Die Börsenwelt scheint besessen von KI-Start-ups, Kursraketen und spekulativen Zukunftsvisionen zu sein. Investoren laufen regelmäßig diesen und dem nächsten Hype hinterher.

Doch manchmal können auch traditionsreiche Tech-Konzerne, die auf den ersten Blick langweilig erscheinen, verlässliche Renditemaschinen sein. Das haben beispielsweise HP (WKN: 851301), IBM (WKN: 851399) und Infosys (WKN: 919969) bereits bewiesen. Sie kombinieren Stabilität mit Cashflows, die selbst klassische Dividendenjäger aufhorchen lassen. Doch auch sie gerieten zuletzt wieder unter Druck. Sie kombinieren Stabilität mit Cashflows, die selbst klassische Dividendenjäger aufhorchen lassen. Doch auch sie gerieten zuletzt wieder unter Druck. Zu Unrecht?

Stabile Cashflows statt Hype – die unterschätzte Renditequelle

HP hat sich vom Drucker-Dinosaurier zum Ausrüster für Hybrid Work gewandelt. PCs, Drucker und zunehmend Managed-Print-Services bilden dabei das Fundament.

Das Unternehmen profitiert vom anhaltenden Büroumbau sowie von der stabilen Nachfrage im Unternehmensbereich. Zwar wächst der Markt nur moderat, doch genau darin liegt der Vorteil: Eine stabile Nachfrage, eine hohe Markenbindung und eine konsequente Kostendisziplin sichern solide Margen.

Mit einem niedrigen KGV von 8 und einer hohen Dividendenrendite von 6,1 % wirkt die Aktie attraktiv bewertet, da der Markt das langsame Wachstum einpreist und mögliche Konjunkturrisiken im PC-Segment überbetont. Nicht zuletzt sorgten auch die hohen RAM-Preise für Kostendruck, die nicht unbedingt an die Käufer weitergegeben werden können. Und wenn ja, sollte dies die Nachfrage drücken.

IBM hat sich hingegen radikal neu erfunden. Der klassische Hardware-Gigant wandelt sich zu einem Anbieter von Cloud-, KI- und Beratungsdiensten. Insbesondere die Übernahme von Red Hat hat das Geschäftsmodell in Richtung wiederkehrender Umsätze verändert. Hybrid-Cloud ist ein attraktiver Markt, denn nicht alle Unternehmen wollen ihre sensiblen Daten bei externen Anbietern lagern.

Dennoch bleibt die Bewertung mit einem KGV von 22 erstaunlich moderat. Hintergrund könnte auch hier sein, dass Anleger dem Turnaround nur langsam vertrauen und auch das Wachstum perspektivisch hinter dem großer Anbieter liegt. Das eröffnet jedoch auch Chancen: Steigende freie Cashflows könnten die Dividende weiter stabilisieren oder sogar erhöhen.

Zuletzt sind bei IBM jedoch auch die Risiken offensichtlicher geworden. KI-Coding-Tools von Anthropic könnten die langwierige und teure Modernisierung von Legacy-Code obsolet machen – eine Haupteinnahmequelle von IBM.

Infosys aus Indien ist einer der großen Profiteure der globalen Digitalisierung. Das Unternehmen verdient mit IT-Services, Outsourcing und zunehmend mit KI-getriebenen Lösungen für Unternehmen weltweit.

Trotz des soliden Wachstums wird die Aktie häufig mit Abschlag bewertet – ein KGV von 15 war zuletzt vor Jahren so günstig. Dies ist ein Spiegelbild geopolitischer Risiken und der Abhängigkeit von globalen IT-Budgets. Ein Grund sind mittlerweile auch die bestehenden KI-Disruptionsrisiken. Aber Infosys hat IT-Consulting zum Geschäft gemacht. Neue IT-Trends wie KI können aufgegriffen und als Beratung verkauft werden.

Dividende statt Wachstum – Chance mit Sicherheitsnetz?

Die niedrigen Bewertungen dieser drei Titel sind kein Zufall. Sie alle sind in reifen oder zyklischen Märkten tätig, in denen das Wachstum nicht mehr explosiv ist. HP, IBM und Infosys stehen jedoch auch für planbare Einnahmen, eine hohe Kapitaldisziplin und attraktive Ausschüttungen.

Risiko gibt es auch bei diesen Akteuren, insbesondere durch Konjunkturabschwächungen oder Disruptionen durch neue KI-Player. Im Verhältnis zu ihrer Bewertung bieten sie jedoch etwas, das viele Tech-Aktien verloren haben bzw. nie hatten: ein Sicherheitsnetz in Form von Dividenden.

Der Artikel Dividende tot? Von wegen! Diese 3 Tech-Aktien zahlen 2026 kräftig ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.