
Der Börsengangsmarkt in Kanada, der seit vielen Jahren ruht, erwacht erneut, wobei Banker und Börsenvertreter andeuten, dass 2026 nach etwa vier Jahren nachlassender Aktivität ein entscheidendes Jahr werden könnte.
Der Anstieg der Börsengänge würde auf ein erneutes Vertrauen in die kanadische Wirtschaft hinweisen und einen anhaltenden Trend von Unternehmen, die die Börse im Land verlassen, umkehren.
In den letzten Jahren haben kanadische Unternehmen öffentliche Märkte weitgehend gemieden, da hohe Zinssätze und anhaltend inflationsbedingte Bewertungen standen.
Mehrere Unternehmen haben ihre Börsennotierungspläne pausiert oder sich stattdessen für Private-Equity-Finanzierung entschieden.
Diese Vorsicht traf während einer weltweiten Verlangsamung der Börsengänge auf, da Marktvolatilität, Unsicherheit über US-Zölle und erhöhte IPO-Kosten ihren Tribut forderten.
Aber ihrer Meinung nach ändert sich die Stimmung. Nach verbesserten Aktienmärkten und der Investorenstimmung blicken Unternehmen in Technologie, natürlichen Ressourcen, Konsumgütern, Fintechs und anderen Sektoren erneut auf eine Börsennotierung aus.
Im Vergleich zu seinen Konkurrenten wurde Kanada härter getroffen
Im vergangenen Jahr gingen die IPO-Volumina weltweit zurück, aber der kanadische Markt war stärker betroffen.
Die globalen Schwierigkeiten wurden durch regulatorische Hindernisse verschärft, und eine kleine Anzahl von Unternehmen war bereit, an die Börse zu gehen.
Infolgedessen ging die Zahl der börsennotierten Unternehmen an der Toronto Stock Exchange (TSX) zurück, da sich andere Märkte zu stabilisieren begannen.
Viele Menschen sehen neue Börsengänge (IPOs) als Maßstab für den Zustand der Wirtschaft, da sie Investoreninteresse und Geschäftsvertrauen zeigen.
Im Fall Kanadas dienen sie auch als Lackmustest für das wirtschaftsfreundliche Programm von Premierminister Mark Carney, das Versprechen zur Steigerung der Produktivität und zur Erweiterung internationaler Handels- und Handelsallianzen beinhaltet.
Erhöhte ausländische Investitionen könnten entscheidend sein.
“Du wirst einen attraktiveren Börsengang haben, wenn mehr ausländische Investitionen ins Land kommen. Unsere Türen stehen allen weltweit offen”, sagte Michael Dehal, Senior Portfolio Manager bei Raymond James’ Dehal Investment Partners.
Er fügte hinzu, dass Unternehmen mehr Finanzierung und finanzielle Unterstützung erhalten würden, wenn sie mehr internationale Unterstützung hätten.
Hinweise auf Impuls
Es gibt bereits Anzeichen dafür, dass sich der Markt verändern könnte. Rockpoint Gas Storage, der größte Börsengang des Vorjahres, sammelte im Oktober 704 Millionen kanadische Dollar und weckte damit Hoffnungen auf eine Erhöhung der Börsennotierungen.
Sowohl Banker als auch Investoren haben die Entwicklung des Geschäfts genau beobachtet.
Laut David Rawlings, CEO von JP Morgan in Kanada, das den Rockpoint-Deal finanzierte, “können erfolgreiche Börsengänge positive Präzedenzfälle für zukünftige Emissionen schaffen.”
Er bezeichnete die Entwicklung der Aktie als positiv, während Investoren bevorstehende Geschäfte bewerten, und wies darauf hin, dass sie derzeit etwa 25 % über dem IPO-Preis gehandelt wird.
Selbst mit diesen Fortschritten bleibt das große Ganze schwierig. In den letzten drei Jahren ist die Anzahl der börsennotierten Unternehmen auf der TSX zurückgegangen.
Vor allem aufgrund von Take-Private-Deals, Fusionen und Übernahmen sowie Konsolidierungen in der Finanz- und Energiebranche gab es im Jahr 2025 nur zwei Börsengänge (IPOs) und fünfundfünfzig Delistungen. In den Jahren 2023 und 2024 überstiegen auch die Entlistungen die Listen.
Starke Aktien, dünnes Angebot
Ironischerweise fiel ein robuster Aktienmarkt mit einem Rückgang der IPO-Aktivitäten zusammen. Im Jahr 2025 stieg der SandP/TSX Composite Index um etwa 29 % und übertraf damit den Anstieg des SandP 500 um 16 %.
Gewinne bei Bergbauunternehmen und steigende Bewertungen großer Banken, die etwa ein Drittel des Index ausmachen, waren die Haupttreiber des Aufschwungs.
Selbst wenn Unternehmen nicht in den Markt einsteigen wollten, zeigt das Long Equity, dass Investoren nach Möglichkeiten suchen, um Geld zu investieren.
Peter Miller, Leiter der Equity Capital Markets bei der Bank of Montreal, behauptet, dass Letzteres das Problem war. Miller behauptete, dass das Angebot und nicht die Nachfrage nach neuen Börsennotierungen der Grund für den Rückgang der kanadischen Börsengänge sei.
Sie behauptete jedoch, dass sich der Trend in den letzten Monaten dramatisch verändert habe. Derzeit befindet sich die IPO-Pipeline auf ihrem stärksten Stand seit 2021.
Optimismus, gedämpft durch Risiken
Dieser Optimismus wird von anderen Bankern geteilt.
Jackie Nixon, Leiterin der kanadischen Aktienmärkte bei der Royal Bank of Canada, erklärte, dass ihr Team mit einer Reihe privater Unternehmen zusammenarbeitet, die voraussichtlich 2026 an die Börse gehen.
Da viele potenzielle Emittenten große Geldbeträge aufnehmen wollen, erwartet die TMX Group, die die TSX betreibt, ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Börsennotierungen.
Selbst wenn Unternehmen gelistet sind, bestehen weiterhin Gefahren. So hat der GO Residential Real Estate Investment Trust seit seinem Börsengang (IPO) im Juli 2025 fast 25 % seines Wertes verloren.
Laut Michael Ashley Schulman, Partner bei Running Point Capital Advisors, “ist wirklich entscheidend, ob Börsengänge von operativen Unternehmen nach der Emission tatsächlich gut handeln können.”
Die Schwierigkeit für Kanada im Hinblick auf 2026 wird darin bestehen, neues Interesse in langfristigen Erfolg umzuwandeln und sicherzustellen, dass neue Angebote nicht nur erscheinen, sondern auch gut genug abschneiden, um das Vertrauen in die öffentlichen Märkte zu erhalten.
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