
Die Aktien von Corning GLW kletterten am Montag deutlich um 8 %, nachdem Amazon eine milliardenschwere Vereinbarung mit dem Hersteller von Spezialglas und Glasfaser bekanntgegeben hatte, um kritische Netzwerk-Infrastruktur für das wachsende US-Rechenzentrumsnetz des Technologiekonzerns zu liefern.
Die langfristige Partnerschaft sieht vor, dass Corning optische Fasern, Kabel und Konnektivitätslösungen bereitstellt, die Amazons wachsende Cloud- und KI-Infrastruktur unterstützen.
Die Unternehmen erklärten, die Investition werde zudem 1.000 Arbeitsplätze in Corning-Fertigungsanlagen in North Carolina schaffen.
Die Ankündigung erfolgt, da die Nachfrage nach KI-Rechenleistung weiterhin groß angelegte Investitionen in Rechenzentren antreibt und die Bedeutung von Hochgeschwindigkeitsnetzwerkgeräten steigt, die Server, Speichersysteme und KI-Chips verbinden.
„Amazons Rechenzentren treiben die Dienste an, auf die Millionen von Menschen und Unternehmen täglich angewiesen sind“, erklärten die Unternehmen in einer gemeinsamen Stellungnahme.
„Corning‑Glasfasern sind ein entscheidender Bestandteil dieser Infrastruktur, und gemeinsam helfen diese Investitionen, die US‑Wirtschaft anzutreiben.“
KI‑Boom treibt Nachfrage nach Glasfaserverbindungen
Corning’s Geschäft für optische Kommunikation hat sich als einer der großen Profiteure des KI‑Booms herauskristallisiert.
Während Hyperscaler im Cloud‑Bereich und KI‑Unternehmen größere und komplexere Rechenzentren errichten, ist die Nachfrage nach Glasfaserlösungen gestiegen, die große Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit übertragen können.
Glasfaserkabel sind zu einem grundlegenden Baustein der KI‑Infrastruktur geworden, weil sie Rechenzentren verbinden und die Kommunikation zwischen den Racks und Prozessoren ermöglichen, die rechenintensive KI‑Workloads bearbeiten.
Der Amazon‑Deal gibt Corning einen weiteren Schub, da sich das Unternehmen zunehmend als wichtiger Zulieferer des KI‑Ökosystems positioniert.
Die Aktien des Unternehmens haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt und sind seit Ende 2023 fast sechsmal so hoch gestiegen, da Anleger auf anhaltende Ausgaben entlang der KI‑Lieferkette setzen.
Die Aktie gehörte auch zu den Titeln, die während des breit angelegten Ausverkaufs am Freitag im Halbleiter‑ und KI‑Bereich getroffen wurden.
Corning‑Aktien waren zuvor um mehr als 10 % gefallen, da Befürchtungen aufgekommen waren, dass höhere Zinssätze die fremdfinanzierte Expansion von Rechenzentrumsprojekten verlangsamen könnten.
Welle von Investitionen hält an
Die jüngste Vereinbarung reiht sich in eine Reihe von KI‑bezogenen Verpflichtungen ein, die Corning zugutekommen.
Im Mai verpflichtete sich Nvidia, bis zu 3,2 Milliarden USD (ca. 2,8 Milliarden €) in Corning zu investieren, im Rahmen einer Partnerschaft, die den Bau von drei fortschrittlichen Fertigungsanlagen einschließt, die die Aktivitäten des Chip-Herstellers unterstützen sollen.
Anfang dieses Jahres sagte Meta eine Zusage von bis zu 6 Milliarden USD (ca. 5,2 Milliarden €) als Ankerkunde für eine Erweiterung von Cornings Werk für optische Kabel in Hickory, North Carolina, zu.
Für dieses Projekt werden voraussichtlich etwa 1.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Der CEO von Amazon Web Services, Matt Garman, sagte, die Investitionen des Unternehmens in North Carolina hätten bereits mehr als 26.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Amazon hatte im vergangenen Jahr außerdem separat 10 Milliarden USD (ca. 8,7 Milliarden €) für neue Rechenzentrumsentwicklungen im Bundesstaat zugesagt.
Die neue Vereinbarung wird auch Cornings Ausbildungsprogramm für Glasfasertechniker in North Carolina ausweiten und so dabei helfen, die benötigte Arbeitskraft zur Unterstützung der steigenden Infrastruktur‑Nachfrage zu entwickeln.
Produktion gewinnt strategische Bedeutung
Obwohl Corning weithin für die Herstellung von Display‑Glas für Apples iPhones bekannt ist, bleibt die Sparte für optische Kommunikation das größte und am schnellsten wachsende Geschäftssegment.
Das Unternehmen, das 1970 die optische Faser für die Langstreckenkommunikation erfand, liefert heute Millionen von Meilen Glasfaserkabel, die von großen Cloud‑Anbietern und KI‑Firmen weltweit verwendet werden.
Die Partnerschaft passt zudem zu Maßnahmen der Trump‑Administration, die darauf abzielen, die inländische KI‑Produktion zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu verringern.
„Diese Vereinbarung mit Amazon stellt einen bedeutenden Meilenstein für Corning und für die amerikanische Fertigung dar“, sagte Chief Executive Wendell Weeks.
Er fügte hinzu, die Partnerschaft werde helfen, „den Weg zu ebnen, um eine widerstandsfähige US‑Produktionsbasis aufzubauen.“
Weeks hatte zuvor gesagt, dass Hyperscale‑Cloud‑Unternehmen auf dem besten Weg seien, Cornings größte Kundengruppe zu werden, da die Ausgaben für KI‑Infrastruktur beschleunigen.
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