Vermögen (AUM) angezogen.
Seit seinem Start verzeichnet er wöchentlich Zuflüsse, da Anleger in die diesjährigen größten Gewinner am Aktienmarkt investieren.
DRAM‑ETF wächst phänomenal im FOMO‑Umfeld
Der Roundhill Memory ETF, mit einer Gesamtkostenquote von 0,65 %, läuft auf Hochtouren, und das ist leicht nachzuvollziehen. Er bildet einige der in diesem Jahr weltweit besten Performer ab.

Laut seiner Website ist SK Hynix, der südkoreanische Konzern, mit einem Anteil von 28 % der größte Bestandteil des Fonds.
Es folgt Micron, der führende Akteur in den DRAM‑ und NAND‑Segmenten, mit einem Anteil von 26 %.
Samsung Electronics, das kürzlich eine Marktkapitalisierung von 1 Billion US‑$ erreichte, hält 20 %.
Die weiteren kleineren Fondsbestandteile sind Unternehmen wie Kioxia, Sandisk, Seagate, Western Digital, Nanya Technology und Winbond Electronics.
All diese Unternehmen gehören zu den diesjährigen stärksten Gewinnern. SK Hynix ist in diesem Jahr um 177 % gestiegen und in den letzten 12 Monaten um über 770 %.
Micron legte in diesem Jahr um 162 % zu, während Samsung Electronics um 124 % zulegte. Besonders bemerkenswert: SanDisk stieg in diesem Jahr um 465 %.
Die anhaltende Nachfrage nach dem DRAM‑ETF entsteht also, weil Anleger der Rallye im Zuge des AI‑Booms hinterherlaufen.
Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Speicher und anderen Chips in den kommenden Jahren weiter steigen wird, da Unternehmen ihre Ausgaben für KI erhöhen.
Die größten US‑Konzerne deuteten an, in diesem Jahr bis zu 725 Mrd. US‑$ auszugeben.
Gleichzeitig haben diese Unternehmen zuletzt starke Ergebnisse veröffentlicht.
Beispielsweise zeigten die jüngsten Zahlen von SK Hynix, dass der Umsatz um 198 % im Jahresvergleich stieg, während der Nettogewinn um 165 % zulegte.
Das Management hat zudem seine Prognose nach oben angepasst und wies auf eine höhere Nachfrage hin.
Die Ergebnisse von Micron zeigten, dass der Umsatz auf über 23 Mrd. US‑$ stieg, deutlich mehr als die 8 Mrd. US‑$, die im gleichen Zeitraum des Vorjahres erzielt wurden.
Auch die anderen Unternehmen im DRAM‑Universum veröffentlichten starke Zahlen und hoben ihre Schätzungen an.
Wie geht es mit dem DRAM‑Papier weiter?
Der Kurs des DRAM‑ETF könnte in diesem Jahr weiter steigen, da die jeweiligen Aktien vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage zulegen.
Die meisten Analysten raten generell davon ab, sich gegen den Trend zu stellen, insbesondere in Phasen extremer Übertreibung.
Es gibt auch keinerlei Hinweise darauf, dass die Speichernachfrage nachlässt. Tatsächlich zeigen die in diesem Jahr veröffentlichten Berichte, dass die Branche weiterhin auf Hochtouren läuft, da die Unternehmen nicht über ausreichende Kapazitäten verfügen, um die Nachfrage zu befriedigen.
Langfristig besteht jedoch das Risiko, dass der ETF wieder dreht, da mehrere Risiken bestehen.
Das erste große Risiko ist die Konzentration: Drei Unternehmen machen 75 % des gesamten Fonds aus.
Das ist riskant, weil ein Rückgang bei einem dieser Werte negative Auswirkungen auf den gesamten Fonds hätte.
Es besteht außerdem das Risiko, dass der ETF stark überbewertet ist, da einige dieser Unternehmen zu erhöhten Bewertungsmultiplikatoren gehandelt werden.
Wichtig ist auch: Die Geschichte zeigt, dass FOMO‑Phasen selten gut enden.
Das sah man deutlich während der Meme‑Stock‑Phase 2021, als viele Anleger in Unternehmen wie GameStop, AMC und ContextLogic, die Muttergesellschaft von Wish.com, strömten. All diese Aktien sind seit ihren damaligen Höchstständen deutlich gefallen.
Diese Sichtweise wird häufig anhand der Dow‑Theorie und der Wyckoff‑Theorie erklärt.
Diese Theorien besagen, dass Finanzwerte verschiedene Phasen durchlaufen, wobei die aktuelle Phase eine Aufwärtsbewegung (Markup) ist.
Es folgen typischerweise die Distribution‑ und Mark‑down‑Phasen, die durch Panikverkäufe der Anleger gekennzeichnet sind.
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