
Cerebras Systems (CBRS) Aktien fielen am Mittwochmorgen um über 15 %, nach dem ersten Quartalsbericht seit dem spektakulären Börsengang (IPO) im vergangenen Monat.
Obwohl der KI‑Chiphersteller den Q1‑Umsatz nahezu verdoppelte zu 193 Millionen USD (ca. 168,4 Millionen €) und die Schätzungen der Analysten übertraf, sind Anleger besorgt über die gedämpften Margenaussichten.
Cerebras erwartet, dass die Kern‑Bruttomarge im laufenden Quartal zwischen 36 % und 38 % liegen wird, was einen deutlichen Rückgang gegenüber 47 % im fiskalischen Q1 bedeuten würde.
In einem Gespräch mit CNBC wies Mitgründer und CEO Andrew Feldman die negative Reaktion jedoch entschieden zurück und erklärte, der aktualisierte Margenausblick sei stark „missverstanden“.
Zum Zeitpunkt der Niederschrift liegt der Cerebras‑Aktienkurs fast 40 % unter seinem Jahreshoch.
Warum der Kursrückgang von Cerebras möglicherweise ungerechtfertigt ist
Feldman stellte klar, dass der erwartete sequenzielle Rückgang der Bruttomarge ein Infrastrukturengpass widerspiegelt und nicht an fehlerhafter Preisgestaltung oder nachlassender Kernachfrage liegt.
Um eine beispiellose Bestellflut zu bedienen, vermietet das Unternehmen vorübergehend Hochleistungs‑Systeme von seinen größten Käufern zurück, während neue Rechenzentrumsinfrastruktur errichtet wird.
„Alle wollen mehr Tokens“, sagte er dem CNBC, und erklärte, dass Cerebras Systems Inc den Kundenzufriedenheitserfolg den kurzfristigen Kennzahlen vorgezogen habe.
„Wir hatten die Wahl: die Nachfrage ablehnen oder unsere Kunden begeistern… indem wir einen Teil unserer eigenen Geräte zurückmieten und dafür eine etwas niedrigere Marge in Kauf nehmen.“
Entscheidend ist, dass CBRS‑Aktien nach dem heutigen Ausverkauf nach Zahlen attraktiv zum Kauf sein könnten, weil die Erwartungen an die ganzjährige Kern‑Bruttomarge gegenüber dem Vor‑IPO‑Fahrplan tatsächlich um 10 Punkte angehoben wurden.
Gestaffeltes Lockup‑Auslaufen könnte CBRS‑Aktien belasten
Der heutige scharfe Ausverkauf der Cerebras‑Aktie könnte durch strukturelle Aktiendynamiken verstärkt werden, konkret durch ein unkonventionelles Lockup‑Auslaufmodell.
Anders als bei traditionellen IPOs, bei denen frühe Investoren bis zu einem einzigen 180‑Tage‑Cliff am Verkauf gehindert werden, entschied sich CBRS für einen phasenweisen Ansatz, um ein plötzliches Marktüberangebot abzumildern.
Feldman sagte, das Unternehmen habe sich entschieden, die Lockup‑Beschränkungen „titrate out“ – also gestaffelt – aufzulösen: teilweise Tranchen wurden bereits am ersten Tag freigegeben, gefolgt von zusätzlichen Allokationen unmittelbar nach dem ersten und zweiten Quartals‑Call.
Diese strukturierte Freigabe könnte am 24. Juni eine Welle lokal konzentrierter Verkaufsvolumina ausgelöst haben, als Insider frühe Positionen liquidierten und dadurch starken Abwärtsdruck erzeugten, trotz des operativen Outperformance.
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Trotz der kurzfristigen Marktreibung bleibt die CBRS‑Aktie attraktiv, da die kommerzielle Entwicklung des Unternehmens bemerkenswert robust ist, gestützt durch einen mehrjährigen Auftragsbestand von über 24 Milliarden USD (ca. 20,9 Milliarden €).
Der Chiphersteller hat seinen umfangreichen Master‑Reseller‑Vertrag mit OpenAI endgültig abgeschlossen, ein gewaltiger Vertrag mit einem Volumen von mehr als 20 Milliarden USD (ca. 17,4 Milliarden €) zur Bereitstellung von 750 Megawatt spezialisierter Inferenzkapazität.
Außerdem hat das Unternehmen kürzlich die definitive Kooperationsvereinbarung mit Amazon Web Services (AWS) finalisiert, eine Partnerschaft, die seine äußerst schnellen Hardwarelösungen globalen Unternehmen direkt zugänglich machen soll.
Wenn sich die Rechenzentrums‑Knappheit in der zweiten Jahreshälfte 2026 entspannt und diese Mega‑Verträge im nächsten Jahr in offizielle Konsensprognosen einfließen, bleibt Feldman zuversichtlich, dass die Hardware‑Vorteile von Cerebras kurzfristige Infrastrukturengpässe übertreffen werden.
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