
Bulgarien steht kurz davor, das erste Mitgliedsland der Europäischen Union zu werden, das ein spezielles Hilfsprogramm für energieintensive Industrien einführt. Ziel ist es, Unternehmen vor hohen Stromkosten zu schützen, die durch die Energiekrise infolge des Kriegs im Iran ausgelöst wurden.
Energieminister Traicho Traikov sagte, das Programm befinde sich in der Endphase der Genehmigung durch die Europäische Kommission und solle innerhalb von zwei bis drei Wochen starten.
Das Programm wird einen Anteil der Stromkosten für förderfähige Unternehmen erstatten und gilt rückwirkend ab dem 1. Juli 2025.
Was wird das Programm abdecken?
Nach dem Plan erstattet die Regierung 50 % der zusätzlichen Stromkosten, wenn die Marktpreise €63 pro Megawattstunde überschreiten.
Die Maßnahme ist speziell darauf ausgelegt, energieintensive Industrien zu unterstützen und gezielte Entlastung zu bieten, wenn die Großhandelspreise über die Schwelle steigen.
Die Kompensation wird rückwirkend ab dem 1. Juli 2025 angewendet, sodass förderfähige Unternehmen Unterstützung für ab diesem Datum entstandene Kosten beantragen können, sobald das Programm in Kraft tritt.
Zeitplan und Genehmigung
Traikov sagte bei einer Regierungspressekonferenz am Freitag, das Programm befinde sich in der letzten Prüfungsphase durch die Europäische Kommission und solle, vorbehaltlich dieser Genehmigung, innerhalb von zwei bis drei Wochen starten.
Mit dem Programm würde Bulgarien das erste EU-Mitgliedsland sein, das einen derartigen, speziell auf energieintensive Industrien ausgerichteten Unterstützungsmechanismus einführt.
Finanzierung und erwartete Ausgaben
Die Initiative wird mit €125 Mio. ($143.36 Mio.) aus dem Energy System Security Fund unterstützt und deckt den Zeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026 ab.
Da die Strompreise im vergangenen Jahr als relativ moderat beschrieben wurden, schätzen die Behörden, dass die Ausgaben im Rahmen des Mechanismus 2026 begrenzt sein werden.
Der Fonds wurde dennoch bereitgestellt, um reagieren zu können, falls sich die Marktbedingungen verschlechtern.
Haushaltstarife und Marktumfeld
Traikov sagte, regulierte Haushaltsstromtarife blieben unverändert.
Er beschrieb die aktuellen Preisniveaus als nicht unmittelbar besorgniserregend und charakterisierte die Maßnahmen als vorsorglich, wobei er auf Bulgariens überwiegend inländische Stromerzeugung verwies.
Die Initiative ist Teil breiterer Bemühungen, die Auswirkungen der durch den Krieg im Iran ausgelösten Energiekrise abzufedern.
Warum das wichtig ist
Das Programm schafft einen klaren, regelbasierten Puffer für energieintensive Großabnehmer, wenn die Marktpreise steigen, während die Haushaltstarife unberührt bleiben.
Für die Industrie bieten der Auslöser bei €63 pro Megawattstunde und die Erstattungsregel von 50 % eine Planungsgrundlage für mögliche Entlastungen, sollten die Kosten stark ansteigen.
Wenn es wie von Traikov skizziert genehmigt und fristgerecht eingeführt wird, wäre das Programm ein bemerkenswerter erster Schritt innerhalb der EU und ein Test, ob gezielt begrenzte Unterstützung energieintensiven Sektoren helfen kann, Preisvolatilität zu bewältigen, ohne in den Gesamtmarkt einzugreifen.
Die Regierung positioniert die Maßnahme als Sicherheitsnetz und nicht als Reaktion auf akuten Stress, und verweist auf die jüngste Preisstabilität sowie Bulgariens inländische Erzeugungsbasis.
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Europäische Kommission ergreift Bulgarien Maßnahmen, um energieintensive Industrien mit einer zeitlich befristeten, schwellenwertbasierten Rückerstattung der Stromkosten—finanziert für Juli 2025 bis Juni 2026—zu schützen, während die Haushaltstarife stabil bleiben.
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