Wenn Anlegerinnen und Anleger über hohe Dividenden sprechen, denken viele sofort an hohe Renditen. 5 %, 7 % oder vielleicht sogar zweistellige Werte.
Doch manchmal steckt hinter einer „hohen Dividende“ etwas völlig anderes.
Ein gutes Beispiel dafür ist Lindt & Sprüngli (WKN: 859568).
Denn der Schweizer Schokoladenhersteller zahlt aktuell eine Dividende von rund 1.800 Schweizer Franken je Stammaktie. Ja, richtig gelesen: pro Aktie.
Auf den ersten Blick klingt das gigantisch.
Eine Aktie für fast 100.000 Franken
Der Haken folgt allerdings direkt danach. Denn die Stammaktie von Lindt & Sprüngli kostet derzeit rund 96.300 Schweizer Franken.
Damit gehört sie zu den teuersten Aktien der Welt.
Und plötzlich wirkt die Dividende ganz anders. Denn trotz der enormen Ausschüttung liegt die Dividendenrendite lediglich bei knapp unter 2 %.
Genau das zeigt, warum absolute Dividendenbeträge oft wenig aussagen. Entscheidend ist nicht, wie hoch die Zahlung pro Aktie ausfällt, sondern wie viel Kapital dafür gebunden werden muss.
Qualität? Ohne Frage
Versteht mich nicht falsch: Lindt & Sprüngli ist ein beeindruckendes Unternehmen. Die Marke ist stark, das Geschäft profitabel und die Preissetzungsmacht enorm. Gerade im Premiumsegment besitzt der Konzern eine Stellung, die viele Wettbewerber kaum erreichen.
Auch langfristig hat sich die Aktie hervorragend entwickelt.
Trotzdem wäre sie aktuell nichts für mich.
Warum ich anders auf Dividenden schaue
Mein Problem liegt weniger im Unternehmen selbst, sondern eher im Verhältnis aus Bewertung, Rendite und Kapitalbindung.
Fast 100.000 Schweizer Franken für eine einzige Aktie sind eine enorme Summe. Gleichzeitig erhalte ich daraus weniger als 2 % laufende Rendite. Für einkommensorientierte Anlegerinnen und Anleger finde ich das wenig attraktiv.
Denn wer auf Dividenden setzt, möchte häufig einen wachsenden und möglichst effizienten Cashflow aufbauen. Und genau dort gibt es aus meiner Sicht spannendere Alternativen.
Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, steigenden Ausschüttungen und höheren Anfangsrenditen können langfristig oft deutlich schneller ein relevantes passives Einkommen erzeugen.
Hohe Dividende bedeutet nicht hohe Rendite
Lindt & Sprüngli zeigt deshalb etwas sehr Wichtiges: Die höchste Dividende ist nicht automatisch die beste Dividende.
Große Zahlen wirken beeindruckend. Aber am Ende zählt, was im Verhältnis zum eingesetzten Kapital herauskommt – und wie stark dieses Einkommen langfristig wachsen kann.
Und genau deshalb schaue ich bei Dividendenaktien weniger auf spektakuläre Einzelbeträge. Sondern vielmehr auf nachhaltiges Wachstum und einen vernünftigen Einstiegspreis.
Der Artikel Die höchste Dividende – Nichts für mich! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.