Multiple oil pumpjacks operating across a dry desert oil field with storage tanks and pipelines

Der Brent-Rohölpreis bewegt sich diese Woche weiterhin in einer engen Spanne, während Anleger die neuen Entwicklungen in der anhaltenden US-Iran-Krise beobachten. Er notierte heute, June 5, bei $95.40, nachdem Hezbollah das neue Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und Libanon abgelehnt hatte. 

Wahrscheinlichkeit neuer Kämpfe steigt, nachdem Hezbollah den Waffenstillstand ablehnt

Brent und das West Texas Intermediate haben sich diese Woche kaum bewegt, während Anleger die aktuelle Phase der US-Iran-Krise und die schrumpfenden strategischen Reserven der USA bewerteten. 

Die Chancen auf eine schnelle Einigung zwischen den Parteien sind diese Woche deutlich gesunken, da Gespräche über den Waffenstillstand ins Stocken geraten sind. Schlimmer noch: Der jüngste Hoffnungsschimmer zwischen Israel und Libanon stieß auf ein erhebliches Hindernis, nachdem Hezbollah den Waffenstillstand abgelehnt hatte. 

Hezbollah argumentierte, der Waffenstillstand liege nicht im Interesse Libanons und bedeute Kapitulation. Das bedeutet, dass die Kämpfe zwischen Hezbollah und Israel in absehbarer Zukunft andauern werden — etwas, das Israel anstrebt. 

Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass Iran darauf besteht, dass jede Einigung mit den USA von den Entwicklungen im Libanon abhängig sein wird. 

Deshalb besteht ein reales Risiko, dass die USA und Iran ihre Bombenkampagnen wieder aufnehmen. Erst diese Woche feuerte Iran eine Salve von Raketen in Richtung Kuwait als Reaktion auf US-Angriffe auf seine Ziele.

Eine neue Eskalationsphase wäre für die Weltwirtschaft riskant, da sie die Rohölpreise deutlich über das heutige Niveau treiben würde. Außerdem zeigen Daten, dass die US-Ölvorräte weiter gefallen sind, während die Entnahmen aus den Strategischen Erdölreserven (SPR) sich beschleunigt und den niedrigsten Stand seit Jahren erreicht haben. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, ist es wahrscheinlich, dass diese Reserven in wenigen Monaten erschöpft sein werden.

In den USA hat die Fahr­saison begonnen

Gleichzeitig befinden sich die USA jetzt in ihrer Fahr­saison, in der die Erdölnachfrage üblicherweise am höchsten ist. Infolgedessen warnen einige hochrangige Beamte und Experten vor einer drohenden Gefahr auf dem Weltölmarkt, falls die Straße von Hormus weiterhin länger geschlossen bleibt.

Vor dem Krieg passierten täglich 20.3 Millionen Barrel Öl die Straße von Hormus. Diese Menge wurde durch die Schließung Irans und die Blockade der USA inzwischen nahezu auf null reduziert. 

Die Welt hat zusätzliches Öl gefunden: Saudi-Arabien hat seine Pipeline-Exporte erhöht und liegt nun bei 7 Millionen Barrel pro Tag. Die Ölexporte aus den USA und anderen Ländern wie Kanada sind stark angestiegen. Das reicht jedoch nicht aus, um die Verluste durch die Straße von Hormus auszugleichen.

Technische Analyse des Brent-Rohölpreises

Brent crude oil

Chart des Brent-Rohölpreises | Source: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass der Brent-Rohölpreis in den vergangenen Wochen gemischte Signale gesendet hat. Einerseits ist er unter den 50-Tage-EMA (Exponentiell gleitender Durchschnitt) gefallen, ein Zeichen dafür, dass die Bären weiterhin die Kontrolle haben.

Brent hat außerdem eine Doppeltop-Formation ausgebildet, ein übliches bärisches Umkehrsignal in der technischen Analyse. Sollte sich dies bestätigen, könnte Brent auf das wichtige Unterstützungsniveau bei $60 fallen. 

Andererseits hat Brent eine Insel-Umkehr-Formation ausgebildet, die typischerweise nach einer großen Abwärtslücke entsteht. Sollte dies eintreten, könnte der Preis zurückprallen und über den wichtigen Widerstandsbereich bei $100 steigen. Eine solche Bewegung könnte ihn auch auf $110 und darüber hinaus treiben.

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