Porträt von Friedrich Merz mit deutscher Flagge und Industrieschornsteinen, die Deutschlands Wirtschafts- und Energiekrise symbolisieren

Der DAX hat sich in den vergangenen Wochen seitwärts bewegt, während Anleger auf die jüngste deutsche Berichtssaison reagierten. Er schloss die letzte Woche bei 26.046 Punkten, damit etwas höher als das Wochentief bei 25.720. Dieser Artikel beleuchtet einige der wichtigsten Nachrichten, die die deutschen Aktien diese Woche antreiben dürften.

Deutschland: AfD-Wahlsieg

Ein zentraler Auslöser mit erheblichem Einfluss auf den DAX sind die Wochenendwahlen. Hauptsächlich ist, dass die Alternative für Deutschland (AfD), eine rechtspopulistische Partei, die Wahl im östlichen Bundesland Sachsen-Anhalt mit einem Stimmenanteil von 44,5 % gewann. Im Gegensatz dazu fielen die Christdemokraten von 37,1 % im Jahr 2021 auf 18,5 %.

Die Partei gewann 39 der 83 Mandate im Parlament und verfehlte damit die absolute Mehrheit von 42 Sitzen, sodass sie eine Koalition bilden muss. Analysten gehen davon aus, dass ein Bündnis mit der linksgerichteten Partei Bündnis Sahra Wagenknecht möglich ist.

Der anhaltende AfD‑Zuwachs fällt in eine Zeit, in der viele Menschen in Deutschland besorgt über die politische Richtung des Landes sind. Sie beobachteten einen starken Anstieg der Zuwanderung, während sich das Wirtschaftswachstum in den vergangenen Monaten verlangsamt hat.

Wichtig ist zudem, dass viele Deutsche sehen, wie mehrere Unternehmen unter Druck geraten. Ein Beispiel ist Volkswagen, das angekündigt hat, 50.000 Arbeitsplätze abzubauen, da der Wettbewerb zunimmt. Da chinesische Unternehmen wettbewerbsfähiger werden, besteht die Sorge, dass das Unternehmen zusammen mit anderen deutschen Autoherstellern Schwierigkeiten haben wird, mitzuhalten.

Diese politischen Ereignisse werden deutsche Aktien beeinflussen, da Anleger mögliche neue politische Maßnahmen und deren Folgen bewerten.

EZB-Zinsentscheidung

Der DAX wird zudem auf die kommende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag reagieren. Die Entscheidung ist besonders wichtig, da die europäische Inflation vor dem Hintergrund des anhaltenden US‑Iran‑Konflikts steigt.

Marktteilnehmer erwarten daher, dass die Bank die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,65 % anheben wird. Die Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung bei Polymarket und Kalshi sind auf über 90 % gestiegen.

Die EZB erhöht die Zinsen wegen der erhöhten Inflation und weil die Anleiherenditen auf einem hohen Niveau geblieben sind. Daten zeigen, dass die Zehnjahresrendite letzte Woche auf 3,4 % sprang, bevor sie auf 3,33 % zurückging.

US‑Inflationsbericht

Der DAX wird auch auf den bevorstehenden US‑Verbraucherpreisbericht reagieren. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass der Bericht zeigen wird, dass die US‑Inflation im August dieses Jahres über dem 2‑%‑Ziel der Federal Reserve blieb.

Diese Zahlen erscheinen eine Woche nach dem starken Bericht zu den Nonfarm‑Payrolls, der zeigte, dass die Wirtschaft über 162.000 Stellen hinzugewonnen hat. Ein stärker als erwarteter Inflationsbericht würde die Federal Reserve dazu veranlassen, die Zinsen möglicherweise bereits nächste Woche anzuheben.

Trump hat gewarnt, dass er darauf abzielen werde, den Handel mit Ländern zu schwächen, gegenüber denen die USA Handelsdefizite haben. Deutschland wies im vergangenen Jahr einen Überschuss von mehr als 72 Mrd. $ mit den USA aus, womit es ins Visier geraten könnte. Ein solcher Schritt würde deutsche Aktien belasten, insbesondere die bereits angeschlagenen Autobauer.

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