Der DAX-Index gab am Donnerstag um mehr als 1,37 % nach und löschte damit einen Teil der Gewinne vom Vortag. Er fiel auf €23.755 von diesem Wochenhoch bei €24.140. Dieser Rückgang erfolgte, als der US‑Iran-Waffenstillstand ins Stocken geriet und Mercedes schwache Zahlen veröffentlichte.

US‑Iran‑Waffenstillstand und Mercedes‑Benz‑Auslieferungen 

Der deutsche DAX‑40‑Index zog sich zurück und spiegelte die Entwicklung anderer europäischer Indizes wie des CAC 40, FTSE 100 und des IBEX 40 wider.

Der Rücksetzer erfolgte, da die Sorge wuchs, dass der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran nicht halten könnte, insbesondere aufgrund Israels Rolle. Israel setzte seine Bombardements im Libanon fort, während der Iran die Straße von Hormus weiterhin blockiert.

In einem Truth‑Social‑Post erklärte Trump, dass die US‑Streitkräfte in der Region bleiben würden, bis ein Abkommen erzielt sei. 

Die meisten Analysten gehen ebenfalls davon aus, dass der Waffenstillstand nicht von Dauer sein wird, weshalb die Rohölpreise am Donnerstag weiter stiegen, wobei der West Texas Intermediate (WTI) sich der Marke von $100 näherte.

Deutschland ist stark von den steigenden Energiepreisen betroffen, da es seine gesamte Energie importiert. Ein Großteil seines Öls und Gases stammt aus dem Nahen Osten, wo die Versorgung weitgehend versiegt ist.

Die stark gestiegenen Energiepreise belasten den deutschen Industriesektor, sodass Top‑Unternehmen wie BASF ihre Produktionsbasis nach China verlagern.

Gleichzeitig fiel der DAX‑Index, da Automobilhersteller weiter unter Druck standen. Ein Bericht von Mercedes‑Benz zeigte, dass die Verkäufe im ersten Quartal gesunken sind, angetrieben von rückläufigen Zahlen in China.

Die Verkäufe sanken im Q1 um 6 % auf 499.700 Fahrzeuge, wobei die Verkäufe in China um 27 % zurückgingen. Diese Schwäche fällt ins Gewicht, da sie sich gegenüber einem Rückgang von 19 % im vorangegangenen Quartal verschlechterte.

Mercedes‑Benz und andere führende europäische Autohersteller kämpfen in China, wo lokale Marken wie Nio, Li Auto, BYD und XPeng weiterhin Marktanteile gewinnen.

Gleichzeitig stand das Unternehmen in den USA vor einer Herausforderung, da Donald Trump hohe Zölle auf ausländische Importe verhängte.

Infolgedessen fiel der Aktienkurs von Mercedes‑Benz nach den Auslieferungszahlen um 2,2 %. Volkswagen‑ und Daimler‑Truck‑Aktien gaben um über 2,54 % bzw. 2,2 % nach. Zu den weiteren größten Verlierern im Index zählten Unternehmen wie SAP, Rheinmetall, GEA Group, Airbus und Adidas.

Technische Analyse des DAX‑Index 

DAX‑Index‑Diagramm – Quelle: TradingView

Das Drei‑Tage‑Diagramm zeigt, dass der DAX‑40‑Index am Mittwoch anstieg, als die weltweiten Aktienmärkte nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und Iran zulegten.

Diese Erholung war kurzlebig, da er auf €23.795 zurückfiel. Er versucht nun, die Kurslücke vom Mittwoch zu schließen. Er liegt weiterhin unter dem 100‑Tage‑Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA).

Der Supertrend‑Indikator bleibt im roten Bereich, während sich der Relative‑Stärke‑Index (RSI) umgedreht hat und von 60 auf 54 gefallen ist. 

Daher könnte der Index kurzfristig weiter fallen, da Verkäufer das nächste Ziel bei €23.000 anvisieren. Er wird sich letztlich nach einer vollständigen Verpflichtung zur Beendigung des Krieges erholen. Sollte dies eintreten, würde er bis zum wichtigen Widerstand bei €25.000 ansteigen.

The post DAX gefährdet durch brüchigen Waffenstillstand – Mercedes-Benz-Verkäufe stürzen ab appeared first on Invezz