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Britische Unternehmen mussten im November einen starken Vertrauensrückgang hinnehmen, wobei die Stimmung auf den tiefsten Stand seit Januar 2023 fiel.

Dies erfolgt im Anschluss an das steuerlastige Herbstbudget der Labour-Partei, das in allen Branchen erhebliche Bedenken ausgelöst hat.

Laut dem monatlichen Bericht von BDO sank der Optimismusindex um 5,81 Punkte auf 93,49 – der stärkste monatliche Rückgang seit August 2021.

Budgetmaßnahmen erschüttern das Vertrauen

Der Vertrauensverlust war in den Dienstleistungs- und Fertigungssektoren zu beobachten.

BDO führt diesen starken Rückgang auf die sofortige Reaktion der Unternehmen auf die Haushaltsmaßnahmen zurück, darunter die Erhöhung der Beiträge zur National Insurance (NI) und der Anstieg des National Living Wage.

In dem Bericht von BDO wurden die Herausforderungen hervorgehoben, mit denen Unternehmen derzeit konfrontiert sind, darunter steigende Kosten, sinkende Aufträge und Druck auf dem Arbeitsmarkt.

„Obwohl die Unternehmen auf Zinssenkungen Anfang nächsten Jahres hoffen, könnten diese Kostendrücke die potenziellen Vorteile aufwiegen und die Aussichten ungewiss lassen“, heißt es in dem Bericht.

Arbeitslosigkeit sinkt seit Beginn der Pandemie am schnellsten

Die Sorgen wurden noch verschärft, da die Zahl der offenen Stellen im Vereinigten Königreich im November so stark zurückging wie seit Beginn der Pandemie nicht mehr.

Ein Bericht von KPMG und der Recruitment and Employment Confederation (REC) ergab, dass die Nachfrage nach Personal einen „scharfen und beschleunigten“ Rückgang verzeichnete, wobei vor allem unbefristete Stellen betroffen waren.

„Unternehmen überdenken angesichts der gestiegenen Personalkosten ihre Einstellungspläne, was zu einer erheblichen Verlangsamung der Rekrutierungsaktivitäten beiträgt“, sagte Jon Holt, CEO von KPMG.

Einzelhändler warnen vor Kosten in Milliardenhöhe

Besonders alarmiert sind die Einzelhändler über die Erhöhung der National Insurance. Das British Retail Consortium schätzt, dass dies den Sektor ab April 2025 jährlich 2,3 Milliarden Pfund (2,93 Milliarden Dollar) kosten könnte.

Tesco muss in den nächsten vier Jahren mit zusätzlichen Kosten von 1 Mrd. Pfund für die nationale Krankenversicherung rechnen, während der Vorstandsvorsitzende von Sainsbury’s, Simon Roberts, sagte, dass die nationalen Krankenversicherungskosten des Unternehmens um mehr als 50 % pro Jahr steigen würden, da sich die Kosten um zusätzliche 140 Mio. Pfund erhöhen würden.

Am Montag gab Domino’s Pizza bekannt, dass die Änderungen in Bezug auf die Beiträge zur National Insurance und den nationalen Mindestlohn die Arbeitskosten des Unternehmens und seiner Franchisepartner „erheblich erhöht“ hätten.

Das Unternehmen gab bekannt, dass es trotz der Identifizierung spezifischer Pläne zur Minderung der finanziellen Auswirkungen erwartet, dass die jährlichen Kosten für die Domino’s Pizza Group ab dem Geschäftsjahr 2024/25 um etwa 3 Millionen Pfund steigen werden.

Die Aktien von Domino’s Pizza fielen nach der Bekanntgabe um 3 % oder 11,4 Pence auf 340,6 Pence, obwohl das Unternehmen eine neue fünfjährige Vereinbarung mit seinen Franchise-Nehmern bekannt gab.

Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, wiederholte im vergangenen Monat die Bedenken der Arbeitgeber und warnte, dass die gestiegenen Kosten die Unternehmen zu Stellenstreichungen zwingen könnten.

Ein gemischtes Wirtschaftsprognose

Die doppelte Herausforderung durch den Kühlungsbedarf und die steigenden Kosten zeichnet ein düsteres Bild für die britische Wirtschaft.

Obwohl eine gewisse Erleichterung durch Zinsanpassungen eintreten könnte, scheinen die unmittelbaren Auswirkungen der Haushaltsmaßnahmen die potenziellen Vorteile zu überwiegen.

Unternehmen stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, die Betriebskosten mit der Aufrechterhaltung der Mitarbeiterstärke in einer sich verlangsamenden Wirtschaft in Einklang zu bringen.

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