Chile Peso

Lateinamerikanische Währungen und Aktien gaben nach, da der eskalierende Nahostkonflikt und ein insgesamt stärkerer Dollar Anleger von risikoreichen Anlagen wegtrieben, wobei der chilenische Peso zu den am stärksten Betroffenen gehörte, obwohl Daten einen größer als erwarteten Handelsüberschuss auswiesen.

Ein MSCI-Index, der öffentlich gehandelte Aktien der Region abbildet, fiel um 0,57% und steuert auf die dritte Sitzung mit Verlusten in Folge zu.

Auch die Aktien lokal gelisteter Unternehmen gaben durchweg nach.

Chiles Handelsüberschuss hebt den Peso nicht

Chile verzeichnete im März einen Handelsüberschuss von $3.06 billion und übertraf damit die Analystenerwartungen von $2.65 billion, da Rohstoffexporte, darunter Kupfer, die Einfuhren von Industrieprodukten übertrafen.

Die stärker als erwarteten Daten konnten den Peso jedoch kaum stützen, da die mit dem Nahostkonflikt verbundene Risikoaversion und die Dollarstärke jedes positive inländische Signal überwogen.

Die Entwicklung spiegele mehr als eine typische Risk-off-Phase wider, so Andres Abadia, Chefvolkswirt für Lateinamerika bei Pantheon Macroeconomics.

„Eine strukturelle Verwundbarkeit gegenüber gleichzeitigen Öl- und US-Dollar-Schocks wurde offenbart, und die kurzfristigen Aussichten sehen sehr schwierig aus“, sagte er.

Die chilenische Zentralbank hat ihre Zinspolitik neutral belassen, obwohl höhere Kraftstoffkosten in den kommenden Monaten voraussichtlich zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen werden.

Mexiko erreicht neues Tief, da die Stimmung eintrübt

Der mexikanische Peso fiel auf ein neues Tief gegenüber dem Dollar und gab um 0,67% auf 44,30 pro Dollar nach, wodurch der lateinamerikanische Währungsindex um 0,28% sank.

Die mexikanische Börse fiel zum dritten Mal in Folge und verlor 1,08%.

Kolumbien legt leicht zu, da sich die Politik auseinanderentwickelt

Der kolumbianische Peso wich dem regionalen Trend und stieg um 0,12%, nachdem die Zentralbank des Landes die Leitzinsen angehoben hatte, trotz Widerstands seitens der Regierung.

Die Zinserhöhung dürfte Kapitalzuflüsse anziehen, doch der politische Konflikt zwischen Zentralbank und Regierung hat die Unsicherheit bezüglich Kolumbiens institutioneller Glaubwürdigkeit erhöht.

Brasilien, Argentinien und weitere Bewegungen in Schwellenmärkten

Der brasilianische Real fiel um 0,59% und der argentinische Peso gab um 0,07% nach.

Der breitere Druck auf Währungen der Schwellenmärkte erstreckte sich über Lateinamerika hinaus, wobei die indonesische Rupiah erstmals unter 17.100 pro Dollar fiel; Verluste wurden auch in der türkischen Lira, der indischen Rupie, dem südafrikanischen Rand, dem taiwanesischen Dollar und dem philippinischen Peso verzeichnet.

Schwache Energiepreise verschärften den Ausverkauf, da Investoren ihre Exponierung gegenüber risikoreichen Anlagen weltweit reduzierten.

Geopolitik macht Investoren vorsichtig

Der Nahostkonflikt, der nun in seine sechste Woche geht, dominiert weiterhin die Marktstimmung.

Der starke Dollar bleibt die unmittelbarste Quelle des Drucks auf risikoreiche Anlagen in der Region, während Investoren auf klarere Signale zum Verlauf des Konflikts und dessen Auswirkungen auf die globale Ölversorgung warten, bevor sie ihre Positionen neu ausrichten.

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