Die schweizerische Versandapotheke DocMorris setzt den Wachstumskurs weiter fort. Das gilt auch für die DocMorris-Aktie. Nach dem Kurseinbruch im Januar und Februar auf rund 4 SFR (Schweizer Franken), befindet sie sich seit Ende März in einem steilen Aufwärtstrend. Am Dienstag gewinnt sie aktuell leicht und steht bei 7,30 SFR. Was ist hier zu erwarten?
Profitabilität deutlich verbessert
Das größte Manko der Aktie ist die Profitabilität. Auf der operativen Seite wurden bisher nur hohe Verluste erzielt. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Der EBITDA-Verlust reduzierte sich von 16 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 6,3 Millionen SFR. Der Fokus liegt klar auf einer verbesserten Profitabilität.
Der Konzernumsatz stieg um 7,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 318,1 Millionen SFR. Bei dem wichtigen Rx-Segment (E-Rezept) lag das Wachstum in Deutschland bei 30,4%. Das Non-Rx-Geschäft legte um 6,5% zu. Das Digitalgeschäft, hierzu gehört auch die Tochter TeleClinic, verbesserte sich um 63%.
Insgesamt sind die Geschäftszahlen als sehr solide zu bezeichnen. Die Kundenzahl wurde auf 12,6 Millionen weiter gesteigert.
Das Unternehmen befindet sich auf einem guten Weg. Beim EBITDA soll die Gewinnschwelle in 2026 erreicht werden.
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Jahresprognose bestätigt
Der Fokus liegt klar auf einer Verbesserung des Ertrages. Beim bereinigten EBITDA soll der Verlust in einer Range von 10 bis 25 Millionen SFR liegen. Beim Umsatz steht ein Anstieg im mittleren einstelligen bis unteren zweistelligen Prozentbereich auf dem Zettel.
Die mittelfristige Prognose wurde ebenfalls beibehalten. Dann soll das jährliche Umsatzwachstum bei 15% liegen, verbunden mit einer EBITDA-Marge von 8%.
Wichtige Entscheidungen auf der Hauptversammlung
Auf der kommenden Hauptversammlung am 12. Mai dürften wichtige Weichen gestellt werden. Der Großaktionär CEPD, mit einem Anteil von 15%, will den bisherigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates durch einen eigenen Kandidaten ablösen. Zusätzlich sollen weitere der CEPD nahestehende Personen in den Aufsichtsrat einziehen.
Der Großaktionär ist mit dem bisherigen Überwachungsorgan unzufrieden und fordert einen stärkeren Einfluss auf die Geschäftspolitik. Der Vorstand und der jetzige Aufsichtsrat lehnen das Vorhaben ab und empfehlen den Aktionären, die eigenen Kandidaten zu wählen.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der bisherige Kursverlauf war die reinste Katastrophe. Seit Anfang 2024 befindet sich der Kurs im Rückwärtsgang, damals stand er bei rund 41 SFR. Der jüngste Kursanstieg könnte die Basis für einen längerfristigen Aufwärtstrend sein. Es kommt jetzt darauf an, dass die Profitabilität sich weiter verbessert.
Kurzfristig rechne ich mit einer Korrektur; mittelfristig bin ich wieder zuversichtlicher geworden und erwarte wieder zweistellige Kurse. Diese Erwartungen haben auch die Baader Bank mit ihrem Zielkurs von 10 SFR sowie Jefferies mit 12 SFR. Die UBS mit 4 SFR und die Deutsche Bank mit 5,5 SFR bleiben weiterhin vorsichtig.
Mein Fazit: Anleger sollten vor einem Einstieg erst eine Korrektur abwarten. Mittelfristig bietet die Aktie wieder Potenzial.
Hier sei erwähnt: Wer grundsätzliches Interesse am Sektor hat, könnte sich auch registrieren für den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens DocMorris. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
DocMorris in Kürze
- Die DocMorris AG (WKN: A0Q6J0) gehört zu den führenden E-Commerce-Apotheken.
- Der Hauptsitz befindet sich in der schweizerischen Stadt Frauenfeld. Das Unternehmen konzentriert sich fast ausschließlich auf den deutschen Markt.
- Die Aktie wird an der Schweizer Börse gehandelt; die Marktkapitalisierung beträgt 350 Millionen SFR.
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