Die Deutz-Aktie konnte den Kursausbruch von Anfang September auf rund 13,50 € nicht fortsetzen und korrigierte anschließend deutlich. Am Freitag notiert sie aktuell bei 11,50 €. Damit hat die Aktie einen Teil der jüngsten Gewinne wieder abgegeben. Hier stellt sich die Frage: Warum ging der Kurs zurück und bietet die Korrektur jetzt wieder eine Einstiegschance?
Schwache Börsenstimmung belastet
Insgesamt befinden sich die Börsen in den vergangenen Monaten in einer eher schwachen Verfassung. Der übergeordnete Trend ist von hoher Unsicherheit geprägt.
Die Ursachen sind vielfältig. Einerseits belasten geopolitische Spannungen, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten. Andererseits sorgt die schwierige Lage in der Automobilbranche für Verunsicherung.
Auch politische Diskussionen und geplante Reformen können das Anlegerverhalten beeinflussen. In einem solchen Umfeld werden Investitionen teilweise zurückgestellt und Kursanstiege schwieriger.
Für eine schnelle und nachhaltige Erholung der Aktienmärkte sind das insgesamt keine idealen Voraussetzungen.
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Rüstungswerte und Autobranche besonders betroffen
Eigentlich sind die Rahmenbedingungen für den Rüstungssektor weiterhin günstig.
Der Krieg in der Ukraine dauert mit hoher Intensität an. Russland und die Ukraine setzen weiterhin in großem Umfang Drohnen ein. Gleichzeitig erhöhen die NATO-Staaten in Europa ihre Verteidigungsausgaben deutlich. Auch außerhalb Europas steigen die Militärbudgets.
Allein in Europa wird mit einem Verteidigungsbudget von rund 730 Milliarden € gerechnet, was einem Anstieg von etwa 20% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für die kommenden Jahre sind weitere Erhöhungen möglich.
Die zweite große Branche, die mit Problemen kämpft, ist die Automobilindustrie. Dazu gehört auch der Nutzfahrzeugbereich, in dem die Kursentwicklung zuletzt ebenfalls enttäuschend war.
Deutz ist allerdings keiner dieser beiden Branchen eindeutig zuzuordnen. Das größte Segment ist weiterhin der Motorenbau für Nutzfahrzeuge. Gleichzeitig baut der Konzern sein Rüstungsgeschäft zunehmend aus.
Insbesondere durch die Übernahme der FFG (Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft) gewinnt die Rüstungssparte deutlich an Gewicht. FFG beschäftigte zuletzt rund 1.100 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von etwa 760 Millionen €.
Bewertung
Die fundamentalen Perspektiven haben sich insbesondere durch die Übernahme von FFG verbessert. Die vollständigen Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag werden allerdings erst im kommenden Geschäftsjahr sichtbar. Auch ohne FFG wächst der Konzern und wird zunehmend profitabler.
Der starke Kursanstieg Ende August und Anfang September wurde unter anderem von positiven Analysteneinschätzungen unterstützt. Warburg Research sieht den fairen Wert bei 19 €, die DZ Bank bei 16 €.
Der anschließende Rücksetzer ist aus meiner Sicht daher weniger auf eine grundlegende Verschlechterung des Unternehmens zurückzuführen. Vielmehr dürfte die insgesamt schwache Börsenstimmung den Kurs belastet haben.
Entscheidend wird nun sein, ob Deutz die Integration von FFG erfolgreich umsetzt und die erwarteten Ergebnisverbesserungen tatsächlich in den kommenden Quartalen sichtbar werden.
Aufgrund der unsicheren Börsensituation sind kurzfristig weitere Kursrückgänge allerdings nicht auszuschließen.
Insgesamt bin ich für die Deutz-Aktie weiterhin zuversichtlich. Mit der Übernahme von FFG hat der Konzern sein Profil deutlich erweitert und sich einen zusätzlichen Wachstumstreiber im Rüstungsbereich erschlossen. Der aktuelle Kursrücksetzer auf 11,50 € bietet wieder eine günstigere Einstiegsbasis
Sollten die Rüstungswerte wieder stärker anziehen, dürfte das zusätzlichen Rückenwind für die Deutz-Aktie geben. Mittelfristig sehe ich den fairen Wert weiterhin bei rund 16 €. Vom aktuellen Kursniveau entspricht dies einem möglichen Anstieg von rund +39%.
Hier sei erwähnt: Die nächste Rüstungsspirale wird durch Rohstoffe angetrieben – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Aktien, die massiv vom Trend profitieren werden.
Deutz in Kürze
- Die Deutz AG (WKN: 630500) mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden unabhängigen Hersteller von Antriebssystemen. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Diesel- und Gasmotoren als auch Wasserstoff- und Elektromotoren.
- Neben dem Hauptsitz in Köln gibt es weitere 4 Produktionsstandorte. Über 13 Vertriebsgesellschaften arbeitet das Unternehmen mit rund 800 Partnern in 130 Ländern zusammen.
- Deutz ist Mitglied im MDAX und an der Börse etwa 2 Milliarden € wert.
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