
CoreWeave, das von Nvidia unterstützte Cloud-Computing-Unternehmen, das sich auf Infrastruktur für künstliche Intelligenz spezialisiert hat, erhielt diese Woche trotz Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Investoren nach seinem Börsengang (IPO) überwiegend positive Analystenberichte.
Am Dienstag endete die obligatorische Stillhaltefrist für Brokerfirmen nach dem Börsengang, so dass die Wall Street-Analysten mit der offiziellen Beurteilung der Aktie beginnen konnten.
Fünf große Firmen, darunter Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan, begannen mit der Beurteilung und äußerten sich überwiegend positiv zu den Zukunftsaussichten des Unternehmens.
Das Unternehmen mit Sitz in Livingston, New Jersey, bietet Cloud-Dienste an, die von hochmodernen Nvidia-GPUs unterstützt werden, und betreibt 32 Rechenzentren mit über 250.000 Chips.
Diese Fähigkeiten haben CoreWeave zu einem wichtigen Akteur im boomenden Bereich der generativen KI gemacht, ein Punkt, der von Analysten weithin hervorgehoben wird.
Dennoch blieb das Interesse der Anleger verhalten.
Entwicklung der CRWV-Aktie und Optimismus der Analysten
Die Aktien von CoreWeave sind fünf Handelstage in Folge gefallen und schlossen am Montag bei 35,25 $, was einem Tagesverlust von 12,4 % und einem Wert unter dem IPO-Kurs von 40 $ entspricht.
Die Aktie stieg am Dienstag im vorbörslichen Handel um über 2 % auf 35,42 $.
Goldman Sachs setzte das optimistischste Kursziel bei 54 $, während JP Morgan mit 43 $ das konservativste Ziel ausgab.
„CoreWeave hat eine Erfolgsbilanz als erster Anbieter von Next-Gen-GPUs, was es anderen Hyperscalern erschwert, die Branchenführerschaft zu beanspruchen“, bemerkte JP Morgan.
Goldman Sachs begründete sein Kursziel von 54 $ trotz neutraler Bewertung mit der Einzigartigkeit des Unternehmens und dem Fehlen direkter börsennotierter Wettbewerber.
Kundenkonzentration und makroökonomische Gegenwinde sind Warnsignale
Trotz des Enthusiasmus äußerten Analysten auch erhebliche Bedenken.
An erster Stelle steht die Abhängigkeit von CoreWeave von einer kleinen Anzahl von Kunden.
Im Jahr 2023 stammten fast 77 % des Umsatzes von nur zwei Kunden, von denen einer vermutlich Microsoft ist.
Barclays warnte davor, dass die starken Verbindungen des Unternehmens zu Microsoft und OpenAI – gefestigt durch einen kürzlich abgeschlossenen Fünfjahresvertrag über 11,9 Milliarden $ – sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche darstellen könnten.
„Die enge Beziehung zu Microsoft und OpenAI könnte sich in beide Richtungen auswirken … und die Kundenkonzentration stellt hier ein Risiko dar“, sagte Barclays.
Morgan Stanley, das die Aktie mit „equal-weight“ bewertete, fügte hinzu, dass die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit und die Schwäche der Aktienmärkte die Anlegerstimmung dämpfen könnten.
„Das volatile makroökonomische (und Aktien-)Umfeld könnte die Bereitschaft der Anleger einschränken“, bemerkte das Unternehmen.
JP Morgan warnte außerdem, dass die kapitalintensive Natur der CoreWeave-Operationen, die durch Schulden getrieben wird, risikoscheue Anleger möglicherweise nicht ansprechen könnte, und bezeichnete das Unternehmen als „eine wilde, holprige, volatile Fahrt“.
Börsengang verfehlt anfängliche Ziele, da sich die Stimmung der Anleger abkühlt
Der Börsengang von CoreWeave, der ursprünglich als großer Erfolg erwartet wurde, blieb hinter den Erwartungen zurück.
Das Unternehmen hatte einen Aktienpreis zwischen 47 und 55 $ angestrebt und damit potenziell bis zu 2,5 Milliarden $ einnehmen wollen.
Die verhaltene Nachfrage zwang das Unternehmen jedoch, das Angebot auf 37,5 Millionen Aktien zu reduzieren, gegenüber den ursprünglich geplanten 49 Millionen.
„Es gibt viele Gegenwinde im Makrobereich“, gab CEO Michael Intrator letzten Monat in einem Interview mit CNBC zu. „Und wir mussten die Transaktion definitiv skalieren oder anpassen, um dem Kaufinteresse gerecht zu werden.“
Die Börsennotierung wurde als Lackmustest für den Appetit der Anleger auf KI-bezogene Aktien in Zeiten erhöhter Volatilität angesehen.
Während die Hoffnungen auf ein günstigeres regulatorisches Umfeld im Falle einer möglichen Wiederwahl Trumps die Stimmung zunächst beflügelt hatten, haben die zunehmenden Zollsorgen und die makroökonomische Unsicherheit seitdem stark belastet.
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