Die Aktie von D-Wave Quantum präsentiert sich weiter überaus volatil. Zwar gelang dem kanadischen Quantencomputing-Unternehmen von Ende März bis Ende Mai eine Kursverdopplung, doch zuletzt hatte sich der Wert wieder auf 16,02 US$ halbiert. Am Dienstag springt der Kurs aber plötzlich um +10% in die Höhe. Das steckt hinter der Rallye und so sollten sich Anleger nun verhalten.
100 Millionen Dollar vom US-Staat
Für neue Fantasie sorgt ein Deal mit der US-Regierung. D-Wave hat eine definitive Vereinbarung mit dem US-Handelsministerium geschlossen und erhält Zugang zu bis zu 100 Mio. US$ aus dem CHIPS and Science Act. Die Mittel sollen in die Entwicklung supraleitender Annealing-Systeme und von Gate-Model-Quantencomputern fließen.
Damit erhält D-Wave nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch ein wichtiges Gütesiegel. Washington will die heimische Quantenindustrie strategisch ausbauen und D-Wave spielt dabei offenbar eine relevante Rolle. Allerdings sind die 100 Mio. US$ weder als sofortiger Umsatz zu verbuchen noch eine Garantie für kurzfristige Gewinne. Entscheidend wird sein, ob daraus technologischer Fortschritt und neue kommerzielle Aufträge entstehen.
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Institutionelle Anleger setzen Kontrapunkt
Auffällig ist, dass professionelle Investoren trotz der starken Kursturbulenzen weiter munter zugreifen. Die Manufacturers Life Insurance Company erwarb Anfang September 204.727 Aktien im Wert von rund 4,9 Mio. US$. Auch andere institutionelle Anleger haben ihre Positionen zuletzt ausgebaut.
Das ist ein positives Signal, denn es zeigt, dass zumindest ein Teil des Großkapitals die aktuelle Schwäche als langfristige Chance betrachtet. Gleichzeitig bleibt die Bewertung anspruchsvoll: Bei einem Quartalsumsatz von lediglich 3,08 Mio. US$ und einem Nettoverlust von 48 Mio. US$ ist D-Wave noch weit von einer klassischen Wachstumsbewertung entfernt. Quantitative Modelle sehen die Aktie entsprechend als deutlich überbewertet. BMO Capital ist dagegen optimistischer und bewertet den Titel mit „Outperform“ und einem Kursziel von 35 US$.
Zahlen und CFO-Abgang sorgen für Misstrauen
Der Grund für die Skepsis liegt auf der Hand. Im zweiten Quartal verfehlte D-Wave mit 3,08 Mio. US$ Umsatz die Analystenerwartung von 4,03 Mio. US$ deutlich. Auch der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 0,10 US$ höher aus als erwartet.
Zusätzlichen Druck erzeugte der überraschende Rückzug von CFO John Markovich zum 2. September. Zwar übernahm mit Greg Golkov ein Manager aus dem eigenen Finanzbereich kommissarisch das Ruder. Dennoch prüfen inzwischen zwei US-Kanzleien mögliche Verstöße gegen das Kapitalmarktrecht. Klagen wurden bislang nicht eingereicht.
Charttechnik entscheidet über die nächste Richtung
Nach dem jüngsten Absturz ist nun das Tief von Mitte Juli bei 16,02 US$ entscheidend. Fällt diese Unterstützung, droht eine weitere Abwärtswelle.
Auf der Oberseite warten zunächst die 50- und 200-Tage-Linie bei 19,32 beziehungsweise 21,52 US$. Erst deren Überwindung würde das Chartbild spürbar aufhellen. Der entscheidende Widerstand liegt allerdings deutlich höher bei 30/32 US$. Gelingt der Sprung darüber, wäre der Weg zum Rekordhoch von 46,75 US$ frei.
D-Wave bleibt eine spekulative Wette auf den Durchbruch des Quantencomputings. Die schwachen Zahlen und die juristischen Untersuchungen mahnen zur Vorsicht. Dem stehen staatliche Unterstützung, steigende Aufträge und institutionelle Käufe gegenüber.
Wer an den langfristigen Siegeszug der Quantentechnologie glaubt, findet auf dem deutlich gedrückten Kursniveau durchaus Chancen. Für eine nachhaltige Trendwende muss D-Wave allerdings erst die gleitenden Durchschnitte bei 19,32 und 21,52 US$ zurückerobern. Gelingt anschließend der Befreiungsschlag über 30/32 US$, könnte aus der aktuellen Bodenbildung schnell wieder eine spektakuläre Rallye werden.
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D-Wave Quantum in Kürze
- D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9), kurz D-Wave, ist ein Hardwareunternehmen, das sich mit der Entwicklung von Quantencomputern beschäftigt.
- Das Unternehmen mit dem Hauptsitz in Burnabay, Kanada, wurde 1999 gegründet. Bekannt wurde es durch den Verkauf des ersten Quantencomputers 2011 an Lockheed Martin.
- Neben der Hauptbörse NYSE kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell etwa 6,78 Milliarden US$.
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