
Japans Exportmotor zeigte im November neue Widerstandsfähigkeit, wobei die Lieferungen an die USA erstmals seit der Ankündigung von Basiszöllen von Präsident Donald Trump Anfang April gestiegen sind.
Die Verbesserung, wie von Bloomberg berichtet, trug dazu bei, das stärkste Gesamtexportwachstum seit Februar zu erreichen und belegt, dass sich die globalen Handelsströme schneller als erwartet an ein stärker protektionistisches Umfeld anpassen.
Die Daten kommen zudem zu einem sensiblen Zeitpunkt für politische Entscheidungsträger und unterstreichen die Ansicht der Bank of Japan, dass die zollbedingte Unsicherheit nachgelassen hat.
Diese Einschätzung wird im Vorfeld einer weithin erwarteten Zinserhöhung später in dieser Woche genau beobachtet.
Die Zahlen zeigen ein sich verschiebendes Gleichgewicht in Japans Handelsbeziehungen, wobei Zugewinne in den USA und Europa die schwächere Nachfrage aus China ausgleichen.
Märkte und Beamte analysieren nun die Details nach Hinweisen darauf, wie Zölle, Preisstrategien und diplomatische Spannungen die Handelsmuster verändern.
US-Lieferungen gewinnen wieder an Schwung
Die Exporte in die USA verliehen der Handelsleistung im November einen entscheidenden Schub.
Die Lieferungen nach Amerika stiegen sowohl im Wert als auch an Volumen, was eine deutliche Wende nach monatelangen Störungen nach der Einführung neuer Zölle Anfang des Jahres darstellt.
Diese Erholung spielte laut am Mittwoch vom Finanzministerium veröffentlichten Daten eine zentrale Rolle bei der Steigerung Japans Gesamtexporte um 6,1 % gegenüber dem Vorjahr.
Die US-Erholung trug dazu bei, das gesamte Exportwachstum auf das höchste Tempo seit Februar zu bringen.
Sie unterstützte auch die Ansicht, dass Unternehmen nach dem anfänglichen Schock höherer Zölle Lieferketten und Preisstrategien angepasst haben.
Japans Handelsüberschuss gegenüber den USA erreichte 739,8 Milliarden Yen, ein Anstieg von 11,3 % gegenüber dem Vorjahr, und ist seit Trumps Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar im Überschuss geblieben.
Autos und Preisdruck
Automobile blieben ein zentraler Bestandteil des japanischen Handels mit den USA.
Die Exporte von Autos und verwandten Teilen stiegen im November, nachdem Washington die Zölle auf diese Produkte von über 25 % Mitte September auf 15 % reduziert hatte – ein Satz, der nun auch für viele andere Waren gilt.
Der Wert der Autolieferungen in die USA stieg um 1,5 %, während die Zahl der exportierten Einheiten um 7,7 % anstieg.
Diese Lücke deutet darauf hin, dass japanische Automobilhersteller weiterhin Marktanteile durch Preisanpassungen schützen.
Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Stückpreis der in die USA gelieferten Autos erstmals seit April wieder über 4 Millionen Yen, was auf eine teilweise Neukalibrierung hindeutet, da sich die Handelsbedingungen ändern.
Die Nachfrage in China lässt sich nachlassen
Während sich der Handel mit den USA verbesserte, sanken die Exporte nach China im November um 2,4 %.
Der Rückgang wurde durch schwächere Lieferungen von Chipherstellungsmaschinen und Nichteisenmetallen verursacht.
Die Daten stammen vor dem Hintergrund eines andauernden diplomatischen Streits zwischen Peking und Tokio, der durch Äußerungen von Premierministerin Sanae Takaichi zu einer hypothetischen Taiwan-Eventualität ausgelöst wurde.
China hat seit Anfang November vor Reisen nach Japan gewarnt und weitere Maßnahmen ergriffen.
Dennoch bleibt China Japans größter Handelspartner.
Die neuesten Zahlen zeigen, dass die Handelsbilanz mit China auf dem besten Weg ist, ein Rekorddefizit zu erreichen, was Japans anhaltende Abhängigkeit von der chinesischen Nachfrage unterstreicht.
Europa und Sektoren im Fokus
Außerhalb der USA stiegen die Exporte in die Europäische Union im November um 19,6 % und unterstützten damit die Gesamtwachstumszahl.
Halbleiterteile und medizinische Produkte führten die gesamten Exportgewinne und halfen dabei, dass die Lieferungen die Prognosen der Ökonomen übertrafen.
Auf der Importseite stiegen die Käufe um 1,3 %, etwas unter den Erwartungen.
Japans Gesamthandelsbilanz war auf unbereinigter Basis positiv, mit einem Überschuss von 322,3 Milliarden Yen.
Separate Daten aus China Anfang der Woche zeigten eine weitere Schwäche der Investitionen und das langsamste Wachstum der Einzelhandelsverkäufe seit dem Crash der Covid-Ära – Faktoren, die den bilateralen Handel weiterhin belasten könnten.
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