
Der Diageo-Aktienkurs erlitt diese Woche eine heftige Kehrtwende und gehört damit zu den schwächsten Werten im FTSE 100 Index. Er stürzte am Mittwoch auf ein Tief von 1,585p, sein niedrigster Stand seit dem 9. Januar, nachdem das Unternehmen schwache Finanzergebnisse gemeldet und seine Dividende gekürzt hatte. Ist es also sicher, in das Tief zu kaufen oder die Erholung zu verkaufen?
Diageo-Aktienkurs stürzte nach schwachen Ergebnissen ab
Diageo, das Unternehmen hinter populären Marken wie Guinness und Smirnoff, meldete schwache Finanzergebnisse, da die alkoholische Getränkeindustrie vor großen Gegenwinden steht. Seine Ergebnisse spiegelten die anderer Branchenunternehmen wie Boston Beer und Constellation Brands wider.
Die Ergebnisse von Diageo zeigten, dass der Nettoumsatz in den sechs Monaten bis zum 31. Dezember um 4% zurückging. Der Umsatz fiel auf $10.5 billion, wobei Zuwächse in Europa, Lateinamerika und Afrika durch stärkere Schwächen in den wichtigen Märkten Nordamerika und China ausgeglichen wurden.
Diese Ergebnisse bestätigten die Einschätzung, dass der Bierkonsum in den Vereinigten Staaten und anderen wichtigen Märkten weiter zurückging. Daten zeigen, dass die US-Bierproduktion und der -verbrauch 2024 um 1% sanken, ein Trend, der sich im letzten Jahr fortsetzte.
Das Geschäft des Unternehmens wurde auch von Donald Trumps Zöllen beeinflusst, die einige der Marken betrafen, die es in Europa herstellt.
Diageos Ergebnisse zeigten, dass das berichtete operative Ergebnis des Unternehmens um 1,2% sank, während die organische operative Gewinnmarge um 2,8% zurückging.
Es senkte außerdem seine Prognose und erwartet nun, dass sich die Umsatzabkühlung in diesem Jahr fortsetzt und die Verkäufe aufgrund der Schwäche des US-Marktes um 2–3% zurückgehen werden.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen entschied sich das Unternehmen unter der Leitung von Dave Lewis, die Dividenden zu kürzen und seine Kostensenkungen zu beschleunigen. Es erwartet nun eine Ausschüttungsquote von zwischen 30% und 50%, während es weiterhin seine Dividende verbessert.
Das Unternehmen hat weiterhin einige wichtige Märkte verlassen, um seine Bilanz zu stärken. So wird es später in diesem Jahr nach dem Verkauf seiner kenianischen Aktivitäten mehr als $2.3 billion erhalten.
Daher fragen sich Anleger, ob es sicher ist, den Rücksetzer zu kaufen oder das Unternehmen leerzuverkaufen. Das Argument für ein Leerverkaufen lautet, dass sich das Geschäft in den kommenden Monaten und Jahren weiter verschlechtern wird, da der Bierkonsum sinkt und der Wettbewerb in wichtigen Märkten zunimmt.
Andererseits spricht für einen Kauf die Überlegung, dass das Schlimmste bereits eingetreten sein könnte, da das Unternehmen seine Dividende gekürzt und eine schwache Prognose herausgegeben hat. In der Vergangenheit haben sich einige Unternehmen nach Dividendenkürzungen erholt und sogar prosperiert.
Technische Analyse des Diageo-Aktienkurses

Das Wochen-Chart zeigt, dass sich der Diageo-Aktienkurs in einem starken Abwärtstrend befindet und sich von 3,670p im Jahr 2022 auf aktuell 1,616p bewegt hat. Er hat einen absteigenden Kanal gebildet und befindet sich nun leicht über der unteren Begrenzung.
Die Aktie notiert weiterhin unter allen gleitenden Durchschnitten, während der Relative Strength Index (RSI) zurückgegangen ist und unter die Neutralmarke gefallen ist.
Basierend auf Trendfolge ist daher das wahrscheinlichste Szenario, dass sie weiter fällt, möglicherweise bis zum wichtigen Unterstützungsniveau bei 1,000p. Diese Sicht würde bestätigt, wenn sie unter die untere Begrenzung des Kanals fällt.
In Zukunft dürfte die Aktie jedoch wahrscheinlich wieder anziehen, wenn Anleger auf die Auswirkungen der Umkehr warten.
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