Die Commerzbank-Aktie setzt auch zu Beginn der neuen Handelswoche ihren jüngsten Aufwärtstrend mit einem Kursplus von knapp +2% fort und klettert damit fast auf ihr 15-Jahreshoch bei rund 38 €. Gibt der Aktie der erfolgreiche Abwehrkampf gegen die UniCredit so viel Rückenwind?

Kein Erfolg des Übernahmeangebots

Die Börse scheint sich zunehmend mit dem Szenario einer weiteren Eigenständigkeit der Commerbank anzufreunden. Die Annahmequote des UniCredit-Angebots durch die CoBa-Aktionäre spricht eine ganz deutliche Sprache. Nur 1,1% der Aktien wurden der italienischen Großbank bislang angedient.

Im Klartext: Die Aktionäre der Commerzbank halten rein gar nichts von einer Übernahme durch die UniCredit und behalten ihre Anteilsscheine für sich. Die Abwehrstrategie der Frankfurter Bank scheint zu funktionieren.

Das liegt an einer Kombination aus zwei Faktoren: einem zu niedrigen Angebot und den rosigen Versprechen des Commerzbank-Managements. Die UniCredit bietet den CoBa-Aktionären 0,485 eigene Aktien im Tausch gegen eine Commerzbank-Aktie. Rein rechnerisch bedeutet das einen Wert von 36 €, also ca. 1,50 € unter dem aktuellen Kursniveau.

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UniCredit-Chef Orcel hat zwar eine Nachbesserung des Angebots nicht mehr ausgeschlossen. Allerdings will er zuerst einen Blick in die Bücher der Commerzbank werfen. Das wiederum lehnt die Führung der deutschen Privatbank ab.

Mit ihrer neuen „Momentum 2030“-Mittelfriststrategie versucht der Commerzbank-Vorstand seine Aktionäre mit großen Versprechungen bei der Stange zu halten. Die Eigenkapitalrendite soll bis 2030 auf ehrgeizige 21% steigen.

Zudem schüttet die Bank neue Rekorddividenden aus. Zuletzt waren es 1,10 € je Aktie. Gemeinsam mit Aktienrückkäufen summierte sich das an die Anteilseigner zurückgegebene Kapital zuletzt auf 2,7 Milliarden €.

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Das sagen Analysten

Viele Analysen sehen derzeit noch weiteres Potenzial in der Commerzbank-Aktie. Mit Kurszielen von 39 bis 43 € glauben Goldman Sachs, die Deutsche Bank, Barclays und RBC Capital Markets noch an ein leichtes Upside des DAX-Titels.

Die Analysten von JPMorgan und Warburg Research sehen das Potenzial der Commerzbank-Aktie allerdings als ausgereizt an. Sie prognostizieren einen minimalen Kursrückgang auf 37 bzw. 34,80 €.

Am 15-Jahreshoch

Es ist ein charttechnisch hochspannender Tag für die Commerzbank-Aktie. Sollte sie über 37,80 € steigen, wäre das der höchste Stand seit über 15 Jahren. Das könnte der jüngsten Aufwärtsbewegung zusätzlichen Schub verleihen.

Das Potenzial ist ausgereizt

Für mich ist die Commerzbank-Aktie derzeit kein Investment mehr wert. Ich glaube nicht daran, dass die UniCredit ihr Angebot noch einmal deutlich erhöhen wird. Es ist bereits jetzt schon wirtschaftlich hart an der Grenze des Darstellbaren.

Gleichzeitig ist die CoBa zu klein, um mittelfristig auf dem europäischen, geschweige denn internationalen Bankensektor zu überleben. Das bedeutet, dass das deutsche Geldhaus entweder selbst auf Übernahmetour geht oder sich doch von einer anderen Bank schlucken lässt.

Die Kurssteigerungen der Commerzbank-Aktie sind meiner Meinung nach ziemlich ausgereizt. Anleger können wir vielleicht noch einmal +15 oder +20% rausholen. Mehr dürfte aber nicht mehr drin sein.

ℹ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 42,2 Milliarden € bewertet.

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