Sportradar (WKN: A3C2JA) ist die unsichtbare Infrastruktur des globalen Sportwettens und unsere These ist simpel: Wer die offizielle Datenpipeline kontrolliert, sitzt an einem strukturellen Hebel, der mit jedem neuen Markt und jedem neuen Kunden stärker wird. Der Kurs kam in den letzten Monaten jedoch zurück – weshalb das Management so aggressiv Sportradar-Aktien zurückkauft wie nie zuvor.
Fundamentalanalyse: Die Zahlen der Sportradar-Aktie im Blick
Der Jahresumsatz 2025 wuchs um 17 % auf 1,29 Mrd. Euro. Wichtiger noch: Das bereinigte EBITDA, also der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, bereinigt um Sondereffekte, stieg um 33 % auf 297 Mio. Euro, die Marge verbesserte sich um 291 Basispunkte auf 23 %. Allein im vierten Quartal kletterte die EBITDA-Marge auf 24,2 %, ein Zuwachs von 451 Basispunkten gegenüber dem Vorjahresquartal.
Während der Umsatz um 20 % zulegte, stiegen die Personalkosten nur um 9 %. Das nennen wir „Operating Leverage“: die Fähigkeit, Umsatz schneller wachsen zu lassen als die Kosten. Ist die Infrastruktur einmal gebaut, kostet jeder neue Kunde fast nichts. Das ist das strukturelle Rückgrat der Investmentthese.
Der IMG Arena-Deal: Besser als geplant
Im November 2025 schloss Sportradar die Übernahme von IMG Arena zu einem negativen Kaufpreis ab: Sportradar wurde für den Deal de facto bezahlt. 103 Mio. US-Dollar fließen über zwei Jahre zurück. Das Portfolio umfasst Rechte an über 70 Rechteinhabern, 38.000 offizielle Datenereignisse und 29.000 Streaming-Events, darunter Roland Garros, Wimbledon und die EuroLeague Basketball. CEO Carsten Koerl brachte das wirtschaftliche Kalkül im Earnings Call auf den Punkt: IMG hatte 60 Operator-Kunden, Sportradar verteilt an 800. Alle Tier-1-Wettanbieter sind bereits onboard. „Wir sind dem Ziel also schon voraus.“, sagte Koerl. Die avisierten 25 % Umsatzsynergien tragen zu einem Gesamtbeitrag von rund 140 Mio. Euro aus IMG Arena bei.
Die Customer Net Retention Rate liegt bei 109 % – ohne IMG-Beiträge. Eine Rate über 100 % bedeutet: Bestandskunden geben im Schnitt mehr aus als im Vorjahr. Kein Umsatz geht verloren, der Bestandsumsatz wächst organisch.
Prediction Markets: Die ungeplante Upside
Sportradar steht an der Schwelle zu einem neuen Markt. Plattformen wie Kalshi und Polymarket, auf denen auf Realweltereignisse gewettet wird, haben 2025 bereits ein Volumen von rund 40 Mrd. US-Dollar generiert. Die US-Behörde CFTC signalisierte im März 2026 explizit, Wachstum in diesem Bereich fördern zu wollen. Koerl prophezeite im Earnings Call eigene Deals in diesem Segment. Das Entscheidende dabei: Signifikante Prediction-Market-Erlöse sind nicht in der 2026er-Guidance enthalten. Jedes Abkommen wäre also pure Upside im Vergleich zur Prognose.
Der Vorstand hat das Aktienrückkaufprogramm auf 1 Mrd. US-Dollar ausgeweitet – eine Verfünffachung der ursprünglichen Genehmigung. Allein in den ersten zwei Monaten 2026 kaufte das Management weitere 60 Mio. Euro an Sportradar-Aktien zurück. Ein Buyback-Programm, das bei rund 18 US-Dollar Kurs rund 17 % der Marktkapitalisierung abdeckt, ist der klarste Vertrauensbeweis, den ein Vorstand einem Aktionär geben kann.
Unser Fazit zur Sportradar-Aktie
Sportradar ist ein profitabler Infrastrukturanbieter mit steigenden Margen, einer schuldenfreien Bilanz und 167 Mio. Euro Free Cashflow. Der jüngste Kursrückgang war eine Reaktion auf kurzfristig enttäuschte Erwartungen. Wer einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren mitbringt, findet hinter der Sportradar-Aktie ein Qualitätsunternehmen mit echtem Burggraben zu einem Kurs, den nicht nur das Sportradar-Management für zu niedrig hält.
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