MBB (WKN: A0ETBQ) ist eine familiengeführte Beteiligungsholding, die profitable Mittelstandsunternehmen langfristig halten, operativ entwickeln und mit strikter Kapitaldisziplin ausbauen will. Unsere Investmentthese für die MBB-Aktie lautet schlicht: Geduldiges Kapital plus operative Exzellenz ergibt Zinseszins-Wunder.

MBB-Aktie: Wie die Investmentthese auch 2025 aufging

Das Geschäftsjahr 2025 war für MBB außergewöhnlich. Der Konzernumsatz kletterte um 10 % auf 1,17 Mrd. Euro, das bereinigte EBITDA, der operative Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern, also die rohe Ertragskraft vor Buchhaltungseffekten, legte um 46 % auf 217 Mio. Euro zu. Die EBITDA-Marge stieg von 14 auf 18,6 %. Besonders bemerkenswert: Das Management hatte die Prognose im Jahresverlauf gleich zweimal nach oben angepasst, und am Ende beide Male übertroffen.

Das Schlussquartal setzte noch ein Ausrufezeichen: eine EBITDA-Marge von 23,7 % bei 73 Mio. Euro Ergebnis. Die MBB-Aktie quittierte das mit einem Kursrückgang seit dem 24. Februar 2026 und notiert aktuell bei rund 171 Euro.

Das Kraftwerk trägt das Portfolio

Wer MBB verstehen will, muss Friedrich Vorwerk verstehen. Die Tochtergesellschaft, spezialisiert auf Gasinfrastruktur, Stromnetzausbau und wasserstofffähige Systeme, erzielte 2025 allein einen Umsatz von 704 Mio. Euro. Das bedeutet ein Plus von 41 % gegenüber dem Vorjahr, bei einer EBITDA-Marge von 29 % im vierten Quartal.

Vorwerk ist das Paradebeispiel eines skalierbaren Geschäftsmodells: Die Investitionsintensität, gemessen am Verhältnis von Investitionsausgaben (Capex) zu Umsatz, liegt seit Jahren konstant bei rund 4 bis 5 %. Das bedeutet, dass jeder zusätzliche Umsatzeuro kaum neue Investitionseuro erfordert. Der Hebel auf den Gewinn ist also stark. Für 2026 prognostiziert Vorwerk einen Umsatz von 730 bis 780 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von 21 bis 25 %, abgesichert durch einen Auftragsbestand von 1 Mrd. Euro. Allein der SuedLink-Großauftrag, ein 43 km langes Baulos aus dem Jahr 2025 mit einem Gesamtvolumen von mehreren Hundert Mio. Euro, illustriert die Dimension der Projekte, die Vorwerk stemmt.

Krisenfest durch Kapitaldisziplin

Aumann, die Spezialmaschinenbautochter für Elektromotorenfertigung, leidet unter der Investitionszurückhaltung der Automobilhersteller. Der Umsatz soll 2026 auf rund 160 Mio. Euro schrumpfen. Doch Aumann bleibt profitabel, mit einer EBITDA-Marge von 6 bis 8 %, und verfügt über eine Nettoliquidität auf Höhe des Umsatzniveaus. Das ist das MBB-Modell in Reinform: Töchter werden so geführt, dass sie Krisen ohne externe Hilfe durchstehen und in schlechten Zeiten selbst akquirieren können.

DTS, die IT-Sicherheitstochter, profitiert von einem regulatorischen Dauerbrenner: Die EU-Richtlinie NIS2 zwingt Unternehmensführungen und Vorstände seit 2024 zu nachweisbaren IT-Sicherheitsmaßnahmen. Und das mit persönlicher Haftung. Das macht Cybersicherheit zu einem nicht zyklischen Pflichtbudget. Geopolitische Spannungen verstärken diesen Trend zusätzlich. Hanke Tissue und CT Formpolster leiden dagegen unter steigenden Rohstoff- und Energiepreisen sowie schwacher Konsumnachfrage, bleiben aber cashflowpositiv. Sie sehen wir als den stabilen Puffer, der auch in schwierigen Zeiten liefert.

Die Bilanzanalyse der MBB-Aktie

Von einer Bilanzsumme von 1,42 Mrd. Euro entfallen 821 Mio. Euro, und damit rund 58 %, auf Liquidität, Wertpapiere und Gold. Die Nettoliquidität beträgt 764 Mio. Euro, davon 374 Mio. Euro direkt in der Holding. Gleichzeitig belaufen sich die Finanzverbindlichkeiten auf gerade einmal 58 Mio. Euro.

Diese ordentliche Bilanz ist das Ergebnis von 30 Jahren Kapitaldisziplin. Die Nettoliquidität allein entspricht 70 Euro je MBB-Aktie; Friedrich Vorwerk trägt weitere 185 Euro je Aktie zum Wert bei. Der Substanzwert liegt nach unserer Rechnung bei rund 202 Euro. Wer heute bei 171 Euro kauft, bekommt den Konzernanteil also mit Abschlag.

Unser Fazit zur MBB-Aktie

MBB ist kein sexy Wachstumswert, der Trends setzt. Es ist ein Unternehmen, das seit 30 Jahren im Schnitt 20 % pro Jahr wächst, das Ergebnis je Aktie in 5 Jahren um 371 % gesteigert hat und dessen Aktienanzahl gleichzeitig um 9,4 % gesunken ist. Wir halten die MBB-Aktie weiterhin für eine interessante Langfristposition im deutschen Nebenwertesegment.

Der Artikel Die MBB-Aktie ist unterbewertet: Hier liegt der faire Wert! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.