Die Inflationsrate Großbritanniens blieb im Februar stabil und zeigt, dass die Preise vor einer starken Eskalation der globalen Energiepreise stabil waren, die Befürchtungen einer erneuten Preiswelle aufkommen ließ.

Offizielle Daten zeigten, dass der Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich bei 3% blieb, unverändert gegenüber Januar und weitgehend im Einklang mit den Erwartungen von Ökonomen.

Die Zahl liegt jedoch deutlich über dem 2%-Ziel der Regierung und unterstreicht den anhaltenden Preisdruck in der Wirtschaft.

Die relativ stabile Messung spiegelt ein Gleichgewicht zwischen steigenden Kosten in einigen Kategorien und nachlassendem Druck in anderen wider, doch Ökonomen warnen, dass sich der Ausblick in den vergangenen Wochen erheblich verändert hat.

Energieschock verändert den Inflationsverlauf

Die Inflationslage wurde durch die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten verändert, die die globalen Energieversorgungsketten gestört und die Öl- und Gaspreise nach oben getrieben hat.

Die faktische Schließung der Straße von Hormus, einer wichtigen Route für globale Energieverschiffungen, hat einen starken Anstieg der Treibstoffkosten ausgelöst; die Benzinpreise sind seit Beginn des Konflikts bereits deutlich gestiegen.

Die Daten für Februar erfassen die volle Wirkung dieser Entwicklungen nicht.

Grant Fitzner, Chefökonom beim Office for National Statistics, sagte, dass während des Erhebungszeitraums fallende Benzinpreise geholfen hätten, anderweitige Anstiege auszugleichen.

Er stellte fest, dass Bekleidungspreise im Februar den größten Aufwärtsbeitrag zur Inflation lieferten, da sie in diesem Jahr stiegen, nachdem sie im selben Monat des Vorjahres gefallen waren.

Da die Energiepreise im März jedoch schnell gestiegen sind, erwarten Analysten, dass der Aufwärtsdruck auf die Inflation in den kommenden Monaten weiter zunimmt.

Lebensmittelpreise bringen vorübergehende Entlastung

Die Lebensmittelinflation entspannte sich im Februar auf 3,3% gegenüber 3,6% im Vormonat und erreichte damit ihr niedrigstes Niveau seit März 2025.

Der Rückgang wurde vor allem durch niedrigere Preise für Artikel wie Olivenöl, Mehl und Pizza sowie durch einen leichten Rückgang der Preise für Alkohol und Tabak verursacht.

Trotz der Abschwächung warnten Branchenverbände, dass die Verbesserung nur von kurzer Dauer sein könnte.

Karen Betts, Geschäftsführerin der Food and Drink Federation, sagte, der derzeitige Trend könne eine vorübergehende Atempause darstellen, bevor die Preise erneut anziehen.

Sie warnte, dass steigende Kosten für Dünger, Energie und Transport im Zusammenhang mit der Störung im Nahen Osten wahrscheinlich in die Lebensmittelpreise durchschlagen und zusätzlichen Druck auf Haushalte ausüben würden.

Kerninflation signalisiert breitere Risiken

Die zugrunde liegenden Inflationsdrucke zeigten Anzeichen einer Festigung: Die Kerninflation, die volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, stieg im Februar auf 3,2% nach 3,1% im Vormonat.

Der Anstieg könnte die Besorgnis der Entscheidungsträger verstärken, dass sich Preisdrücke auf die gesamte Wirtschaft ausweiten und nicht nur auf von Energie betroffene Sektoren beschränkt bleiben.

Diese Dynamik verkompliziert den geldpolitischen Ausblick für die Bank of England, die zuvor erwartet hatte, dass die Inflation im zweiten Quartal wieder auf das Ziel zurückkehren und damit den Weg für Zinssenkungen ebnen würde.

Geldpolitischer Ausblick verschiebt sich Richtung Straffung

Die Zentralbank hat bereits Zurückhaltung signalisiert und bei ihrer jüngsten Sitzung die Zinsen unverändert gelassen, während die Unsicherheit über den Inflationsausblick zunahm.

Die Finanzmärkte haben seitdem ihre Erwartungen überarbeitet, wobei Investoren nun zunehmend mögliche Zinserhöhungen statt -senkungen für später in diesem Jahr einpreisen.

Die Verschiebung spiegelt die Sorge wider, dass anhaltend energiegetriebene Inflation die Fähigkeit der Bank einschränken könnte, die Geldpolitik zu lockern, selbst wenn das Wirtschaftswachstum gebremst bleibt.

Regierungsreaktion und fiskalische Herausforderungen

Finanzministerin Rachel Reeves sagte, die Regierung bleibe entschlossen, Haushalte zu unterstützen und gleichzeitig fiskalische Disziplin in einem unsicheren globalen Umfeld zu wahren.

„In einer unsicheren Welt haben wir den richtigen Wirtschaftsplan und verfolgen einen reaktionsfähigen und verantwortungsvollen Ansatz, um arbeitende Menschen im nationalen Interesse zu unterstützen“, sagte sie.

„Wir reduzieren die Energierechnungen um £150 durch Maßnahmen im Haushaltsplan vom November und leisten gezielte Unterstützung für diejenigen, die mit höheren Heizölkosten konfrontiert sind. Wir handeln zudem, um Menschen vor ungerechtfertigten Preiserhöhungen zu schützen, falls diese eintreten, drücken die Lebensmittelpreise an der Kasse und bauen Bürokratie ab, um die langfristige Energiesicherheit zu stärken — und so eine stärkere, sicherere Wirtschaft aufzubauen“, sagte sie.

Sie fügte hinzu, dass die Regierung die geplanten Änderungen der Kraftstoffsteuer später in diesem Jahr prüfen werde, hielt sich jedoch mit einer Bestätigung einer Verzögerung zurück.

Da die Energiemärkte volatil bleiben und geopolitische Spannungen anhalten, dürfte der Verlauf der Inflation im Vereinigten Königreich stark von den Entwicklungen der globalen Rohstoffpreise abhängen.

Sowohl für politische Entscheidungsträger als auch für Haushalte könnten die Februardaten eine vorübergehende Pause darstellen, bevor eine anspruchsvollere Phase für Inflation und die Gesamtwirtschaft beginnt.

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