Diet Coke ist in Teilen Indiens zunehmend schwerer zu finden, da durch den Iran-Krieg ausgelöste Lieferstörungen die Verfügbarkeit von Aluminiumdosen einschränken und auf eine starke Nachfrage nach zuckerfreien Getränken im Land treffen.

Die Knappheit rührt von Verzögerungen bei Aluminiumlieferungen aus dem Golf, der rund 9 % der weltweiten Produktion ausmacht.

Seit Ende Februar sind die Lieferungen durch Irans faktische Blockade der Straße von Hormus, einer wichtigen Schifffahrtsroute, eingeschränkt, was die Verfügbarkeit der von Getränkeherstellern verwendeten Dosen verknappt.

Lieferstörungen wirken sich marktweit aus

Im Gegensatz zu den meisten Erfrischungsgetränken in Indien, die sowohl in Plastikflaschen als auch in Dosen verkauft werden, ist Diet Coke ausschließlich in Dosen erhältlich und damit besonders anfällig für Verpackungsknappheit.

Händler berichten, Coca‑Cola habe begonnen, Liefermengen zu rationieren, und sei nicht in der Lage, alle Bestellungen zu erfüllen.

„Wir haben Bestellungen aufgegeben, wurden aber darüber informiert, dass es aufgrund des Kriegs zu einer Knappheit kommt,“ sagte Sanjay, einer der Händler, in einem Reuters-Bericht.

Coca‑Cola lehnte eine Stellungnahme ab, doch Einzelhändler beobachten bereits die Auswirkungen.

Ein Lebensmittelhändler in der Metropolregion Delhi sagte der Zeitung Economic Times:

Wir haben seit dem Wochenende erhebliche Bestandslücken bei Diet Coke; wenn Lieferungen eintreffen, werden sie sofort von den Verbrauchern mitgenommen.

Die Störung beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Produkt.

Branchenvertreter sagen, dass auch Bierbrauer und andere Getränkehersteller unter Einschränkungen leiden, da Aluminiumdosenknappheit auf den gesamten Getränkemarkt ausstrahlt.

Nachfrageboom verschärft Versorgungsdruck

Der Zeitpunkt der Knappheit ist bedeutsam, da sie mit einem starken Anstieg der Nachfrage nach Getränken mit wenig oder ohne Zucker zusammenfällt.

Getränke mit null oder geringem Zuckergehalt erreichten 2025 ein Fünfjahreshoch und festigen damit ihren Wandel von einer Nischenpräferenz in urbanen Zentren zu einem breit angelegten Konsumtrend, berichtete die Economic Times im Februar.

Coca‑Colas zuckerfreie Produktpalette — darunter Diet Coke, Coke Zero, Thums Up X Force (no sugar), Sprite Zero, Kinley water sowie ausgewählte Saft- und Energy-Angebote — machte 2025 einem Rekordanteil von 30 % ihres Gesamtvolumens aus, so die von der Economic Times zitierten Zahlen.

Diet Coke, das die Kategorie anführt, verzeichnete eine Verdoppelung der Absatzmenge im Jahresvergleich.

Coca‑Cola behält weiterhin eine dominante Position auf dem indischen Erfrischungsgetränkemarkt, dessen Wert bei über $6.5 billion liegt.

Branchenweit ist der Wandel sogar noch dramatischer.

Führungskräfte sagten der Publikation, dass solche Getränke 2025 nun rund 30 % des Gesamtumsatzes ausmachten, gegenüber etwa 5 % im Jahr 2020.

Marktforschung deutet darauf hin, dass das Segment bis 2030 $4.7 billion erreichen könnte, mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Niveau von 2023.

Konkurrenten beobachten ähnliche Trends.

Der Abfüllpartner von PepsiCo berichtete, dass Getränke ohne oder mit mittlerem Zuckergehalt im Oktober–Dezember-Quartal 2025 59 % des Gesamtvolumens ausmachten, gegenüber 53 % ein Jahr zuvor, und damit einen der stärksten jährlichen Zuwächse in der Kategorie verzeichneten.

Kapazitätsengpässe und steigende Kosten

Trotz steigender Nachfrage erweisen sich angebotsseitige Beschränkungen als schwer zu lindern.

Branchenvertreter sagten der Economic Times, dass führende Dosenhersteller wie Ball Beverage Packaging und Canpack derzeit nicht über ausreichende Kapazitäten verfügen, um die Nachfrage zu decken; neue Produktionslinien würden voraussichtlich 10 bis 12 Monate benötigen, um in Betrieb zu gehen.

Ein Branchenvertreter sagte, die Diet-Coke-Knappheit sei auf Verzögerungen bei einigen Sendungen importierter Dosen zurückzuführen.

Die Produktion von Dosen und Flaschen in Indien ist aufgrund eines Energieengpasses ebenfalls teurer geworden, was die Versorgung weiter verknappt.

Die Kombination aus globalen Logistikstörungen, höheren Inputkosten und compliancebedingten Anpassungen hat Getränkehersteller in Schwierigkeiten gebracht, die Versorgung stabil zu halten.

Reaktionen in sozialen Medien und weiterreichende Folgen

Die Knappheit hat online eine Welle von Reaktionen ausgelöst; Nutzer sozialer Medien ziehen Vergleiche zu früheren Lieferengpässen, etwa bei lebenswichtigen Gütern wie LPG.

https://twitter.com/UghDitya/status/2046452062947590519
https://twitter.com/Thanseethahar/status/2046904737044496825

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