
Top‑Neocloud‑Aktien fallen diese Woche und büßen damit einen Teil der Gewinne ein, die viele von ihnen letzte Woche nach der Veröffentlichung starker Finanzergebnisse erzielt hatten. Die Nebius‑Aktie stürzte auf $241 von diesem Monatshoch von $280. Ähnlich sanken CoreWeave und TeraWulf auf $93 bzw. $15.62.
TeraWulf, CoreWeave und Nebius: Aktien im Zeichen von KI‑Blasenängsten
Der anhaltende Kurssturz der WULF-, CRWV- und NBIS‑Aktien ist Folge des laufenden Technologie‑Abverkaufs vor dem Hintergrund steigender Anleiherenditen. Nvidia, der Paradevertreter des KI‑Boombs, fiel auf $219 von einem Wochenhoch von $227. Auch andere Schwergewichte wie AMD, Oracle und Broadcom gaben deutlich nach.
Der Hauptgrund für den Abverkauf waren die steigenden US‑Anleiherenditen, wobei die 30‑jährige Rendite auf ihr höchstes Niveau seit über zwei Jahrzehnten kletterte. Anleger sorgen sich um den Zustand der US‑Wirtschaft, da die Staatsverschuldung stark ansteigt und der US‑Iran‑Krieg in ein Patt geraten ist.
Gleichzeitig fürchten Anleger eine mögliche KI‑Blase. Michael Burry, der die globale Finanzkrise korrekt vorausgesagt hatte, hat die Blase ausgerufen und auf Short‑Positionen einiger führender Unternehmen der Branche gesetzt, unter anderem Nebius.
Er ist damit nicht allein: Bei TeraWulf, Nebius und CoreWeave liegen Leerverkaufsquoten von jeweils 23%, 25% bzw. 13% vor. In einem Bericht am Dienstag warnte die Europäische Zentralbank, dass angesichts des KI‑Boombs eine Marktbereinigung möglich sei.
Einige Analysten halten die KI‑Blasenängste jedoch für überzogen und verweisen auf das starke Wachstum der führenden Unternehmen der Branche. So erzielte Anthropic im zweiten Quartal über $11 billion, wobei die annualisierte Umsatzlaufrate $65 billion erreichte.
OpenAI verzeichnete im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 18% auf $6.7 billion. Obwohl dieses Wachstum die Anleger enttäuschte, erklärte das Management, dass sich der Umsatz im dritten Quartal beschleunige.
Top‑Neocloud‑Unternehmen veröffentlichten starke Ergebnisse
Top‑Neocloud‑Unternehmen veröffentlichten starke Finanzergebnisse. TeraWulfs Umsatz fiel im zweiten Quartal auf $71 million gegenüber $47 million im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Dieser Rückgang ist auf den anhaltenden Bitcoin‑Preisrückgang zurückzuführen und darauf, dass sich das Unternehmen weiter in Richtung KI‑Rechenzentren orientiert. Das KI‑Geschäft läuft gut, wie der 20‑jährige Vertrag mit Anthropic im Wert von fast $19 billion zeigt. Wird der Vertrag um fünf Jahre verlängert, steigt das Volumen auf $33 billion.
CoreWeave legte ebenfalls starke Zahlen vor: Der Umsatz sprang um 112% auf $2.6 billion und das bereinigte EBITDA stieg auf $1.5 billion. Nebius gab an, dass der Quartalsumsatz um 454% auf $582 million zulegte.
Analysten erwarten eine Beschleunigung der Umsätze der drei Unternehmen. Für CoreWeave werden $12.8 billion in diesem Jahr und $26 billion im nächsten Jahr erwartet. Für Nebius werden hingegen $3.4 billion und $11.9 billion in den jeweils nächsten zwei Jahren prognostiziert. TeraWulfs Umsatz soll in diesem Zeitraum auf $270 million bzw. $905 million steigen.
Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass die Betriebskosten weiter erhöht sind: Die Preise für GPUs, Speicher, Server und optische Komponenten steigen stark. Daher müssen sie erhebliche Mittel durch Fremd‑ und Eigenkapital aufnehmen, um dieses Wachstum zu finanzieren.
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