Hongkong

Der Hang Seng Index fiel weiter in eine Korrektur und erreichte, als Anleger auf die jüngste Zinssatzentscheidung der Federal Reserve reagierten, sein niedrigstes Niveau seit Juli. Er ging auf 24,468 Punkte zurück, mehr als 11% unter dem diesjährigen Höchststand. 

Hang Seng fällt, Gegenwind nimmt zu

Die Aktien Hongkongs fallen heute und spiegeln die Entwicklung ihrer US‑Pendants wie des Dow Jones und des Nasdaq 100 wider, die nach der Zinssatzentscheidung der Federal Reserve kräftig nachgaben. 

Die Fed beschloss, die Zinsen um 0,25% auf 3,75% bis 4% anzuheben, wobei Beamte andeuteten, bei anhaltend hoher Inflation weitere Erhöhungen vorzunehmen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Inflation länger hartnäckig bleiben könnte, da die Rohölpreise stark gestiegen sind; US‑Diesel erreichte ein Rekordhoch. Der Benzinpreis liegt bei über $4.3. 

Präsident Donald Trump reagierte verärgert auf die Erhöhung und forderte, die Fed solle die Zinsen auf 1% senken. Er brachte das ungewöhnliche Argument vor, die USA sollten erwägen, den Handel mit allen Ländern einzustellen, mit denen sie ein Handelsdefizit haben. Seiner Darstellung zufolge sei ein Handelsdefizit vergleichbar mit einem Verlust und die USA würden über $1.95 trillion pro Jahr einsparen. 

Die meisten Ökonomen halten Trumps Argumentation zu Defiziten für falsch und weisen darauf hin, dass die US‑Wirtschaft vom höheren Handelsvolumen profitiert. Zum einen exportiert das Land weiterhin Güter und Dienstleistungen im Wert von über $3.4 trillion pro Jahr. 

Daher fällt der Hang Seng Index wahrscheinlich auch, weil eine Eskalation seines Handelskonflikts chinesische Unternehmen treffen würde. China exportiert Waren im Wert von über $305 billion pro Jahr in die USA. Positiv zu vermerken ist, dass US‑Gerichte Trumps Extreme in puncto Zölle bislang gebremst haben. 

Der Hang Seng fällt zudem, da die Spannungen zwischen den USA und Iran zunehmen. Iran hat sich geweigert, auf Trumps Forderungen einzugehen, und signalisiert, dass es eine Eskalation in Kauf nimmt. Gleichzeitig haben die Exporte Saudi‑Arabiens, das Millionen Barrel Öl nach China liefert, nach der Stilllegung der East‑West‑Pipeline einbrechen

Der Ausverkauf im Hang Seng Index traf Unternehmen über alle Sektoren hinweg. Tencent, nach Marktkapitalisierung das größte chinesische Unternehmen, fiel um 1,6%. Führende Banken wie ICBC, HSBC, China Construction Bank und Bank of China gaben um nahezu 2% nach. Weitere große Unternehmen wie PetroChina, Alibaba und CNOOC schlossen ebenfalls im Minus.

Technische Analyse des Hang Seng Index

Chart des Hang Seng Index | Quelle: TradingView

Der Tageschart zeigt, dass der Hang Seng Index in den vergangenen Tagen unter Druck geraten ist. Er ist von einem Hoch von 26,210 am 4. August auf aktuell 24,473 gefallen, sein niedrigster Stand seit Juli. 

Ein genauerer Blick zeigt, dass das sich bildende bullische Wimpelmuster, das aus einer vertikalen Linie und einem Dreieck besteht, ungültig wurde. Der Index ist unter die Unterkante des Dreiecks sowie unter den 50‑Tage‑Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (50‑Tage‑EMA) gefallen.

Daher dürfte der Index in den kommenden Tagen unter Druck bleiben und möglicherweise das Unterstützungsniveau bei 24,000 ansteuern. Positiv ist, dass sich langsam eine Doji‑Kerze ausbildet, die eine kurzzeitige Erholung auslösen könnte.

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