
Der Rolls‑Royce‑Aktienkurs fiel drei Tage in Folge und erreichte seinen niedrigsten Stand seit dem 7. April, als Rohöl kräftig anstieg. Er fiel auf ein Tief von 1.160p und damit deutlich unter das Jahreshoch von 1.420p.

RR-Kursdiagramm | Quelle: TradingView
Der anhaltende Einbruch der Rolls‑Royce‑Aktie folgte darauf, dass Präsident Donald Trump erneut ein TACO (Trump zieht sich immer zurück) in Bezug auf Iran ablieferte. In einer Erklärung am Dienstag entschied er, Iran eine Verlängerung des Waffenstillstands anzubieten.
Das tat er, nachdem iranische Regierungsvertreter beschlossen hatten, Gespräche mit den USA in Pakistan ausfallen zu lassen. In einer Erklärung sagten iranische Vertreter, es bestehe kein Bedarf für die Gespräche, da die USA weiterhin Sanktionen verhängen und die Straße von Hormus blockieren.
Infolgedessen sind die Rohölpreise stark gestiegen, wobei Brent sich der wichtigen Widerstandsmarke von 100 $ nähert. Dieser Trend könnte anhalten, falls der Krieg kurzfristig wiederauflebt.
Wie wir schon früher schrieben, glaubt Iran, dass ein lang andauernder Krieg, so schmerzhaft er auch sein mag, die USA daran hindern wird, einen weiteren Angriff zu starten. Zudem glaubt es, dass ein langer Krieg den Demokraten bei der Wahl im November zu Siegen verhelfen wird.
All diese Faktoren sind für den Rolls‑Royce‑Aktienkurs riskant, da das zivile Luftfahrtgeschäft 51 % des Umsatzes ausmacht. Eine länger andauernde Kriegsperiode würde beispielsweise das Geschäft in der Golfregion beeinträchtigen. Das erklärt, warum Luftfahrtaktien wie IAG und EasyJet heute schwächeln.
Gleichzeitig besteht das Risiko von Kerosinknappheit in Europa, was die Flugstunden der meisten Kunden reduzieren würde. Dies würde auch das Wachstum des Geschäfts einschränken.
Zum einen verdient Rolls‑Royce Holdings den Großteil seines Geldes mit langfristigen Serviceverträgen für Fluggesellschaften. Diese Verträge werden auf Stundenbasis abgerechnet.
Mit steigenden Flugkosten besteht das Risiko, dass Fluggesellschaften Strecken reduzieren, um Kosten zu sparen. Tatsächlich kündigte Luthansa, ein wichtiger Kunde, in einer Erklärung am Dienstag an, 20.000 Flüge zu streichen, und weitere Unternehmen könnten dies ebenfalls tun, falls der Krieg sich länger hinzieht.
Auch andere Gesellschaften wie KLM und SAS Scandinavian Airlines haben Flüge gestrichen; dieser Trend könnte kurzfristig anhalten.
Dennoch gibt es auf der positiven Seite Anzeichen dafür, dass sich die Aktie nach Ende des Krieges erholen wird. Zum Beispiel sprang die RR-Aktie nach Trumps Ankündigung des Waffenstillstands von 1.080p auf 1.300p.
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