Der DAX hat sich in der vergangenen Woche wieder stabilisiert. Das größte deutsche Börsenbarometer legte unter dem Strich fast 270 Punkte zu und schloss +1,08% höher mit 25.099 Punkten. Die höchsten Gewinne verzeichneten die Papiere von Daimler Truck und Airbus, Scout24 war schwächster DAX-Wert. Geht es in der neuen Woche weiter nach oben?

Die Bullen dominieren über weite Strecken

Nach einem verhaltenen Wochenstart mit nur leichten Kursgewinnen zog der Index am Dienstag wieder spürbar an. Auch zur Wochenmitte dominierten die Käufer, ehe es am Donnerstag aufgrund der weltweiten Marktturbulenzen zu einem kräftigen Rücksetzer kam. Am Freitag zog der DAX aber wieder deutlich an und machte die Vortagesverluste größtenteils wett.

Geopolitik und Ölpreis sorgen für Gegenwind

Der DAX geht mit reichlich Gegenwind in eine der wichtigsten Handelswochen des Sommers. Während die Berichtssaison in Europa und den USA auf Hochtouren läuft, sorgen der eskalierende Nahost-Konflikt, Ölpreise von knapp 100 US$ je Barrel (Brent) und die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed für Nervosität. Gleichzeitig stehen zahlreiche Konjunkturdaten auf dem Programm. Die kommenden Tage dürften deshalb darüber entscheiden, ob der deutsche Leitindex wieder Kurs auf sein Rekordhoch nimmt oder die jüngste Konsolidierung anhält.

Nach den deutlichen Kursverlusten im Technologiesektor hat sich der DAX zuletzt zwar etwas gefangen, die Stimmung bleibt jedoch angespannt. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich zuletzt weiter verschärft. Angriffe auf wichtige Schifffahrtsrouten im Roten Meer und rund um die Straße von Hormus haben den Brent-Ölpreis zeitweise wieder über die Marke von 100 US$ je Barrel getrieben. Damit rücken auch Inflationssorgen wieder in den Fokus. Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen sind bereits auf den höchsten Stand seit Anfang 2025 gestiegen.

Für den DAX ist das eine schwierige Ausgangslage. Zwar notiert der Index weiterhin nur wenige Prozent unter seinem Rekordhoch, doch steigende Energiepreise, eine mögliche Verschärfung der Geldpolitik und die geopolitischen Risiken könnten die Kauflaune der Anleger bremsen.

Fed-Entscheid wird zum Höhepunkt der Woche

Im Mittelpunkt steht am Mittwoch die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Zwar rechnen die meisten Volkswirte damit, dass die Fed ihre Leitzinsen unverändert lässt. Entscheidend dürfte jedoch der Ausblick von Fed-Chef Kevin Warsh werden. Angesichts des kräftigen Ölpreisanstiegs und der wieder zunehmenden Inflationsrisiken achten Investoren akribisch auf Hinweise, ob die Notenbank im Herbst einen restriktiveren Kurs einschlagen könnte.

Bereits am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen unverändert gelassen, gleichzeitig aber weitere Zinsschritte nicht ausgeschlossen. Die Geldpolitik bleibt damit ein zentraler Belastungsfaktor für die Aktienmärkte.

Berichtssaison erreicht ihren Höhepunkt

Parallel dazu nimmt die Berichtssaison weiter Fahrt auf. Den Auftakt unter den DAX-Unternehmen macht am Montag Hochtief. Am Dienstag folgen unter anderem Mercedes-Benz und die Deutsche Bank, ehe am Mittwoch BASF Zahlen vorlegt.

Besonders voll wird es am Donnerstag: Heidelberg Materials, BMW, Adidas, Symrise und MTU Aero Engines öffnen ihre Bücher. Den Abschluss der Woche bildet Siemens Healthineers am Freitag.

Auch in den USA stehen zahlreiche Schwergewichte im Fokus. Microsoft und Meta berichten am Mittwoch, Apple und Amazon folgen einen Tag später. Nachdem Alphabet und Tesla trotz starker Quartalszahlen wegen ihrer hohen Investitionen in künstliche Intelligenz unter Druck geraten waren, dürften Anleger diesmal besonders genau auf Aussagen zu den milliardenschweren KI-Ausgaben achten.

Wichtige Konjunkturdaten voraus

Neben den Unternehmenszahlen richtet sich der Blick auf mehrere wichtige Konjunkturindikatoren. Bereits am Montag wird mit dem Ifo-Geschäftsklima das wichtigste deutsche Stimmungsbarometer veröffentlicht.

Am Donnerstag folgen die ersten Schätzungen zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal für die Eurozone und die USA. Ebenfalls am Donnerstag werden die deutschen Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht. Den Abschluss bilden am Freitag die Inflationsdaten für die Eurozone, die neue Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB liefern dürften.

Daimler Truck und Airbus ziehen an, Scout24 gibt nach

Hierzulande waren die Aktien von Daimler Truck und Airbus die Top-Performer mit einem Wochenplus von +8,21% bzw. +5,93%. Daimler Truck profitierte von einer Anhebung der Umsatz- und Gewinnziele und erreichte mit einem Kurs von 46,53 € den höchsten Stand seit April 2024. Das Rekordhoch bei 47,64 € ist nun zum Greifen nah.

Airbus profitierte von höheren Zielen des US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtkonzerns RTX und schob sich wieder über die Marke von 200 €. Nach einer zweiwöchigen Korrektur scheint die Aufwärtsbewegung seit Ende März weiterzugehen.

Weniger gut lief es für die Aktie von Scout24, die mit einem Minus von -5,46% ans DAX-Ende rutschte. Nach einer kurzen Erholungsphase ist der Kurs von der 200-Tage-Linie wieder nach unten abgeprallt, sodass der Abwärtstrend seit Juli letzten Jahres vor der Fortsetzung stehen könnte.

Charttechnik: Rekordhoch bleibt in Reichweite

Der DAX hat sich in der abgelaufenen Handelswoche wieder über die Marke von 25.000 Punkten zurückgekämpft und damit einen bedeutenden charttechnischen Erfolg gefeiert. Damit könnte sich das Momentum wieder stärker in Richtung der Bullen verlagern.

Auf der Oberseite bleibt die 21-Tage-Linie eine entscheidende kurzfristige Hürde. Bei einem erfolgreichen Ausbruch wäre ein Folgeanstieg zum Rekordhoch bei 25.900 Punkten aus charttechnischer Sicht wieder im Bereich des Möglichen.

Bei einem erneuten Abrutschen unter die 25.000-Punkte-Marke indes könnte die Schaukelbörse der vergangenen Wochen ihre Fortsetzung finden.

Die explosive Mischung aus Geldpolitik, Unternehmenszahlen, Konjunkturdaten und geopolitischen Risiken verspricht eine äußerst volatile Handelswoche. Für den DAX dürfte sie richtungsweisend werden.

Überzeugen die Unternehmen mit starken Quartalszahlen und signalisiert die Fed keine weitere Verschärfung ihrer Geldpolitik, könnte der deutsche Leitindex wieder Kurs auf sein Rekordhoch nehmen. Bleiben positive Impulse jedoch aus oder verschärft sich die Lage im Nahen Osten weiter, dürfte die zuletzt hart umkämpfte Marke von 25.000 Punkten erneut in den Mittelpunkt rücken.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

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