
Coca-Cola wird am Dienstag vor Börsenbeginn seine Quartalszahlen veröffentlichen. Investoren beobachten genau, ob der Getränke-Gigant seine durch Preiserhöhungen getriebene Wachstumsstrategie aufrechterhalten kann, während er sich in einem angespannten Konsumumfeld behaupten muss.
Das Unternehmen geht in die Ergebnisveröffentlichung nach einem schwächer als erwarteten Vorquartal, in dem es einen Umsatz von 11,8 Milliarden USD (ca. 10,3 Milliarden €) auswies, was einem Anstieg von 3.6% gegenüber dem Vorjahr entspricht, aber unter den Analystenerwartungen lag.
Die Verfehlung zeigte sich auch bei den Profitabilitätskennzahlen und wirft Fragen zur kurzfristigen Dynamik auf.
Umsatzwachstum dürfte sich erholen
Für das bevorstehende Quartal prognostizieren Analysten eine stärkere Performance: Der Umsatz wird voraussichtlich um 8.5% gegenüber dem Vorjahr steigen, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem zuletzt verzeichneten flachen Wachstum.
Die Markterwartungen haben sich in den letzten Wochen weitgehend nicht verändert, was das Vertrauen widerspiegelt, dass das Unternehmen die Prognosen erfüllen wird.
Historisch gesehen hat Coca-Cola eine Konstanz bei der Erfüllung von Umsatzerwartungen gezeigt, was das Vertrauen der Investoren in die Umsetzung gestärkt hat.
Ergebnisse von Wettbewerbern lieferten ebenfalls Hinweise auf Branchentrends.
Keurig Dr Pepper meldete ein Umsatzwachstum von 9.4% und übertraf damit die Erwartungen, während Constellation Brands einen Rückgang von 11.3% verzeichnete, dabei aber ebenfalls Schätzungen schlug.
Beide Aktien reagierten positiv, was eine allgemein unterstützende Stimmung im weiteren Segment Getränke, Alkohol und Tabak widerspiegelt.
Preissetzungsmacht trifft auf Verbraucherwiderstände
Die Entwicklung von Coca-Cola in den jüngsten Quartalen basierte auf der Fähigkeit, Preise anzuheben, was zum organischen Umsatzwachstum beitrug, während das Volumenwachstum moderat blieb.
Preiserhöhungen von rund 4% spielten dabei eine zentrale Rolle für die Zuwächse bei den Erlösen.
Das makroökonomische Umfeld wird jedoch komplexer.
Das Unternehmen hat auf Belastungen bei einkommensschwächeren Verbrauchern, insbesondere in Nordamerika, sowie auf eine schwächere Stimmung in Märkten wie China hingewiesen.
Diese Faktoren werfen die Frage auf, wie weit sich die Preise noch anheben lassen, ohne die Nachfrage zu dämpfen.
Als Reaktion darauf hat Coca-Cola begonnen, seinen Ansatz anzupassen und den Fokus stärker auf Erschwinglichkeit und preisorientierte Angebote zu legen.
Dazu gehört, attraktive Preisniveaus beizubehalten und das Produktportfolio zu erweitern, um das Volumen insbesondere in preissensitiven Märkten zu stützen.
Blickt man voraus, hat das Management eine Verschiebung hin zu einem ausgewogeneren Wachstumsmodell signalisiert, bei dem Preis und Volumen voraussichtlich gleichmäßiger beitragen werden.
Das legt einen stärkeren Schwerpunkt auf die Volumenwiederherstellung, insbesondere in wichtigen Wachstumsregionen wie Indien und China.
Bewertung und Anlegerpositionierung
Aus Bewertungsperspektive wird Coca-Cola mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Zukunft von 22.95 gehandelt, über dem Branchendurchschnitt von 18.73, was darauf hindeutet, dass ein stetiges Wachstum bereits im Kurs eingepreist ist.
Trotz begrenzter Kursbewegungen im vergangenen Monat behalten Analysten eine positive Einschätzung bei, mit einem durchschnittlichen Kursziel von $83.67 im Vergleich zum aktuellen Niveau von $76.64.
Die Gewinnprognosen für die kommenden Jahre deuten auf moderates Wachstum hin, wenngleich es in den letzten Wochen leichte Abwärtsrevisionen gegeben hat.
Die Anlegerstimmung gegenüber defensiven Titeln hat sich angesichts der breiteren wirtschaftlichen Unsicherheit und steigender Kosten ebenfalls verstärkt.
„Mit einer Dividendenrendite von 2.8% und einer steigenden Nachfrage nach defensiven Werten, während Benzin $3.50 überschreitet und die Renditen auf Treasury-Anleihen bei 4.3% verharren, bleibt Coca-Cola ein hoch überzeigender defensiver Pick vor den Zahlen“, sagte TipRanks.
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