
Der Rohölpreis zeigte sich am Dienstag stabil, nachdem ein überraschender Anstieg das Niveau nahe $120 erreicht hatte, bevor er wieder unter die psychologisch wichtige Marke von $100 zurückfiel. Die zu Wochenbeginn beobachtete Volatilität dürfte auch in den folgenden Sitzungen anhalten, da Anleger die durch den US‑Iran‑Krieg verursachten Störungen bewerten. Während Trump erklärt hat, das Ende sei nah, gab die Islamische Revolutionsgarde an, Iran werde bestimmen, wie der Krieg endet.
Brent-Öl stabilisiert sich unter $100
Der Rohölpreis startete in die neue Woche stark und notierte auf dem höchsten Stand seit 2022, als Russland in die Ukraine einmarschierte. Die erhöhte Furcht vor anhaltenden Schiffsverkehrsstörungen entlang der für die Region wichtigen Straße von Hormus ließ die Brent-Futures über Nacht um 31% auf ein dreistelliges Niveau von $119 pro Barrel steigen.
Während geopolitische Spannungen im Nahen Osten das Asset weiterhin stützen, stürzte es im frühen Dienstagshandel wieder unter die psychologisch wichtige Marke von $100. Zum Zeitpunkt der Niederschrift notierte Brent bei $90.69. Ebenso lagen WTI-Futures bei $86.33, nachdem sie von Montags Intraday-Hoch von $119.40 gefallen waren.
Aufgrund der jüngsten Kursbewegungen wird Rohöl in den folgenden Sitzungen voraussichtlich hoch volatil bleiben. Einerseits hat die Blockade der Straße von Hormus mehrere ölproduzierende Länder in der Golfregion veranlasst, die Produktion zu drosseln, da ihre an Land befindlichen Lagertanks sich füllen.
Der Irak gehört zu den ersten Ländern, die nach dem US‑Iran‑Krieg die Produktion kürzten. Die Ölförderung aus seinen südlichen Feldern ist um mehr als 60% eingebrochen; die tägliche Produktion liegt durchschnittlich bei 1.3 Millionen Barrel, gegenüber 4.3 Millionen bpd. Im Zuge des Onshore-Tankerverkehrs sind Iraks Ölexporte von 3.33 Millionen bpd auf 800,000 bpd zurückgegangen.
Kuwait und Saudi-Arabien drosseln ebenfalls die Produktion, Analysten warnen, dass weitere Länder folgen könnten. Vorläufig müssen die Teilnehmer am globalen Ölkmarkt abwarten, ob diplomatische Bemühungen die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten entschärfen werden.
Nach Angaben der Islamischen Revolutionsgarde werde Iran „das Ende des Krieges bestimmen“. Sie hat außerdem geschworen, keinen Liter Öl die Region verlassen zu lassen, sollten Angriffe durch Israel und die USA anhalten.
Auf der anderen Seite erklärte Präsident Trump, der Krieg könne bald enden. In einem CBS-News-Interview sagte er, der Krieg sei „so gut wie beendet“. Er fügte hinzu, die Kämpfe würden bald enden, auch wenn dies möglicherweise nicht in der kommenden Woche der Fall sei.
Technische Analyse des Brent-Rohölpreises

Der Leitindex für den Weltölpreis, Brent, fiel am Dienstag wieder unter $100, da Anleger den anhaltenden US‑Iran‑Krieg beobachten. Trotz des deutlichen Rückgangs befindet er sich mit einem RSI von 78 weiterhin im überkauften Bereich.
Kurzfristig dürften die Rohölpreise volatil bleiben und innerhalb einer breiteren Spanne zwischen $75 und $105 pendeln. Konkret ist die Spanne zwischen der Unterstützungszone bei $86.50 und dem Widerstand bei $95.50 in den kommenden Sitzungen zu beobachten.
Eine weitere Erholung könnte die Bullen am Widerstand bei $99.00 treffen, während sie versuchen, die Preise wieder über die psychologisch wichtige Marke von $100 pro Barrel zu heben. Umgekehrt könnte ein Rückgang unter die aktuelle Spanne die untere Zone bei $81.80 aktivieren, während die Bullen den wichtigen Support bei $80 verteidigen. Unterhalb dieser Zone wäre diese These nicht mehr gültig.
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