Die Deutsche Bank-Aktie hat sich in den letzten Wochen ausgesprochen stark entwickelt, was letzten Dienstag zum Sprung auf ein neues 15-Jahres-Hoch bei 35,84 € führte. In den letzten Tagen haben Gewinnmitnahmen den Kurs aber wieder deutlich zurückkommen lassen. Am Dienstag verliert das Papier zeitweise mehr als -4% und rutscht auf 32,73 € ab. Das steckt hinter dem Abverkauf und so sollten sich Anleger nun verhalten.
US-Warnsignal belastet den gesamten Bankensektor
Der aktuelle Rücksetzer hat vor allem einen externen Auslöser. Aussagen von Bank-of-America-Chef Brian Moynihan haben an der Wall Street für Ernüchterung gesorgt. Die US-Großbank erwartet bei den Handelserträgen im dritten Quartal lediglich eine weitgehend stabile Entwicklung. Gleichzeitig sollen die Investmentbanking-Gebühren nur 1,6 bis 1,8 Mrd. US$ erreichen – weniger als von vielen Analysten erwartet.
Die Folge: US-Bankaktien gerieten kräftig unter Druck und ziehen Europas Finanzwerte mit nach unten. Für die Deutsche Bank ist das besonders relevant, weil Investmentbanking und Handel zu ihren wichtigen Ertragssäulen gehören. Der europäische Bankensektor gab am Dienstag deutlich nach.
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Zinsfantasie und Rückkauf sprechen für die Aktie
Trotz des kurzfristigen Gegenwinds gibt es für Deutsche-Bank-Aktionäre weiterhin gute Argumente. Ein höheres Zinsniveau kann den Nettozinsertrag stützen. Bereits im zweiten Quartal stieg dieser um 19% auf 4,5 Mrd. €, während der Konzerngewinn nach Steuern mit 1,9 Mrd. € einen Rekord für ein zweites Quartal erreichte.
Spannend wird nun die weitere Geldpolitik. Die EZB hat den Einlagenzins auf 2,50% angehoben, weitere Schritte werden am Markt nicht ausgeschlossen. Sollte sich das Zinsniveau länger auf erhöhtem Niveau halten, wäre dies für die Bank zunächst positiv.
Zusätzlichen Rückenwind liefert das laufende Aktienrückkaufprogramm über 500 Mio. €. Weniger Aktien im Umlauf erhöhen den Gewinn je Aktie und können den Kurs bei einem grundsätzlich positiven fundamentalen Umfeld zusätzlich unterstützen.
Rechtsrisiko beseitigt, Analysten bleiben optimistisch
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist inzwischen vom Tisch: Der langjährige Rechtsstreit im Zusammenhang mit der Postbank wurde durch einen Vergleich beigelegt. Damit sinkt ein erhebliches finanzielles und operatives Risiko.
Auch die Analysten sehen weiterhin Potenzial. JPMorgan nennt 41 € als Kursziel, Warburg Research 41,50 € und Goldman Sachs sogar 43,75 €. UBS sieht den fairen Wert bei 37 €, während Jefferies mit 33 € und Barclays mit 32 € vorsichtiger bleiben.
Fundamental erscheint die Aktie trotz der Rallye keineswegs zu teuer. Das erwartete KGV liegt für 2026 bei gut 10 und für 2027 bei lediglich rund 9. Das KBV bewegt sich weiterhin unter 1. Damit ist die Deutsche Bank im Vergleich zu vielen anderen Branchen und insbesondere zu Wachstumswerten moderat bewertet.
Charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend intakt
Nach der kräftigen Korrektur im ersten Quartal startete Ende März eine dynamische Aufwärtsbewegung. Ende August gelang schließlich der Ausbruch über das Januar-Top und damit verbunden der Sprung auf ein neues 15-Jahres-Hoch.
Die aktuelle Korrektur hat die zuvor überhitzte Situation deutlich bereinigt. Der Rücksetzer führt den Kurs nun an die 50-Tage-Linie und den bestehenden Aufwärtstrend. Von diesem Bereich aus könnte die nächste Aufwärtswelle starten. Erst ein nachhaltiger Bruch dieser Unterstützungen würde das Bild eintrüben und einen Test der 30-€-Marke sowie der dort verlaufenden 200-Tage-Linie wahrscheinlicher machen.
Dreht die Aktie dagegen wieder nach oben, liegen die nächsten Ziele bei 40 €, 40,71 € und anschließend 45,34 €. Für eine detailliertere Chartanalyse, kannst Du hier weiterlesen.
Der jüngste Abverkauf sieht auf den ersten Blick heftig aus, ändert aber wenig an der langfristigen Ausgangslage. Das US-Warnsignal belastet kurzfristig, während Zinsumfeld, Rückkaufprogramm, die beseitigten Rechtsrisiken sowie die günstige Bewertung weiterhin für die Deutsche Bank sprechen.
Für langfristig orientierte Anleger könnte die aktuelle Korrektur daher eher eine Gelegenheit als ein Alarmsignal darstellen. Solange die zentralen charttechnischen Unterstützungen halten, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt – und die Marke von 40 € damit durchaus erreichbar.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
Deutsche Bank in Kürze
- Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
- Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
- Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell rund 62,9 Milliarden €.
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