Shoppers selecting fresh vegetables at a crowded Asian grocery market with produce displays and red lantern decorations overhead.

Chinas Verbraucherpreise stiegen im Februar und verzeichneten den stärksten jährlichen Anstieg seit über drei Jahren, da verlängerte Feierlichkeiten zum Mondneujahr die Ausgaben für Reisen, Gastronomie und Freizeitdienstleistungen ankurbelten.

Am Montag veröffentlichte Daten des Nationalen Statistikamts zeigten, dass die Verbraucherpreise schneller als von Ökonomen erwartet stiegen, was auf einen temporären Nachfrageschub während der Feiertage hindeutet.

Die Deflation bei den Erzeugerpreisen verlangsamte sich ebenfalls, da steigende Rohstoffpreise die Industriekosten stabilisierten.

Die Zahlen liegen vor dem Hintergrund, dass die Politik versucht, den Binnenkonsum zu beleben und gleichzeitig langsameres Wachstum sowie geopolitische Risiken zu managen, die die Rohstoffmärkte beeinflussen.

Feiertagsnachfrage treibt Preise

Der Verbraucherpreisindex stieg im Februar im Jahresvergleich um 1,3 %.

Dieser Anstieg folgte auf einen moderaten Anstieg von 0,2 % im Januar.

Laut LSEG-Daten markierte der Wert für Februar den schnellsten jährlichen Inflationsanstieg seit Januar 2023.

Monatlich stiegen die Verbraucherpreise um 1 %, womit sie die Erwartungen der Ökonomen von 0,5 % übertrafen.

Die Kerninflation, die volatile Nahrungsmittel- und Energiekosten ausklammert, stieg im Jahresvergleich um 1,8 %.

Daten von Wind Information zeigten, dass dies dem stärksten Tempo seit März 2019 entsprach.

Dienstleistungspreise waren ein wesentlicher Treiber des Anstiegs.

Die Preise in diesem Sektor stiegen im Jahresvergleich um 1,1 % und trugen 0,54 Prozentpunkte zur Gesamtinflation bei.

Höhere Nachfrage nach Reisen, Haustierpflege, Fahrzeugwartung, Kinotickets und Gastronomieleistungen während der Feiertage trieb die Dienstleistungskosten in die Höhe.

Das Mondneujahrsfest dauerte in diesem Jahr vom 15. bis zum 23. Februar und war damit die längste jemals verzeichnete Feier.

Im vergangenen Jahr dauerte der Feiertag acht Tage.

Deflation bei Erzeugerpreisen verlangsamt sich

Der Erzeugerpreisindex Chinas setzte seinen Rückgang im Februar fort, obwohl sich das Tempo der Deflation abschwächte.

Die Erzeugerpreise fielen im Jahresvergleich um 0,9 %, womit sie weniger stark zurückgingen als die von Ökonomen erwarteten 1,2 %.

Damit war dies die langsamste Deflationsrate der Erzeugerpreise seit mehr als einem Jahr.

Steigende Preise für Metalle und Rohstoffe trugen zur Stabilisierung der Fabrikpreise bei.

Die Preise für Silberraffination stiegen um 16,9 %, während die Goldraffination um 8,4 % zulegte.

Preise für Öl- und Gasförderung kletterten um 5,1 %.

Goldschmuckpreise stiegen im Februar um 6,2 %, während die Benzinpreise um 3,1 % zulegten.

Politische Ziele und schwache Nachfrage

Trotz der Erholung der Verbraucherpreise bleiben die politischen Entscheidungsträger hinsichtlich der Binnennachfrage zurückhaltend.

China bestätigte sein jährliches Inflationsziel für 2026 von rund 2 % während einer wichtigen wirtschaftspolitischen Sitzung in der vergangenen Woche.

Das Ziel, erstmals 2025 eingeführt, stellt das niedrigste Inflationsziel seit mehr als zwei Jahrzehnten dar.

Die Verbraucherpreise blieben 2025 insgesamt unverändert, während die Kerninflation um 0,7 % stieg, da das Verbrauchervertrauen schwach blieb.

Die Behörden senkten zudem das offizielle BIP-Wachstumsziel auf eine Spanne von 4,5 % bis 5 % – das am wenigsten ambitionierte Ziel seit den frühen 1990er-Jahren.

Konjunkturmaßnahmen und globale Risiken

Die chinesischen Behörden setzen die Unterstützung des Konsums durch fiskalische Maßnahmen fort.

Die Regierung stellte in diesem Haushaltsjahr 250 Milliarden Yuan bereit, das sind rund 36,2 Mrd. US-Dollar, für Subventionen bei Eintauschprogrammen für Verbraucher.

Zum Vergleich: Für 2025 waren 300 Milliarden Yuan vorgesehen.

Die Behörden schufen zudem einen staatlichen Fonds in Höhe von 100 Milliarden Yuan, der private Investitionen und Konsumausgaben unterstützen soll.

Geopolitische Spannungen haben zusätzlichen Druck auf Rohstoffpreise ausgeübt.

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten trieb im Februar die Goldschmuck- und Benzinpreise in China in die Höhe.

Höhere Rohstoffpreise könnten in den kommenden Monaten weiterhin die Erzeugerpreise beeinflussen.

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