Wer derzeit an der Börse nach den großen Gewinnern sucht, kommt fast automatisch auf KI-Aktien. Die Schlagzeilen gehören Rechenzentren, Chips und Infrastrukturanbietern.

Hier wird das große Geld verdient, doch das ist kein Selbstläufer, sondern ein Ritt auf Messers Schneide. Die Bewertungen sind weit vorausgelaufen.

Ein ganz anderer Konzern hingegen reitet nahezu unbemerkt zu einem möglichen 100-Milliarden-Dollar-Schwergewicht heran: Monster Beverage (WKN: A14U5Z). Die Ironie dabei ist, dass das Geschäftsmodell deutlich einfacher zu verstehen ist – und bislang erstaunlich erfolgreich.

Warum Monster viel mehr ist als nur ein Energy-Drink-Hersteller

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Monster Beverage von einem Nischenanbieter zu einer der stärksten Getränkemarken der Welt entwickelt. Das Unternehmen verkauft nicht nur Energydrinks, sondern vor allem eine Kultmarke. 

Genau darin liegt einer der größten Burggräben des Konzerns. Wer im Getränkemarkt erfolgreich sein will, braucht ein Produkt, Aufmerksamkeit, Regalfläche und Wiedererkennung. Monster besitzt alle drei Faktoren in außergewöhnlichem Maße.

Besonders wertvoll ist zudem die Verbindung zu Coca-Cola (WKN: 850663). Bereits im Jahr 2015 stieg Coca-Cola bei Monster ein und übertrug dem Konzern zahlreiche Energydrink-Marken. 

Außerdem erhielt Monster Zugang zum weltweiten Vertriebsnetz von Coca-Cola. Dadurch kann Monster seine Produkte heute in einer Vielzahl von Ländern über eines der effizientesten Getränkelogistiksysteme der Welt vertreiben. Ein solcher Vertriebsvorteil ist für Wettbewerber kaum nachzubauen.

Hinzu kommt die außergewöhnliche Profitabilität. Monster konzentriert sich – ähnlich wie Coca-Cola – stark auf Markenführung und Marketing, während große Teile der Produktion und Distribution ausgelagert werden. Das führt zu hohen Margen und einem kapitalarmen Geschäftsmodell.

Gleichzeitig wächst der globale Markt für Energydrinks weiterhin deutlich schneller als viele klassische Getränkesegmente. Und genau hier könnte die eigentliche Wachstumsstory erst beginnen. In vielen internationalen Märkten ist die Marktdurchdringung nämlich noch deutlich niedriger als in Nordamerika. 

Doch auch ohne geografische Ausrollung dürfte noch genügend Potenzial vorhanden sein. Monster erschließt neue Produktkategorien und erweitert kontinuierlich sein Portfolio. Eine Marktkapitalisierung von 100 Mrd. US-Dollar erscheint deshalb deutlich realistischer als von vielen Anlegern derzeit angenommen. Aktuell liegt sie bei 86 Mrd. US-Dollar.

Das wahre Gegenstück zum KI-Hype

KI-Unternehmen versprechen die Zukunft. Monster Beverage verkauft hingegen jeden Tag Millionen Dosen eines Produkts, das von den Konsumenten bereits heute geliebt wird.

Das wirkt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, ist aber oft genau die Art von Geschäft, die langfristig Vermögen schafft. Ich liebe solche Deals, doch am Ende muss der Preis stimmen. Und da wären wir auch schon beim Haken.

Mit einem KGV von fast 40 ist Monster natürlich auch kein Schnäppchen, aber immerhin deutlich günstiger als viele KI-Aktien. Das Wachstum sollte auch nach einem Platzen der KI-Blase weitergehen. Dann gibt es sie hoffentlich zum Schnapperpreis.

Der Artikel Diese bald 100 Mrd. Konsumgüter-Aktie übersieht jeder im KI-Rausch – ist aber 5x so gut! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.