Für viele Anleger war die Dividende der BASF-Aktie (WKN: BASF11) lange Zeit so verlässlich wie der Sonnenaufgang über Ludwigshafen. Doch in den vergangenen Jahren geriet das Geschäftsmodell des Chemieriesen unter Druck.

Hohe Energiekosten, eine schwache Industriekonjunktur in Europa sowie eine gedämpfte Nachfrage wichtiger Kundenbranchen belasteten die Ertragskraft. Trotzdem bleibt die Frage: Hält die hohe Dividende und könnte BASF schon in den kommenden Jahren wieder deutlich mehr an die Aktionäre ausschütten?

Die aktuelle Dividendenpolitik liefert da zumindest Stoff für Spekulationen. Das Unternehmen hat nämlich angekündigt, zwischen 2025 und 2028 insgesamt mindestens zwölf Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner zurückzugeben.

Die Dividende soll dabei mindestens 2,25 Euro je Aktie betragen. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde genau dieser Betrag ausgezahlt. Die Jahre davon gab es allerdings mehr.

Um ehrlich zu sein: Das sieht für mich zunächst nicht nach Dynamik aus, sondern eher nach einer knapp kalkulierten Auszahlung auf gekürzten Niveaus. Doch wenn man in die Zukunft blickt, könnte es mit etwas Glück anders kommen.

China als Joker: Kommt nach der Durststrecke die Dividenden-Überraschung?

Der entscheidende Hebel für höhere Ausschüttungen liegt nämlich nicht in Deutschland, sondern zunehmend in Asien. BASF hat über Jahre hinweg Milliarden in den neuen Verbundstandort im chinesischen Zhanjiang investiert. Sie sollten sich langfristig auszahlen und den Chemiekonzern unabhängiger von europäischen Standorten machen.

Dabei ist ein klares Dynamikpotenzial erkennbar: Sollte sich die chinesische Wirtschaft nach Jahren der Schwäche stabilisieren und die Industrieproduktion wieder stärker wachsen, könnte sich diese Großinvestition als echter Gewinnmotor erweisen. Gleichzeitig würde eine Erholung der Weltkonjunktur die Nachfrage nach Chemikalien in zahlreichen Branchen, von der Automobilindustrie bis zum Baugewerbe, ankurbeln.

Eine solche Entwicklung ist natürlich für Dividendeninvestoren interessant: Steigen die Gewinne und der freie Cashflow wieder deutlich, könnte BASF die bislang als Mindestniveau formulierten 2,25 Euro perspektivisch anheben – sogar eine Rückkehr zur Rekorddividende wäre langfristig möglich.

Doch die Risiken bleiben hoch. Eine anhaltende Wachstumsschwäche in China, geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise oder eine erneute globale Rezession lasten wie ein Damoklesschwert auf dem Unternehmen. Hinzu kommt, dass weiterhin hohe Investitionen gestemmt werden müssen, während die Verschuldung nicht ausufern darf. Dabei ist das Geschäft ist nicht nur kapitalintensiv, sondern auch zyklisch und mit hohem Preisdruck im Volumenmarkt.

Mehr Dividende bei BASF nur Wunschdenken?

Die Chancen auf steigende Ausschüttungen sind vorhanden, sie hängen jedoch stark von einer globalen Konjunkturerholung ab. Mit 2,25 Euro wirkt die Dividende derzeit eher wie eine solide Sicherheitslinie als wie ein Sprungbrett für sofortige Erhöhungen.

Sollte jedoch die Wachstumswende in China gelingen und die Weltwirtschaft wieder anziehen, könnte BASF mittelfristig genügend finanziellen Spielraum gewinnen, um die Dividende erneut auf Wachstumskurs zu bringen. Für geduldige Anleger bleibt die Aktie somit eine spannende Dividendenwette im deutschen Leitmarkt mit über 4 % Einstiegsrendite.

Der Artikel Dividende der BASF-Aktie: Steigt die Ausschüttung bald um 12 %? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.