Das Exportsmomentum Chinas verlor im März an Schwung und signalisiert, dass eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten beginnen, den globalen Handelsfluss und eine der zentralen Wachstumsquellen Pekings zu belasten.

Die Ausfuhren stiegen in Dollar gerechnet im Jahresvergleich nur um 2.5% im März, eine deutliche Abschwächung gegenüber dem 22%igen Anstieg in Januar und Februar, wie die am Dienstag vom Zoll veröffentlichten Daten zeigen.

Die Abschwächung fiel zusammen mit einer allgemeineren Abkühlung des Handels mit wichtigen Partnern, darunter den Vereinigten Staaten und dem Nahen Osten.

Gleichzeitig sprangen die Einfuhren im März um 28% an, nach einem Anstieg von 20% in den ersten beiden Monaten des Jahres, und verzeichneten damit das schnellste Wachstumstempo seit 2021.

Der Anstieg der Einfuhren verringerte Chinas Handelsüberschuss auf $51 billion, verglichen mit $103 billion ein Jahr zuvor.

Handelsdruck wächst angesichts geopolitischer Spannungen

Die jüngsten Zahlen unterstreichen, wie der Iran‑Krieg die globalen Handelsdynamiken verändert.

Die chinesischen Exporte in die Vereinigten Staaten fielen im März um 26% und setzten damit einen längerfristigen Rückgang des bilateralen Handels fort.

Gleichzeitig gingen die Lieferungen in den Nahen Osten — eine zuvor wichtige Nachfragesäule — zurück, da der Konflikt die wirtschaftliche Aktivität störte.

China hat zunehmend auf Exporte gesetzt, um die schwache Binnennachfrage zu kompensieren, insbesondere angesichts der Probleme im Immobiliensektor.

Die neuesten Daten deuten jedoch darauf hin, dass diese Abhängigkeit zur Verwundbarkeit werden könnte, falls die globale Nachfrage weiter nachlassen sollte.

Höhere Rohstoffpreise, bedingt durch Angebotsstörungen im Nahen Osten, üben zusätzlichen Druck aus.

Obwohl China im Vergleich zu einigen Volkswirtschaften relativ gegen Energieschocks abgeschirmt ist, könnten steigende Inputkosten die Margen der Hersteller belasten.

Bemerkenswert ist, dass die Erzeugerpreise im März erstmals seit mehr als drei Jahren wieder gestiegen sind, was diese Kostenbelastung widerspiegelt.

Zhiwei Zhang, Chefökonom von Pinpoint Asset Management, sagte, die Abschwächung sei weithin erwartet worden.

„Der Markt erwartete bereits, dass das Exportwachstum im März nachlassen würde“, sagte er und führte die Schwäche teilweise auf das später liegende chinesische Neujahrsfest und den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten zurück.

Er fügte hinzu, Chinas Handelsüberschuss werde in diesem Jahr wahrscheinlich schrumpfen, da höhere Energiekosten nicht vollständig auf die internationalen Käufer überwälzt werden könnten.

Saisonalität versus strukturelle Abschwächung

Einige Analysten warnen davor, zu viel in einen einzelnen Monatswert hineinzuinterpretieren und verweisen auf saisonale Verzerrungen.

Barclays erklärte, die Abschwächung im März spiegele weitgehend „Lunar New Year seasonality rather than a sharp decline in external demand“ wider.

Saisonbereinigt blieben die Exporte im ersten Quartal relativ robust und wurden von Lieferungen im Bereich grüner Technologien und künstlicher Intelligenz gestützt.

Barclays‑Analysten merkten an, dass diese Sektoren das Wirtschaftswachstum trotz geopolitischer Gegenwinde weiterhin stützen sollten.

Andere sehen jedoch wachsende Abwärtsrisiken.

Ökonomen bei ING warnten, dass der Rückgang des Handelsüberschusses in Kombination mit steigender Inflation das BIP im ersten Quartal belasten könnte.

Sie äußerten, ein „größer‑als‑erwarteter Rückgang des chinesischen Q1‑BIP sei ebenfalls möglich“ und fügten hinzu, dass schwächeres Wachstum weiteren stimulierenden Maßnahmen Vorschub leisten könnte.

Faktoren, die Exporte weiter stützen

Trotz kurzfristiger Unsicherheit bleiben einige Ökonomen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit chinesischer Exporte optimistisch.

Zichun Huang von Capital Economics sagte, die Abschwächung im März sei größtenteils auf Feiertagsbedingte Störungen zurückzuführen, die in den Monat hineingewirkt hätten.

Er erwartet, dass die Exporte durch die starke Nachfrage nach Halbleitern und grünen Technologien gestützt bleiben.

Die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Elektrofahrzeuge, insbesondere da höhere Kraftstoffpreise ihre Attraktivität erhöhen, wird ebenfalls als wichtiger Rückenwind gesehen.

Zudem könnte ein globaler Mangel an Speicherchips, angetrieben durch die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz, die Preise für Halbleiter steigen lassen und damit die Exportwerte weiter stützen.

Dennoch hängt der weitere Ausblick stark vom Verlauf der geopolitischen Spannungen und der globalen Nachfrage ab.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen der chinesischen Binnenwirtschaft könnten anhaltende Exportschwächen breitere Auswirkungen auf das Wachstum haben.

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