Comcast

Comcast hat am Montag Pläne vorgestellt, sich in zwei börsennotierte Unternehmen aufzuteilen und damit seine Konnektivitätsgeschäfte von seinen Medien- und Unterhaltungswerten zu trennen — der jüngste Versuch eines traditionellen Medienunternehmens, sich an das sich rasant verändernde Streaming-Umfeld anzupassen.

Die steuerfreie Abspaltung, die voraussichtlich in etwa einem Jahr abgeschlossen sein wird, schafft ein Unternehmen, das sich auf Comcasts Kabel-, Mobilfunk- und Geschäftskundendienste konzentriert, während das zweite NBCUniversal, Sky, die Universal-Themenparks, die Film- und Fernsehstudios, NBC und die Streaming-Plattform Peacock bündeln wird.

Die Ankündigung wurde von Investoren begrüßt: Die Comcast-Aktie schoss im vorbörslichen Handel um bis zu 23 % nach oben.

Aufspaltung soll strategischen Fokus schärfen

Comcast erklärte, die Umstrukturierung ermögliche jedem Geschäftsbereich, eigenständige Wachstumsstrategien zu verfolgen, da technologische Veränderungen und veränderte Konsumentenpräferenzen sowohl die Kommunikations- als auch die Medienbranche neu gestalten.

„Die vorgeschlagene Trennung spiegelt Comcasts Erfolgsbilanz wider, seine Geschäftsbereiche so zu positionieren, dass sie in sich schnell verändernden Märkten wettbewerbsfähig sind und gewinnen können“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.

„Während technologische Innovationen, Konsumentenverhalten und Wettbewerbsdynamiken weiterhin sowohl Medien als auch Kommunikation umgestalten, sind Vorstand und Geschäftsführung von Comcast der Ansicht, dass jedes Unternehmen als eigenständige Einheit besser positioniert sein wird, um seine strategischen Prioritäten zu verfolgen, in Wachstum zu investieren und langfristig Wert für die Aktionäre zu schaffen“, fügte es hinzu.

Bestehende Comcast-Aktionäre erhalten nach Abschluss der Transaktion Anteile an beiden Unternehmen. Comcast wird für bis zu ein Jahr nach der Abspaltung einen Anteil von bis zu 19,9 % an NBCUniversal halten und plant, diese Beteiligung schrittweise in steuerlich effizienter Weise zu monetarisieren.

Brian L. Roberts, Vorsitzender und Co-CEO der Comcast Corporation, bezeichnete den Schritt als Beginn einer neuen Phase für das Unternehmen.

„Dies ist ein sehr aufregender Tag für unser Unternehmen. Die Transaktion, die wir ankündigen, wird eine unternehmerischere Managementausrichtung ermöglichen und eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für jedes Geschäft eröffnen. Ich freue mich sehr darauf, unser gemeinsames Wachstum in diesem nächsten Kapitel mitzugestalten“, sagte Roberts.

Mike Cavanagh wird Chief Executive des neu geschaffenen NBCUniversal-Medien- und Unterhaltungsunternehmens.

Comcast kündigte außerdem die Rückkehr des ehemaligen Finanzvorstands Michael Angelakis an, der als Chief Executive von Comcast übernehmen wird.

Aktueller Schritt in Comcasts Umstrukturierung

Der jüngste Schritt baut auf Comcasts umfassenderem Bestreben auf, sein Medienportfolio zu straffen, da die traditionelle Fernsehnutzung weiterhin zurückgeht.

Im Jahr 2024 kündigte das Unternehmen Pläne an, mehrere Kabel-Fernsehsender, darunter MSNBC, E!, CNBC, USA, Oxygen, SYFY und Golf Channel, in ein separates börsennotiertes Unternehmen abzuspalten, während Marken wie NBC und Bravo erhalten bleiben sollten.

Diese Umstrukturierung gipfelte im Januar dieses Jahres, als das Kabelkanalgeschäft offiziell unter dem Namen Versant Media Group an der Nasdaq gehandelt wurde.

Wie viele traditionelle Medienunternehmen steht Comcast unter Druck, da Konsumenten vom Kabelfernsehen zu Streaming-Plattformen abwandern.

Das Unternehmen hatte Peacock im Jahr 2020 gestartet, um mit Streaming-Konkurrenten wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ zu konkurrieren.

Branche formiert sich neu inmitten einer Konsolidierungswelle

Comcasts Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Medienunternehmen ihre Geschäfte weiterhin umstrukturieren, um mit veränderten Sehgewohnheiten und zunehmendem Wettbewerb fertigzuwerden.

Der Sektor hat in den vergangenen Jahren eine Welle von Fusionen, Übernahmen und Unternehmensumstrukturierungen erlebt.

Paramount schloss im vergangenen Jahr seine Fusion mit Skydance ab; anschließend verfolgte CEO David Ellison weitere Übernahmen.

Warner Bros. Discovery, das durch eine Fusion im Jahr 2022 entstanden ist, prüfte ebenfalls strategische Optionen, darunter eine vorgeschlagene Transaktion mit Netflix, bevor Paramount als bevorzugter Bieter hervorging.

Das Unternehmen rückt nun näher an den Abschluss der geplanten Übernahme von Warner Bros. im Umfang von 111 Mrd. US-Dollar, ein Deal, der voraussichtlich seine Film- und Nachrichtenaktivitäten erheblich erweitern wird.

Vor diesem Hintergrund markiert Comcasts Trennung einen weiteren bedeutenden Schritt in den Bemühungen der Medienbranche, Aktionärswert freizusetzen und Unternehmen so zu positionieren, dass sie in einem zunehmend vom Streaming geprägten Markt effektiver konkurrieren können.

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