Die Futures auf europäische Aktienindizes waren heute, June 11, relativ uneinheitlich, da Anleger die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf den Energiemarkt beobachteten. Zudem zeigten sie sich vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückhaltend.

Futures auf den deutschen DAX fielen um 80 Punkte auf €24,160. Er liegt damit fast 6% unter seinem Höchststand in diesem Jahr. Dagegen stiegen Futures auf den CAC 40 und den Euro Stoxx leicht und spiegelten die Performance ihrer amerikanischen Pendants wider. Nach starken Verlusten am Mittwoch legten die Futures auf den Dow Jones, den S&P 500 und den Nasdaq 100 um über 0.35% zu.

DAX Index

DAX, CAC 40, and IBEX indices | Source: TradingView

Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank

Europäische Aktienindizes wie DAX, CAC 40, IBEX 35 und FTSE MIB stehen heute im Mittelpunkt, da die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsentscheidung bekanntgibt.

Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass die Zentralbank die Zinsen um 0.25% anhebt, um der erhöhten Inflation entgegenzuwirken. Die jüngsten Daten zeigten, dass die Gesamtinflationsrate der Verbraucher im Mai auf 3.2% stieg gegenüber 3% im Vormonat. Sie befindet sich nach einem Tief bei 1.7% im Januar im Aufwärtstrend.

Die Kerninflation, die volatile Nahrungsmittel‑ und Energiepreise ausklammert, stieg im Mai auf 2.5% gegenüber 2.2% im April. Diese Kennzahl ist in den vergangenen Monaten ebenfalls im Aufwärtstrend.

Daher wird nun erwartet, dass die Bank die Zinsen um 0.25% anhebt, wobei Polymarket‑Händler voraussichtlich eine restriktivere Haltung in diesem Jahr beibehalten.

Diese Entwicklung stellt einen erheblichen Rückschlag für die Bank dar, die vor Kriegsbeginn noch eine zinsfreundliche Haltung eingenommen hatte. Sie senkte die Sätze von 4.5% im Jahr 2024 auf aktuell 2.15%.

Diese Erwartungen erklären, warum europäische Anleiherenditen in den letzten Wochen deutlich gestiegen sind. In Deutschland sprang die zehnjährige Rendite auf 3.076% und notiert in der Nähe ihres höchsten Standes seit 2011.

In Frankreich kletterte die zehnjährige Rendite auf 3.732%, den höchsten Stand seit 2009. In Spanien bzw. Italien stiegen die Renditen auf 3.53% bzw. 3.86%. All diese Werte haben sich seit ihren Tiefstständen in diesem Jahr deutlich erhöht.

In den meisten Fällen tendieren Aktien dazu, unter der Erwartung steigender Zinsen schwächer abzuschneiden. Höhere Zinsen erhöhen in der Regel die Finanzierungskosten der Unternehmen.

Die US‑Iran‑Krise eskaliert

Europäische Indizes zeigen sich zudem volatil aufgrund der anhaltenden US‑Iran‑Krise, die über Nacht eskaliert ist. Die USA führten Übergriffe gegen den Iran durch, worauf Teheran reagierte.

Infolgedessen blieben die Energiepreise relativ stabil: Brent und West Texas Intermediate (WTI) stiegen auf jeweils $94 bzw. $90.

Laut Axios erwägt Präsident Donald Trump eine andauerndere Offensive, um den Iran zu Verhandlungen zu drängen. Ein derartiger Schritt würde eine harte Reaktion des Iran provozieren und die Ölpreise weiter nach oben treiben.

Beispielsweise hat der Iran angedeutet, das Rote Meer schließen zu können, durch das 12% aller Rohöltransporte verlaufen. Diese Sorgen dürften sich daher verschärfen und negative Auswirkungen auf die europäischen Indizes haben.

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