
Die BoC wird voraussichtlich am Mittwoch ihren Leitzins bei 2,25 % halten, was die derzeitige Pause der Geldpolitik seit einer langen Reihe von Anpassungen im vergangenen Jahr verlängern würde.
Doch Ökonomen und Geldmärkte sind uneinig darüber, in welche Richtung Kanadas Geldzyklus für den Rest des Jahres 2026 gehen soll, da Unsicherheit über die Wirtschaft weiterhin besteht.
Nach einer fast einjährigen Pause während des Großteils des Jahres 2025 haben die Marktteilnehmer jedoch seit Dezember schrittweise die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Laufe dieses Jahres erhöht.
Andere Ökonomen haben gewarnt, dass das Ergebnis weiterhin weitgehend von der laufenden Neuverhandlung des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA) abhängt, das weiterhin Unsicherheit in Bezug auf Handels- und Investitionsbedingungen schafft.
Eine neutrale Position nach den Kürzungen des letzten Jahres
Die BoC gab im Oktober an, dass die Inflation größtenteils innerhalb ihres Zielbereichs begrenzt sei und ihr Leitzins nach einer Zinssenkung um 25 Basispunkte auf einem geeigneten Niveau sei.
Die damaligen politischen Entscheidungsträger gaben zu, dass ihnen nur wenige Ressourcen zur Verfügung standen, um strukturelle Probleme zu bewältigen, die durch US-Zölle und die damit verbundene Unsicherheit verursacht wurden.
Laut Geldmarktpreisen wird erwartet, dass die Leitzinsen bis Mitte 2026 entweder gleich bleiben oder leicht sinken, bevor sie im letzten Quartal allmählich straffen.
Der Leitzins liegt am unteren Ende des neutralen Bereichs der BoC, einem Niveau, auf dem die Zinsen weder erhöhen noch die wirtschaftliche Aktivität einschränken, so Analysten, die darauf hinweisen, dass der kumulative Rückgang um 100 Basispunkte im letzten Jahr ihn dort gebracht hat.
Ein wahrer Stimulus würde laut einigen Ökonomen weitere Zinssenkungen unterhalb der neutralen Schwelle erfordern.
Chefökonom Doug Porter von BMO Capital Markets stellte fest, dass eine neutrale Position möglicherweise nicht ausreicht, um das Wirtschaftswachstum angesichts wachsender Arbeitslosigkeit und anhaltender Handelsunsicherheiten aufrechtzuerhalten.
Handelsunsicherheit dämpft die Geschäftsstimmung
Laut einer aktuellen Umfrage der Bank of Canada bleibt die kanadische Geschäftsstimmung in den Sektoren schwach und wird von Handelsspannungen beeinflusst, während kanadische Verbraucher sich mehr um die Arbeitsplatzsicherheit und die Rückzahlung ihrer Schulden sorgen.
Dennoch deuten die größeren Wirtschaftsspuren auf eine geringere Ansteckung durch US-Zölle außerhalb von Stahl, Aluminium, Holz und Automobilindustrie hin.
Die Inflation hat sich unter Kontrolle gehalten, das Wachstum war langsam und der Arbeitsmarkt war zwischen September und November ordentlich.
Diese Lücke zwischen Wirtschaftsdaten und Stimmung verdeutlicht das Dilemma, dem sich die BoC gegenübersieht.
Mit gewisser Unklarheit über Handel und Beschäftigung könnten diese Schlagzeilenzahlen jedoch eine Rolle in der zukünftigen Politik spielen.
Die politischen Aussichtsprognosen gehen auseinander.
Fast 75 % der 35 kürzlich von Reuters befragten Ökonomen sagten voraus, dass die Zentralbank die Zinsen bis 2026 gleich halten wird – ein deutlicher Anstieg gegenüber etwas über 60 % im Dezember.
Anstatt einen vollständigen Straffungszyklus zu beginnen, sagte Tony Stillo, Direktor für kanadische Ökonomie bei Oxford Economics, dass die Zinsen wahrscheinlich etwa ein Jahr auf Eis bleiben würden, bevor eine leichte Erhöhung erfolge, die den Leitzins wieder in den neutralen Mittelpunkt bringen würde.
Diese Prognose, warnte Stillo, beruht auf einer erfolgreichen Neuverhandlung des USMCA, die die Zölle für bestimmte Branchen senken könnte.
Umfang und Zeitpunkt jeglicher Zinserhöhungen hängen weiterhin von Arbeitsmarktbedingungen, Inflationstrends und Handelsereignissen ab.
Zukünftige Ankündigung der Geldpolitik
Am 29. Januar um 10:00 Uhr ET (15:00 GMT) wird die BoC ihre geldpolitische Ankündigung machen.
Dieser Schritt wird von der Veröffentlichung des vierteljährlichen Geldpolitikberichts der Zentralbank begleitet, der seine Praxis mit Einpunktprognosen für Inflation und Wirtschaftswachstum wieder aufnimmt.
Diese Prognosen werden von Analysten und Investoren breit beobachtet, um Hinweise darauf zu erhalten, wie die BoC mit anhaltenden Unsicherheiten in Beschäftigung, Handel und den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen umgehen will.
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