
Der Aktienkurs von DocuSign fiel am Freitag um fast 6%, nachdem Citi-Analysten das Unternehmen und andere populäre Softwarefirmen herabgestuft hatten. DOCU ist damit vom Allzeithoch von $324 im Jahr 2021 auf $42 gefallen. Ist das also ein Schnäppchen oder eine Value‑Falle?
Citi stuft DocuSign-Aktie herab
In einem Kundenbericht stuften Citigroup-Analysten DocuSign sowie andere Softwarefirmen wie SimilarWeb, Autodesk und Veeva Systems herab.
Obwohl Citi zugab, dass es sich um gute Unternehmen handelt, warnten die Analysten, dass es in absehbarer Zeit keinen unmittelbaren Katalysator gebe. Sie fügten hinzu:
„Dieser selektivere Ansatz würde es uns erlauben, bei unseren Ratings agiler zu reagieren, sollte sich eine Beschleunigung durch KI abzeichnen.“
In seinem Bericht senkte Citi das Kursziel von $99 auf $50. Auch andere Wall‑Street‑Analysten haben ihr Kursziel für DOCU in diesem Jahr gekürzt; Bank of America setzte die Einstufung von „neutral“ auf „underperform“ herab und reduzierte das Kursziel auf $52.
Top‑Analysten der Wall Street, u. a. von JPMorgan, Piper Sandler, Morgan Stanley, Royal Bank of Canada und UBS, haben in diesem Jahr ebenfalls ihre Kursziele gekürzt. Folglich liegt der durchschnittliche Analystenwert nun bei $61, verglichen mit $93 vor einem Jahr.
DocuSign ist zum Schnäppchen geworden
Der anhaltende Einbruch der DocuSign‑Aktie hat sie zu einem Schnäppchen gemacht, wobei das Forward‑KGV auf nur 9,72 gefallen ist, was unter der Sektormediane von 21 und dem Fünfjahresdurchschnitt von 43 liegt. Das vorwärtsgerichtete PEG‑Verhältnis fiel auf 0,39, ebenfalls unter der Sektormediane von 1,34.
Der anhaltende Kursverfall von DOCU und die sinkende Bewertung resultieren daraus, dass das Unternehmen nach der Pandemie vor großen Herausforderungen steht. Das Umsatzwachstum ist trotz der Einführung von Intelligent Agreement Management (AIM) ins Stocken geraten.
Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass der Umsatz des Unternehmens im Jahresvergleich (YoY) um 8% auf $837 million gestiegen ist, während die Abrechnungen um 10% zunahmen.
Yahoo Finance zeigt, dass das Wachstum des Unternehmens kurzfristig angespannt bleiben dürfte: Die Ära des zweistelligen Wachstums ist beendet und es fehlen klare Katalysatoren, um diese Entwicklung wieder aufzunehmen.
Die durchschnittliche Schätzung geht davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr um 8,40% auf $3.4 billion steigt, gefolgt von 7,4% im nächsten Jahr auf $3.75 billion.
Um die Aktie zu stützen, hat das Unternehmen seine Aktienrückkäufe fortgesetzt, ein Schritt, der weiterhin das Ergebnis je Aktie (EPS) erhöht. Die ausstehenden Aktien sind von über 205.3 million in 2024 auf aktuell 197 million gesunken.
Ein möglicher Katalysator für die DocuSign‑Aktie wäre eine Übernahme, da sie als Schnäppchen gehandelt wird. Die Herausforderung ist jedoch, dass die Nachfrage nach Softwareunternehmen in den vergangenen Monaten angesichts von Befürchtungen über KI‑Disruption nachgelassen hat.
Technische Analyse des DOCU-Aktienkurses

DocuSign-Aktienchart | Quelle: TradingView
Der Wochenchart zeigt, dass der Kurs der DocuSign‑Aktie in den letzten Jahren stark gefallen ist und nun nahe seinem Allzeittief von $38.3 notiert. Er liegt unter allen gleitenden Durchschnitten, ein Zeichen dafür, dass die Bären vorerst das Sagen haben.
Die Aktie nähert sich dem Allzeittief von $38.3. Zudem hat sie ein umgekehrtes Cup‑and‑Handle‑Muster ausgebildet, ein gängiges Fortsetzungssignal in der technischen Analyse.
Daher wird die Aktie voraussichtlich weiter fallen, da Verkäufer das nächste psychologische Niveau bei $35 ins Visier nehmen; dieser Schritt wäre bestätigt, sollte sie unter das wichtige Ziel bei $40 fallen.
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