Die Aktie der britischen Domino’s Pizza Group plc – nicht zu verwechseln mit der ebenfalls börsennotierten amerikanischen Domino’s Pizza, Inc. – steht seit einiger Zeit unter Druck. Trotz schwacher Konsumstimmung und steigender Kosten signalisiert die Bewertung inzwischen ein Niveau, das langfristig orientierte Investoren aufmerksam werden lässt.
Während kurzfristige Belastungen das Geschäft bremsen, bleibt die Marktstellung des Unternehmens im britischen Pizza-Liefersegment stark. Die Kombination aus niedriger Bewertung und Dividendenrendite rückt die Aktie erneut in den Blickpunkt.
Tipp: Sichere Dir mit unserem kostenlosen Report „3 Top-Picks 2026“ jetzt die Aktien-Überflieger des Jahres!
Belastungen durch Kostenanstieg und Konsumschwäche
Für Domino’s Pizza reißen die Herausforderungen nicht ab. Bereits vor den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten litt das Unternehmen unter steigenden Kosten und einer zurückhaltenden Nachfrage der Verbraucher. Die Aussicht auf stark steigende Energiepreise verschärft die Lage zusätzlich.
Diese Rahmenbedingungen spiegeln sich auch in der Kursentwicklung wider. Seit Herbst hat die Aktie deutlich an Wert verloren und bewegt sich inzwischen in der Nähe eines Tiefstands der vergangenen zehn Jahre.
Trotz der schwierigen Situation handelt es sich jedoch um ein branchenweites Problem. Die Schwierigkeiten betreffen nicht speziell die Marke selbst, sondern den gesamten Markt für Liefer- und Takeaway-Speisen.
Rückläufige Bestellmengen belasten das operative Geschäft
Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2025 brachte zumindest eine gewisse Stabilisierung, nachdem die Prognose zuvor gesenkt worden war. Das bereinigte EBITDA lag mit rund 133 Millionen Pfund im erwarteten Korridor zwischen 130 und 140 Millionen Pfund. Im Jahresvergleich entspricht dies dennoch einem Rückgang von etwa sieben Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank sogar um knapp 14 Prozent.
Ein zentraler Grund liegt im Geschäftsmodell. Die Gesellschaft besitzt die Master-Franchise-Rechte der Marke Domino’s im Vereinigten Königreich und in Irland. Franchisenehmer zahlen fünf bis sechs Prozent ihres Filialumsatzes an das Unternehmen. Etwa die Hälfte dieser Einnahmen wird an den Markeninhaber Domino’s Pizza, Inc. weitergereicht.
Der Großteil des operativen Ergebnisses entsteht jedoch nicht aus Lizenzgebühren, sondern aus dem Verkauf von Zutaten und Verpackungsmaterial an die Franchisebetriebe. Dieses Modell macht die Bestellmenge wichtiger als den Umsatz der einzelnen Filiale.
Steigende Preise können zwar den Systemumsatz erhöhen, führen jedoch nicht automatisch zu höheren Liefermengen von Teig, Belägen oder Verpackungen. Genau dieser Effekt zeigte sich zuletzt deutlich. Der Systemumsatz stieg im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent, allerdings hauptsächlich aufgrund einer Preiserhöhung von rund vier Prozent. Gleichzeitig sanken die Bestellmengen um 2,5 Prozent.
Die Folge: Obwohl die Filialen nominal höhere Umsätze erzielten, ging der Umsatz der Lieferkette um vier Prozent zurück. Das EBITDA sank dadurch sogar um acht Prozent.
Sinkende Gewinne der Franchisepartner bremsen Expansion
Auch die Expansion des Filialnetzes gerät durch das schwierige wirtschaftliche Umfeld ins Stocken. Wenn Gewinne stagnieren oder sinken, investieren Franchisenehmer weniger in neue Standorte.
Ende 2025 verfügte das Unternehmen über 1.399 Filialen. Das entspricht einem Wachstum von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, allerdings mit deutlich geringerer Dynamik als noch 2024.
Besonders belastend war im vergangenen Jahr die Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung im Vereinigten Königreich. Gleichzeitig wurde der Schwellenwert gesenkt, ab dem diese Abgabe fällig wird, während auch der gesetzliche Mindestlohn anstieg.
Interne Berechnungen gingen zunächst davon aus, dass diese Maßnahmen eine Belastung von rund 36.000 Pfund pro Filiale bedeuten könnten. Das hätte mehr als ein Fünftel des durchschnittlichen Filial-EBITDA des Vorjahres aufgezehrt. Zwar gelang es dem Unternehmen gemeinsam mit seinen Partnern, einen Großteil dieser Belastung abzufedern, dennoch sank das durchschnittliche EBITDA pro Standort um 3,5 Prozent auf rund 162.000 Pfund.
Ursprünglich war geplant, bis 2033 rund 2.000 Filialen zu betreiben. Aufgrund der konjunkturellen Unsicherheiten wird dieses Ziel nun wahrscheinlich später erreicht.
Starke Marktstellung trotz schwierigem Umfeld
Neben den Herausforderungen gibt es jedoch auch positive Entwicklungen. Der Rückgang betrifft nicht nur das Unternehmen selbst. Der britische Markt für Takeaway-Speisen schrumpfte im Jahr 2025 um rund 4,6 Prozent. Der Markt für Pizza-Lieferdienste ging sogar um fast zwölf Prozent zurück.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Entwicklung des Unternehmens vergleichsweise robust.
Ein weiterer Vorteil ist die operative Effizienz. Die durchschnittliche Lieferzeit konnte erneut reduziert werden. Schnellere Lieferungen erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit erheblich, da Kunden ihre Bestellungen deutlich schneller erhalten als bei vielen Konkurrenten.
Diese operative Stärke zeigt sich auch im Marktanteil. Das Unternehmen kontrolliert inzwischen mehr als die Hälfte des britischen Pizza-Liefermarkts. Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil um rund 7,5 Prozentpunkte auf 52,6 Prozent.
Auch für Franchisenehmer bleibt das Geschäftsmodell attraktiv. Eine typische Domino’s-Filiale benötigt weniger Investitionen als klassische Fast-Food-Restaurants. Küchen sind einfacher aufgebaut, und Sitzplätze spielen kaum eine Rolle. Dadurch bleiben die Anfangsinvestitionen vergleichsweise niedrig.
Bei geschätzten Investitionskosten von etwa 300.000 Pfund und einem durchschnittlichen EBITDA von rund 160.000 Pfund ergibt sich eine sehr hohe Kapitalrendite für Betreiber. Diese Wirtschaftlichkeit dürfte langfristig weiterhin Anreize für die Expansion schaffen.
Auch auf Unternehmensebene ist das Geschäft profitabel. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen etwa 133 Millionen Pfund EBITDA bei Investitionen von rund 24 Millionen Pfund. Die Bilanz weist lediglich rund 200 Millionen Pfund an materiellen Vermögenswerten aus.
Die Verschuldung bleibt ebenfalls moderat. Die Nettoschulden beliefen sich Ende des Jahres auf rund 285 Millionen Pfund, was etwa dem 2,25-Fachen des EBITDA entspricht.
Niedrige Bewertung und hohe Dividendenrendite
Die aktuelle Bewertung spiegelt die schwierige Lage bereits deutlich wider. Die Aktie wird derzeit etwa mit dem Zehnfachen des bereinigten Gewinns je Aktie bewertet. Historische Daten zeigen, dass dieses Niveau ungefähr 50 Prozent unter dem durchschnittlichen Bewertungsniveau der vergangenen zehn Jahre liegt.
Auch bei der Dividende zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Auf Basis der letzten Ausschüttung ergibt sich derzeit eine Rendite von rund 6,5 Prozent und damit deutlich mehr als im langfristigen Durchschnitt.
Die Aktie befindet sich damit klar im Bereich klassischer Substanzwerte. Kurzfristig bleiben die Herausforderungen bestehen, doch langfristig könnte sich die Kombination aus Marktdominanz, stabilen Cashflows und niedriger Bewertung als attraktiv erweisen.
Sobald sich das makroökonomische Umfeld verbessert, dürfte das Unternehmen wieder von steigenden Gewinnen profitieren. In Verbindung mit einer möglichen Neubewertung der Aktie und einer bereits hohen Dividendenrendite ergeben sich damit deutlich bessere Perspektiven für langfristige Gesamterträge, als es die jüngste Kursentwicklung vermuten lässt.
Tipp: Werde jetzt Mitglied bei sharedealsPlus und profitiere von wahren Börsenstars!
The post Domino’s Pizza Group: 6,5% Pizza-Dividende first appeared on sharedeals.de.