Es gibt Dividenden, die landen auf dem Konto und verschwinden kurze Zeit später wieder im Alltag. Und dann gibt es Dividenden, bei denen ich inzwischen ganz bewusst anders denke.
Gerade drei Aktien zahlen mir mittlerweile jeweils mehr als 1.000 Euro Dividende pro Jahr: Münchener Rück (WKN: 843002), Realty Income (WKN: 899744) und Allianz (WKN: 840400).
Und genau diese Ausschüttungen würde ich aktuell niemals einfach konsumieren.
Warum mich die 1.000-Euro-Marke beschäftigt
Sobald eine einzelne Aktie vierstellige Dividendensummen pro Jahr liefert, verändert sich etwas im Kopf. Die Ausschüttung wirkt plötzlich nicht mehr wie ein kleiner Bonus. Sie bekommt wirtschaftliche Relevanz.
Denn 1.000 Euro Dividende bedeuten eben nicht nur 1.000 Euro. Sie stehen gleichzeitig für die Möglichkeit, weiteres Einkommen aufzubauen.
Wenn ich diese Ausschüttungen reinvestiere, kaufe ich zusätzliche Aktien. Diese erzeugen wiederum neue Dividenden. Und genau daraus entsteht langfristig ein Effekt, den viele massiv unterschätzen.
Die eigentliche Dynamik beginnt danach
Nehmen wir nur einmal vereinfacht an, dass 1.000 Euro Dividende pro Jahr langfristig mit durchschnittlich 4 % bis 5 % Rendite reinvestiert werden. Dann entstehen daraus Jahr für Jahr neue Einkommensquellen.
Und das Spannende daran: Der Effekt beschleunigt sich mit der Zeit. Denn irgendwann erzeugen nicht mehr nur die ursprünglichen Aktien Dividenden, sondern auch die reinvestierten Ausschüttungen selbst.
Genau dadurch wächst der Einkommensstrom zunehmend eigenständig weiter.
Besonders spannend finde ich dabei die Kombination aus unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Die Münchener Rück profitiert vom Versicherungsgeschäft und steigenden Prämien, Realty Income liefert regelmäßige Mieteinnahmen aus Immobilien und die Allianz kombiniert starke Cashflows mit Aktienrückkäufen und Dividendenwachstum.
Drei unterschiedliche Quellen. Drei unterschiedliche Dynamiken. Aber derselbe Effekt: steigendes passives Einkommen.
Konsum heute oder mehr Freiheit morgen?
Natürlich wäre es angenehm, mehrere tausend Euro Dividende einfach zusätzlich auszugeben. Genau dafür bauen viele Anlegerinnen und Anleger schließlich Dividendenportfolios auf.
Ich glaube jedoch, dass gerade die frühen Jahre entscheidend sind. Denn jede nicht entnommene Dividende erhöht die Basis für zukünftige Ausschüttungen. Dadurch entsteht langfristig ein deutlich größerer Hebel.
Was heute vielleicht nach „nur“ 1.000 Euro aussieht, kann über viele Jahre hinweg ein Vielfaches davon erzeugen.
Warum ich hier Geduld für besonders wertvoll halte
Viele unterschätzen, wie stark sich Dividendenwachstum, Reinvestitionen und Zeit gegenseitig verstärken können.
Genau deshalb betrachte ich diese Ausschüttungen aktuell weniger als Einkommen zum Ausgeben. Sondern vielmehr als zusätzliches Kapital, das weiterarbeiten soll.
Denn manchmal entsteht Vermögen nicht durch spektakuläre Einzelentscheidungen. Sondern dadurch, dass man starke Cashflows lange genug konsequent reinvestiert.
Der Artikel Diese 3 Dividenden zahle ich mir selbst niemals aus! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.