Die Circle-Aktie feiert dieser Tage einen eindrucksvollen Rebound an der Börse. Nachdem der Kurs des Stablecoin-Herausgebers bereits am Freitag um ca. +11% in die Höhe geschossen war, ging es am gestrigen Montag um weitere +20% nach oben. Was steckt hinter der Kursexplosion und sollten Anleger wieder auf den Kryptotitel setzen?
Washington einigt sich
Auslöser der Kursexplosion der Circle-Aktie war die Nachricht vom Wochenende, dass sich Abgeordnete des US-Senats auf einen überarbeiteten Text für den Digital Asset Market CLARITY Act geeinigt haben. Mit diesem Gesetzesvorhaben will Washington der Kryptobranche zum ersten Mal einen regulatorischen Rahmen geben.
Der bisherige Knackpunkt in den Verhandlungen war, ob Stablecoin-Herausgeber Zinsen auf Guthaben zahlen dürfen. Dieser Punkt war zwischen klassischen Banken und Kryptoplattformen extrem umstritten, da die Banken darin eine starke Gefährdung ihres traditionellen Geschäftsmodells sehen.
Der neue Kompromiss verbietet nun auch passive, bankähnliche Zinsen, erlaubt aber ausdrücklich belohnungsbasierte Anreize (Rewards) für die Nutzung der Plattformen. Mit diesem Kompromiss können offenbar die meisten Banken und Kryptounternehmen leben.
Nun scheint eine Verabschiedung des CLARITY Acts noch in diesem Jahr möglich. Für die Kryptobranche ist das generell eine gute Nachricht, da die staatliche Regulierung der Branche vor allem für institutionelle Investoren eine Grundvoraussetzung für größere Kapitalzuflüsse ist. Das Gesetz gibt ihnen Rechtssicherheit und stuft Stablecoins wie den USDC von Circle eindeutig als legitime Zahlungsmittel ein.
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Das 6-Monatshoch im Visier
Die Circle-Aktie sprang gestern wieder deutlich in den dreistelligen Kursbereich und notiert nicht mehr allzu weit von ihrem 6-Monatshoch bei 133 US$ entfernt. Sollte dieser Widerstand fallen, dürfte der Kryptowert Kurs auf 150 US$ nehmen.
Viel zu viel Fantasie
Ich kann den Kurssprung der Circle-Aktie ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Der Kompromiss sieht vor, dass Stablecoin-Herausgeber keine Zahlungen leisten dürfen, die ökonomisch funktional mit Bankzinsen vergleichbar sind.
Damit haben sich meiner Meinung nach ganz klar die amerikanischen Banken gegenüber der Kryptoszene durchgesetzt. Sie haben von Anfang an auf diese Formulierung gedrungen.
Dass Stablecoins weder direkt noch indirekt Zinsen zahlen dürfen, wird sie für Privatanleger wesentlich unattraktiver gegenüber klassischen Festgeldprodukten von Banken machen. Rewards für die Nutzung der Coins sind zwar schön und gut, werden meiner Überzeugung nach für die Mehrheit der Anleger aber keinen ausreichenden Anreiz darstellen, in Kryptowährungen zu investieren.
Die Umlaufmenge des USDC hat zuletzt zwar einen neuen Rekordwert von über 79 Milliarden US-Dollar erreicht. Trotzdem steckt mir in der Bewertung der Circle-Aktie mit einem Forward-KGV von fast 120 viel zu viel Fantasie.
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Circle in Kürze
- Circle (WKN: CRCL01) ist ein US-Finanzdienstleister mit Sitz in New York City.
- Das Unternehmen ist unter anderem Herausgeber des Stablecoins USD Coin (USDC), dem nach Tether zweitwichtigsten Stablecoin.
- Circle notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell rund 30 Milliarden US$ wert.
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