
Die Vereinigten Staaten sehen sich mit einer sich vertiefenden wirtschaftlichen Kluft konfrontiert, wobei sich der Reichtum zunehmend in den Händen einer kleinen Elite konzentriert.
Laut der World Inequality Database kontrollieren die obersten 10 % der Amerikaner mittlerweile erstaunliche 71,2 % des gesamten Vermögens des Landes – eines der weltweit höchsten Niveaus an Vermögensungleichheit.
Diese wachsende Ungleichheit hat eine erneute Debatte über die Steuerpolitik und die Sozialausgaben des Landes ausgelöst, insbesondere angesichts der jüngsten Haushaltsvorschläge der Republikaner, die die Reichen stark begünstigen.
Die Vermögensungleichheit ist in den USA seit langem ein Problem, doch Experten warnen, dass die aktuellen Trends Millionen von Amerikanern aus der Arbeiterklasse in einen Teufelskreis der Armut stürzen könnten.
Während der von den Republikanern geführte Senat und das Repräsentantenhaus an der Abstimmung ihrer Haushaltsentwürfe arbeiten, schlagen Ökonomen und politische Befürworter Alarm wegen Bestimmungen, die die Finanzierung wichtiger sozialer Dienstleistungen drastisch kürzen und gleichzeitig Milliarden an Steuersenkungen für die reichsten Einzelpersonen und Unternehmen bereitstellen.

Die sich verändernde Natur der Dinge und die wachsende Kluft
Dr. Sarah Thompson, eine auf Arbeitsmarkt und Vermögensverteilung spezialisierte Ökonomin, kritisierte die vorgeschlagenen Kürzungen mit der Begründung:
„Der Haushalt streicht wichtige Sicherheitsnetze für einkommensschwache Amerikaner, während er den Reichsten neue Steuervorteile in Höhe von 10 Milliarden Dollar bietet. Dieser Ansatz wird die Vermögensungleichheit nur verschärfen und die wirtschaftliche Mobilität untergraben.“
Laut von Statista zusammengestellten Daten zielt der jüngste Haushaltsvorschlag der Republikaner darauf ab, die Bestimmungen des Tax Cuts and Jobs Act von 2017 zu verlängern.
Bei Verabschiedung der Verlängerungen würden sich die Steuersenkungen bis 2034 auf 3,6 Billionen Dollar belaufen.
Davon würden 1,8 Billionen Dollar direkt an Personen mit einem Jahreseinkommen von über 400.000 Dollar gehen, während 900 Milliarden Dollar in Form von Steuererleichterungen an Unternehmen fließen würden.
Diese Steuervorteile würden durch umfassende Kürzungen der Sozialausgaben ausgeglichen.
Medicaid könnten Kürzungen von bis zu 880 Milliarden Dollar drohen, das Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP) könnte um 230 Milliarden Dollar gekürzt werden, und die Bundeszuschüsse für Studienkredite könnten um 330 Milliarden Dollar gekürzt werden.
Der Politikwissenschaftler John Kelly unterstrich die menschlichen Kosten dieser Zahlen und sagte:
„Das sind nicht nur Haushaltszahlen – sie stehen für Gesundheitsversorgung, Ernährung und Bildung für Millionen Amerikaner.“
Aus globaler Perspektive bleiben die USA eines der ungleichsten Industrieländer.
Im Gegensatz dazu besitzen die obersten 10 % in der Europäischen Union 59,3 % des Vermögens.
Ungarn liegt mit 67,1 % an der Spitze der EU, während die Niederlande mit 45,4 % die gerechteste Vermögensverteilung aufweisen.
Außerhalb der EU schneiden Länder wie Island und Nordmazedonien ebenfalls besser ab, wobei der Anteil des obersten 10 % der Vermögensverteilung bei etwa 56,5–56,7 % liegt.
Nordamerika als Ganzes weist mittlerweile ein Ungleichheitsniveau auf, das mit dem in Subsahara-Afrika und Teilen Asiens vergleichbar ist.
Dr. Emily Rojas, eine sozioökonomische Expertin, warnt: „Solche extremen Ungleichheiten bergen die Gefahr, den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Stabilität zu untergraben, insbesondere wenn sie nicht angegangen werden.“
Während die Haushaltsverhandlungen andauern, hat die zunehmende Konzentration des Reichtums in Amerika Forderungen nach einer umfassenden Steuerreform und wirtschaftlicher Gerechtigkeit ausgelöst.
Die bittere Realität – dass die reichsten 10 % mittlerweile über 70 % des nationalen Vermögens kontrollieren – erfordert dringende politische Maßnahmen.
Ob dieser Trend umgekehrt werden kann, bleibt eine zentrale Frage im Kampf für eine gerechtere wirtschaftliche Zukunft.
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